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Tierversuchsersatzverfahren bei Katzen

Hirnforschung

Hinsichtlich der Krankheiten und Beeinträchtigungen von Menschen kann je nach Krankheitssymptom die Funktion verschiedener Hirnregionen mit modernen Techniken der bildgebenden Verfahren, wie z. B. der Computertomographie (CT) oder der Positronen-Emissions-Tomographie (PET), direkt am Menschen untersucht werden und machen Tierversuche hierzu überflüssig. Interessant ist weiterhin die funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT): Sie ermöglicht die naturgetreue Wiedergabe dessen, was in einem bestimmten Augenblick im Gehirn passiert. Sie misst wie die PET die Veränderungen des Sauerstoffgehaltes bestimmter Gehirnregion (31).

Sehr vielversprechend ist außerdem die transkranielle Magnetstimulation (TMS): Hier können Wahrnehmung, Lern- und Gedächtnisverhalten und andere kognitive Fähigkeiten direkt am gesunden Menschen erforscht werden (32). TMS ist eine nicht-invasive Technologie, bei der mit Hilfe starker Magnetfelder Bereiche des Gehirns sowohl stimuliert als auch gehemmt werden können. Damit ist die TMS ein nützliches Werkzeug in der neurowissenschaftlichen Forschung. Darüber hinaus wird die transkranielle Magnetstimulation in beschränktem Umfang in der neurologischen Diagnostik eingesetzt oder für die Behandlung von neurologischen Erkrankungen (33).

Auf dem Gebiet kognitiver Studien haben Freiwilligenstudien mit Patienten ein enormes Potential, Tierversuche zu ersetzen. Viele Wissenschaftler nutzen die fMRT, um z. B. die Position der räumlichen Verarbeitungsbereiche im Gehirn des Menschen zu untersuchen. Die heutige kognitive Neurowissenschaft stützt sich in besonderem Maße auf das Verfahren. Mit Hilfe der fMRT können Aktivitäten im Gehirn mit recht hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung gemessen werden. Auch die Aktivität der Sehrinde kann am Menschen gemessen werden, Versuche an Katzen werden somit überflüssig (34, 35).

Die Übertragbarkeit der Tierversuchsergebnisse muss zudem in Frage gestellt werden. Die Sinneswahrnehmung zwischen Katze und Mensch lässt sich nicht miteinander vergleichen: So hat der Mensch bei heller Beleuchtung aufgrund seiner Netzhaut ein viel besseres Bewegungssehen als eine Katze. Die Fähigkeit des Farbensehens ist bei der Katze eingeschränkt, sie hat im Vergleich zum Menschen nur zwei Arten von Zapfen, der Mensch dagegen drei (siehe oben). Das Auflösungsvermögen des Auges der Katze ist schlechter. Buchstaben, die ein normalsichtiger Mensch aus 50 Metern erkennen kann, würde eine Katze erst aus sechs Metern erkennen (31).

Gastrointestinale Refluxkrankheit


Unter der gastrointestinalen Refluxkrankheit soll mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in den westlichen Industrienationen leiden. Demnach ist es eine der häufigsten Erkrankungen der westlichen Welt (36). Ursächlich für die Erkrankung ist die Säure des Magens, jedoch handelt es sich um eine funktionelle Störung und nicht um eine vermehrte Säureproduktion. Sie betrifft den Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre. Funktioniert er nicht einwandfrei oder kommt es zu einer Überproduktion an Magensäure, kann es passieren, dass die Säure des Magens in die Speiseröhre fließt und dort die empfindliche Schleimhaut reizt. Dadurch kann eine Entzündung entstehen, die sehr unangenehm ist.

Die Ursachen werden noch immer kontrovers diskutiert und sind vielfältig. Neben einer vorrübergehenden Reduktion des Muskeltonus während der Schwangerschaft sowie angeborenen oder erworbenen Zwerchfellschäden spielen Magenentleerungsstörungen, diabetische Neuropathie, Nebenwirkungen von Arzneimitteln und operative Eingriffe, aber vor allem auch übermäßiger Alkohol- und Zigarettenkonsum, Übergewicht, zu enge Kleidung, zu schnelle Nahrungsaufnahme sowie zu fette Speisen eine Rolle. Bestimmte Lebensmittel und Speisen regen die Magensäureproduktion über das normale Maß an und können so säurebedingte Magenprobleme auslösen. Dazu zählen Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten, aber auch zu scharf gewürzte oder zu heiße und zu kalte Speisen. Auch fettreiche Mahlzeiten begünstigen Sodbrennen, da der Magen besonders viel Magensäure braucht, um solche Speisen zu verdauen. In der Diskussion ist auch die Bedeutung der Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori (Erreger der Magenschleimhautentzündung) (37).

Als Eigensofortmaßnahmen kann der Patient Mahlzeiten ruhig einnehmen, die Alltagsanspannung reduzieren, bei Übergewicht das Körpergewicht reduzieren, den Nikotin- und Alkoholkonsum einstellen, die abendliche Nahrungsmenge reduzieren und früher die Abendmahlzeit einnehmen (38). Goldstandard in der Diagnostik ist die Endoskopie, also die Magenspiegelung. Insbesondere dient sie u. a. zur Erfassung der Schleimhautschädigung. Mittlerweile haben sich sogenannte Protonenpumpenhemmer zur medikamentösen Therapie der Wahl etabliert (39). Die nächste Therapiestufe sind die invasiven Maßnahmen, z. B. die Straffung des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen.

Insbesondere für junge Erwachsene, welche die medikamentöse Dauertherapie ausdrücklich nicht wünschen oder tolerieren und weiterhin Beschwerden haben, ist eine Operation die Therapie der Wahl. Hierbei wird eine eineinhalb bis zwei Zentimeter breite Manschette um den unteren Abschnitt der Speiseröhre geschlungen und so der Schließmechanismus unterstützt (36).

Fazit

Neben vorbeugenden Maßnahmen, die ergriffen werden können, gibt es bereits Therapien für den Menschen, die zum Einsatz kommen. Daher erübrigen sich Tierversuche, vor allem, da bei ihnen die Krankheit überhaupt nicht vorkommt.


Weiterlesen:  Statement zu Tierversuchen mit Katzen
Quellen

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