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Zucht von Katzen

Obwohl es Millionen Katzen in Deutschland gibt und die Tierheime oft nicht wissen, wo sie die Tiere unterbringen sollen, werden noch immer von »Liebhabern« Katzen gezielt gezüchtet. Die bekanntesten »Rasse-« oder »Edelkatzen«, die nach Farbe, Aussehen oder Kuriositäten selektiv gezüchtet werden, sind die »Perser-« oder »Angorakatzen«, Langhaarkatzen von kräftigem, gedrungenem Bau mit breitem, kurzem Kopf und buschigem Schwanz.

Andere bekannte Vertreter sind die »Siamkatzen«, schlanke, sehr temperamentvolle Tiere mit schmalem Kopf, blauen Augen und hell beigefarbenem Fell, das am Rücken etwas dunkler, bräunlicher wird. Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz sind schwarzbraun (2). Einige Züchtungen beeinträchtigen die Tiere gesundheitlich und sind daher abzulehnen. Bei der »Peke-Faced Perser-Katze« z. B., deren Nase stark verkürzt gezüchtet worden ist, treten Atemnot, verstopfte Tränenkanäle und eine Fehlstellung des Kiefers auf (3).

Unter die Verstöße gegen den sogenannten Qualzuchtparagrafen 11b des Tierschutzgesetzes fallen die Fälle, bei denen bei den Nachkommen mit erblich bedingten Schmerzen, Leiden oder Schäden gerechnet werden muss. Es sind die Zuchtrassen »Manx« und »Cymric«, rein-weiße Katzen sowie die Zuchtrasse »Scottish Fold« (16). Für diese Rassen hat ein Expertengremium in einem Gutachten ein Zuchtverbot empfohlen (17). Jedoch ist auch die Zucht anderer Rassen fragwürdig (so haben Perserkatzen fast immer mit Problemen der Tränenkanäle zu tun; Langhaarkatzen können sich durch Putzen oft selbst nicht genügend sauberhalten, so dass sie gekämmt und teilweise auch geschoren werden müssen).

»Manx«
Das rassetypische Merkmal ist eine erblich bedingte Schwanzlosigkeit. Die langhaarige Rasse »Cymric« ist ebenso betroffen. Was die Schwanzlosigkeit angelangt gibt es noch Übergänge, also Zuchtvarianten mit Stummelschwanz, z. B. »stumpy«. Alle lebenden »Manx«-Katzen sind mischerbig, da reinerbige Merkmalsträger aus der Verpaarung »Manx« mit »Manx« nicht lebensfähig sind. Es handelt sich um Qualzuchten, da der Schwanz zum Ausbalancieren von Bewegungen und als Kommunikationsmittel wichtig ist und vor allem wegen der häufig damit einhergehenden Wirbelverwachsungen und -missbildungen sowie Deformationen von Becken und hinteren Gliedmaßen, die zu steifbeinigem Gang und Lähmungserscheinungen führen können. Es gibt Hinweise, dass die Sterblichkeitsrate der Tiere dieser Rasse ungewöhnlich hoch ist (16).

Reinweiße Katzen
Diese Tiere haben häufig, aber nicht immer blaue oder verschiedenfarbige Augen, was mit Schwerhörigkeit oder Taubheit gekoppelt sein kann. Tierschutzrechtlich von Bedeutung ist, wenn dabei ein bestimmtes Gen vererbt wird, weil dann bei der Nachzucht mit schweren Defekten bei der embryonalen Entwicklung von Auge und Innenohr zu rechnen ist.

»Scottish Fold«
Diese Katzen haben abgeknickte Ohrmuscheln (»Kipp- und Faltohren«). Das Merkmal »Faltohr« setzt sich nicht immer erkennbar durch, bei manchen Tieren ist nur ein Ohr betroffen. Bei den Merkmalsträgern muss mit Schäden an Knochen und Knorpeln gerechnet werden. Dadurch kommt es zu Verdickungen und arthritischen Veränderungen z. B. an Schwanz und Hinterbeinen, welche die Beweglichkeit und Gehfähigkeit der Tiere einschränken können (16).

Weiterlesen: Verwilderte Katzen
Quellen

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