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Hersteller: Tierversuchsfrei oder nicht?

leaping bunnyGenaugenommen gibt es keine wirklich tierversuchsfreien Haushaltsprodukte, denn jeder Inhaltsstoff wurde irgendwann einmal im Tierversuch getestet. Auch bei vegan oder tierversuchsfrei zertifizierten Produkten handelt es sich letztlich nur um eine relative Tierversuchsfreiheit. Um Ihnen dennoch eine Orientierung zu geben, haben wir die wichtigsten Hersteller befragt.

 Die Firma Henkel ist der deutsche Marktführer für Wasch- und Reinigungsmittel. Das Unternehmen wirbt vor allem mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“. Henkel lässt seine Produkte zwar nicht als „vegan“ oder „tierversuchsfrei“ zertifizieren, das heißt aber nicht automatisch, dass für die Produkte Tierversuche durchgeführt wurden. Die Hersteller haben schon aus Kostengründen ein grundsätzliches Interesse an tierversuchsfreien Methoden. Nicht umsonst betreibt Henkel seit 15 Jahren ein eigenes Labor für die Entwicklung tierversuchsfreier Verfahren, vor allem im Bereich der Hautreizung. Bei der eigens dafür gegründeten Phenion GmbH untersuchen mehr als 50 Mitarbeiter chemische Stoffe in Zellkultursystemen, Hautmodellen und Probandentests. Hier wurde auch ein humanes Vollhautmodell (Phenion® Full-Thickness Skin) entwickelt.

Weichspüler enthalten oft tierische Bestandteile
Der Hersteller der bekannten Frosch-Produkte Werner & Merz legt bei der Frosch-Serie besonderen Wert auf deren Umweltfreundlichkeit. Die Produkte sollen z. B. pH-neutral und zu 98 Prozent biologisch abbaubar sein. Die meisten Produkte bestehen nach Angabe des Herstellers aus altbewährten Substanzen, die nicht mehr an Tieren getestet werden müssen. Das Unternehmen gibt zudem an, dass es keine Tierversuche durchführt und auch keine Aufträge für Tierversuche an Dritte vergibt. Zudem seien alle Frosch-Produkte vegan, d.h. sie enthalten keine tierischen Inhaltsstoffe. Als „vegan“ gekennzeichnet ist jedoch nur ein Baby Wäsche-Spüler, da, so der Hersteller, die meisten herkömmlichen Weichspüler oftmals kationische Tenside auf tierischer Basis enthalten.

Tierversuchsfrei: Strenge Vorgaben und Kontrollen
Der belgische Konzern Ecover kennzeichnet seine Produkte mit dem springenden Kaninchen-Label. Um dieses Siegel verwenden zu dürfen, muss der Hersteller nachweisen, dass alle seine Produkte und Inhaltsstoffe tierversuchsfrei sind. Dies betrifft sämtliche Inhaltsstoffe, Komponenten und Mischungen. Es wird ein Stichtag vereinbart, ab dem Produkte oder Inhaltsstoffe nicht mehr an Tieren getestet werden dürfen (cut-off-Datum). Darüber hinaus muss Ecover nachweisen, dass es ein effektives Lieferanten-Beobachtungssystem eingerichtet hat. Im ersten Jahr nach der Zertifizierung werden die Firmen durch einen unabhängigen Prüfer kontrolliert, danach alle drei Jahre. Die Zertifizierung muss jedes Jahr erneuert werden. In der EU wird das Label von unserer englischen Partnerorganisation Cruelty Free International vergeben.

veganblumeVegan heißt tierversuchsfrei
Ein weiterer Hersteller von Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln ist Sodasan – eine Marke, die wie Ecover hauptsächlich in Biomärkten angeboten wird. Das Unternehmen hat alle Produkte mit Ausnahme von Gallseife mit der Veganblume als „vegan“ zertifizieren lassen. Die Veganblume wird von der Vegan Society vergeben. Um das Label zu tragen, müssen die Hersteller nachweisen, dass Tierversuche weder für das Produkt noch für die Inhaltsstoffe durchgeführt wurden, auch nicht über die Zulieferer. Selbstverständlich dürfen keine tierischen Hilfsstoffe verwendet werden, weder als Produkt, noch als Beiprodukt oder Derivat. Aus Sicht des Unternehmens impliziert die Vegan-Blume automatisch, dass ein Produkt auch tierversuchsfrei ist. Wie streng die Kontrollen sind, wurde in unsere Abfrage jedoch nicht beantwortet.

Es gibt nur eine relative Tierversuchsfreiheit
Wie eingangs beschrieben, gibt es bei allem Produkten immer nur eine relative Tierversuchsfreiheit, da letztlich jeder Inhaltsstoff irgendwann einmal im Tierversuch getestet wurde. Doch es macht natürlich einen Unterschied, ob es sich um altbewährte Inhaltsstoffe handelt, für die vor Jahrzehnten Versuche am Tier durchgeführt wurden oder ob ein neuer Wirkstoff an Tieren getestet wird, nur damit ein Hersteller mit einer vermeintlichen Innovation auf den Markt kommen kann. Firmen wie Ecover oder Sodasan bemühen sich besonders, die Tierversuchsfreiheit ihrer Produkte zu dokumentieren. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass für Produkte von Henkel oder aus der Frosch-Serie Tiere leiden mussten, nur weil sie nicht zertifiziert sind. Viele konventionellen Hersteller nutzen ebenfalls bewährte Hausmittel, die nicht mehr an Tieren getestet werden müssen. Die Hersteller sind dabei selbst in einer schwierigen Situation, denn sie müssen garantieren, dass ihre Produkte sicher sind. Grundsätzlich sollten altbewährte, vegane und wenig komplexe Produkte oder Hausmittel bevorzugt werden. Um den Herstellern zu zeigen, dass Ihnen als Konsument die Tierversuchsfreiheit wichtig ist, ist es sinnvoll, die Firmen darauf hinzuweisen.

Grafiken:
Leaping Bunny:
Das springende Kaninchen wird in der EU von unserer englischen Partnerorganisation Cruelty Free International vergeben. Die Kriterien unterliegen dem ›Human Household Product Standard (HHPS)
Veganblume: DieVeganblume wird von der Vegan Society England vergeben. Sie garantiert, dass das Produkt nicht am Tier getestet wurde und stellt sicher, dass es keine tierischen Bestandteile enthält.

Artikel eingestellt am 26. August 2015

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