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Katzenhaltung in Deutschland

Häufig werden Katzen als reine Wohnungstiere gehalten, die nicht nach draußen gelassen werden, weil z. B. zu viel Verkehr auf der Straße herrscht, der dem Tier gefährlich werden könnte. Diese Haltung ist nicht ideal, da Katzen es lieben, draußen herumzustreifen, auf Bäume zu klettern, in der Sonne zu liegen und ihr Jagd- und Beutegreiferverhalten auszuleben. Die ausschließliche Wohnungshaltung ist aus Tierrechtssicht nur akzeptabel, da die Alternative für viele Katzen noch weitaus schlechter wäre.

Zu bedenken ist, dass die Lebenserwartung von »Hauskatzen« bei menschlicher Pflege etwa zwölf bis 20 Jahre betragen kann. Es sind vereinzelt Lebensalter von mehr als 20 bis zu 25 Jahren belegt (12), in anderer Literatur ist auch ein Alter von bis zu 34 oder gar 43 Jahre beschrieben (3). Im Vergleich dazu soll die Lebenserwartung bei frei lebenden Katzen ohne Pflege und medizinische Betreuung bei zwischen eineinhalb und vier Jahren liegen.

Die Ansprüche der Katze ergeben sich aus ihrem Wesen und erfordern Sorgfalt und Aufmerksamkeit im Umgang mit dem Tier. So können Katzen, die sich auf das »Wohnungsterritorium« beschränken müssen, in der Morgendämmerung die Wände hochturnen, wild durchs Zimmer jagen und die Möbel zerkratzen (15). All das ist normal, weil die Katze ihr arteigenes Verhalten auslebt, ihr Revier markiert und ihre Krallen pflegt. Dies muss verstanden werden, um ein harmonisches Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zu erreichen.

Viele Schwierigkeiten gibt es durch mangelnde Auslastung der Katze, sie braucht ebenso wie ein Hund direkte Zuwendung. Da sie ein soziales Tier ist, sollte eine Katze nicht ständig allein sein und möglichst mit einer weiteren Katze zusammen leben können. Die Akzeptanz weiterer »Hauskatzen« ist allerdings vom Temperament des Tiers und der frühen Sozialisation abhängig. Der Erfolg lässt sich anhand der »Bindungsrituale« ablesen, wenn sich die Katzen gegenseitig putzen, sich aneinander reiben, die Nasen stupsen und spielen (13).

Probleme kann es geben, wenn die Stimmung des Menschen im Umgang mit der Katze stark schwankt, was bei der Katze zu Misstrauen, Angst und Unsicherheit führen kann, wodurch sie mitunter unsauber wird und nicht auf ihr Kistchen geht. Auch die Verwendung von Duft und Zusätzen in der Katzenstreu, ungeeignetes Einstreumaterial, zu kleine Kistchen, oder solche mit einem Dach, stoßen viele Katzen ab (15).

Mit Hunden können Katzen zusammenleben, es ist eine Frage des individuellen Temperaments der frühen Erfahrungen der Katze (13) sowie auch des Hundes.

Ihre Vorliebe für warme Orte hat die Katze von ihren Urahnen geerbt. Daher hält sie sich gerne unter Kraftfahrzeugen auf, vor allem, wenn der Motor noch warm ist, was ihr schon manches Mal zum Verhängnis geworden ist.

Ein Revier einer »Hauskatze«, egal ob es sich auf die Wohnung beschränkt oder ob es sich um ein großes Außengebiet handelt, ist dreigeteilt. Es gibt den »Kernbereich«, in dem geschlafen, gefressen und gespielt wird. Der »Heimatbereich« stellt eine Art Pufferzone zwischen dem Revier der einen und dem Revier einer anderen Katze dar. Der dritte Bereich ist das Jagdrevier, das sich mit dem Revier einer anderen Katze überscheiden kann (13).

Um zu vermeiden, dass es zu unerwünschtem Katzennachwuchs kommt - die Tierheime sind meistens übervoll -, sollten sowohl Kater als auch Katze unfruchtbar gemacht werden. Dies wird durch die Kastration erreicht, einem operativen Eingriff, bei dem die Keimdrüsen (Hoden bzw. Eierstöcke) entfernt werden. Auch einzeln gehaltene Wohnungskatzen beiderlei Geschlechts sollten kastriert werden, da Kater ansonsten ihr Revier in der Wohnung mit für menschliche Nasen sehr unangenehm riechendem Sekret markieren. Weibliche unkastrierte Katzen, die keinen Kontakt zu einem fruchtbaren Kater haben, entwickeln sehr oft eine sogenannte Dauerrolligkeit mit Zysten an den Eierstöcken. Dies ist für die Tiere nicht angenehm. Daher sollten auch weibliche Wohnungskatzen kastriert werden. Bei einer Sterilisation werden die Eileiter - bzw. die Samenstränge des Katers - durchtrennt, was auch zur Unfruchtbarkeit führt, jedoch nicht das Revierverhalten beeinflusst und auch nicht die Dauerrolligkeit unterbindet. Daher werden Katzen fast immer kastriert.


Weiterlesen: Zucht von Katzen
Quellen

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