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Tierversuchszahlen 2000

Jedes Jahr im Herbst veröffentlicht das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Zahlen über die Anzahl der in Tierversuchen getöteten Tiere. Im Jahr 2000 wurden nach diesen Angaben 1,83 Millionen Fische, Mäuse, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde, Katzen, Affen und andere leidensfähige Mitgeschöpfe in fragwürdigen und oft qualvollen Experimenten verbraucht.

Am 01.01.2000 trat die neue Versuchstiermeldeverordnung in Kraft nach der eine größere Bandbreite von Tierversuchen erfasst wird. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor. In dieser neuen Statistik sind auch Tiere enthalten, die für wissenschaftliche Zwecke oder zur Organentnahme getötet wurden, ferner Tiere, die der Herstellung von Seren oder Aufbewahrung von Parasiten dienen sowie zu Ausbildungszwecken verwendete Tiere. Dadurch erhöhte sich die Gesamtzahl der verwendeten Tiere um rund 12% von 1,59 Millionen im Jahr 1999 auf 1,83 Millionen im Jahr 2000. Ein direkter Vergleich ist jedoch nicht möglich, da nicht eindeutig feststellbar ist, wie viele dieser Tiere in den vergangenen Jahren trotzdem gemeldet wurden.

Die neue statistische Erfassung bietet zwar mehr Transparenz, erfasst aber noch längst nicht alle, im Bereich der tierexperimentellen Forschung getöteten Tiere. So fehlen nach wie vor alle jene Tiere, die bereits in der Zucht und Vorratshaltung umkommen bzw. getötet werden, weil sie zu alt geworden sind oder sonst welchen Gründen nicht mehr gebraucht werden. Bei der Herstellung gentechnisch veränderter Zuchtlinien wird eine große Anzahl Tiere, meist Mäuse, verbraucht, ohne dass diese in einer Statistik auftauchen. Auch die wirbellosen Tiere, wie Insekten, Krebse, Schnecken, zählt niemand.

Laut Verbraucherschutzministerium gibt es einen deutlichen Trend: die Zahl der im Bereich der pharmazeutischen Industrie verwendeten Tiere nimmt aufgrund des vermehrten Einsatzes tierversuchsfreier Forschungsmethoden ab, während sie in der Grundlagenforschung weiterhin steigt. Letzteres dürfte in erster Linie auf die Verwendung transgener Tiere in diesem Bereich zurückzuführen sein. Etwa 679.000 Tiere (37% der Gesamtzahl) litten und starben im Jahr 2000 in meist qualvollen Experimenten der Grundlagenforschung.
Die Tendenz im Bereich der Arzneimittelforschung verstärkt statt auf Tiere, auf sinnvolle und aussagekräftige tierversuchsfreie Verfahren zurückzugreifen, ist erfreulich und muss intensiviert und gefördert werden. Solche innovativen Systeme werden in der Grundlagenforschung noch viel zu wenig eingesetzt. Der Anstieg in diesem Bereich ist geradezu skandalös. Hier besteht noch viel Handlungsbedarf, damit sämtliche Tierversuche möglichst bald der Vergangenheit angehören.

Hier können Sie sich die Statistik des BMVEL als Tabelle herunterladen.

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