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Wie Hersteller Tierversuche vermeiden

Im Kern ist es eine Frage der Rezeptur eines Produktes, ob Tierversuche für die Sicherheitstests gemacht werden müssen oder nicht. Hersteller wie Ecover, Sodasan oder Almawin, die mit Labeln wie dem springenden Kaninchen oder der Veganblume ausgezeichnet sind, achten bei den Inhaltsstoffen ihrer Produkte darauf, dass sie altbewährte Substanzen verwenden, deren Gefährdungseinschätzung bereits bekannt ist. Um die nötigen Angaben zu Augenschädigung, Hautreizung, Hautsensibilisierung, ganzkörperliche Vergiftungserscheinungen und zu den Risiken für Wasserorganismen im Sicherheitsdatenblatt machen zu können, vergleichen sie ihre Substanzen mit anderen, die bereits getestet wurden. Das Vorgehen ist nicht nur zulässig – nach REACh ist es sogar erwünscht, um Tierversuche zu vermeiden.

Wie geringfügig sich die Inhaltsstoffe der Mixturen zwischen den einzelnen Anbietern unterscheiden können, zeigt das folgende Beispiel:

Im Vergleich: Inhaltsstoffe eines konventionellen WC-Kraftgels

* Wasser
* Ameisensäure
* Fettalkoholethoxylat C9-11 8EO (nichtionisches Tensid, Detergens)
* Natriumclorid (Kochsalz, NaCl)
* Decylglucosid (Tensid)
* Natriumformiat (Salz der Ameisensäure)
* Xanthangummi (Verdickungsmittel)
* Parfum
* Farbstoff
* Denatoniumbenzoat (Vergällungsmittel gegen versehentliches Trinken)

Inhaltsstoffe eines WC Kraftgel „vegan“

* Wasser
* Zitronensäure
* Trinatriumzitrat (Wasserenthärter)
* Natriumlaurylsulfat (anionisches Tensid)
* Alkylpolyglucoside (nicht-ionisches Tensid)
* d-Glucopyranose
* Parfum
* Polysaccharide
* CI 75815 (Natrium-Kupfer-Chlorophyllin), Lebensmittelfarbstoff
* Limonen

Tierversuche
Das konventionelle Gel enthält laut Sicherheitsdatenblatt Ameisensäure, die entkalkt und Bakterien abtötet. Für die Ameisensäure musste der Hersteller Tierversuche* an Kaninchen, Ratten, Fischen und an Kleinstkrebsen durchführen, um die Ätz-/Reizwirkung auf die Haut, die Keimzell-Mutagenität und die Giftigkeit für die Umwelt zu testen. Die übrigen Inhaltsstoffe mussten – und durften sogar – nicht getestet werden.

Keine Tierversuche
Anstelle der Ameisensäure hat der alternative Hersteller Zitronensäure verwendet und als Wasserenthärter die Substanz „Trinatriumzitrat“ gewählt, für die keine Tierversuche nötig waren.


* Folgende Tierversuche wurden für die Ameisensäure durchgeführt:

Ätz-/Reizwirkung auf die Haut (TG 402): Die Testsubstanz wird bei Kaninchen auf die rasierte Haut aufgetragen und für 24 Stunden abgedeckt. Es können schmerzhafte Entzündungen entstehen.
Keimzell-Mutagenität (TG 471): Ratten werden mit einer giftigen Substanz behandelt, um ihr Leberenzymsystem anzukurbeln. Dann werden die Tiere getötet und ihre Lebern entnommen, um deren Bestandteile in Bakterientests (Ames-Test) zu verwenden.
Ökotoxikologie: akuter Fischtest (LC50 nach TG 203): Die Tiere werden im Wasser der Testsubstanz ausgesetzt. Es wird die Konzentration ermittelt, bei der 50 Prozent der Fische sterben.
Akuter Daphnientest (LC50 48 h nach TG 202): In kleinen Testgefäßen, die Daphnien (Kleinkrebse) enthalten, werden verschiedene Konzentrationen der Testsubstanz zugegeben. Dann wird die Konzentration ermittelt, bei der 50 Prozent der Daphnien sterben.

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