Slideshow Image 1
Slideshow Image 2
Slideshow Image 3
Slideshow Image 4

Besonderheiten und Sinneswahrnehmung

Einige Merkmale der Katzen faszinieren den Menschen seit jeher: Es sind z. B. die eleganten Bewegungen durch eine flexible Wirbelsäule und eine schlanken, sehnigen Körperbau. Gut ausgebildet ist auch der Gleichgewichtssinn: Im freien Fall kann sich die Katze über Reflexbewegungen vom Rücken in die Bauchlage drehen und mit den Füßen auf dem Boden aufkommen. Als Ruder hilft dabei der Schwanz.

Im Gegensatz zu den Hundeartigen hetzen Katzen ihre Beute nicht, sondern schleichen sich leise an. Die Hinterbeine der Katzen sind auf die Erhöhung der Kraft mehr im Sprung als im Lauf spezialisiert (12), die Katze ist kein ausdauernder Läufer. Das Katzengebiss ist auf Fleischnahrung spezialisiert. Die kleinen Schneidezähne dienen nicht wie beim Menschen dem Abbeißen von Nahrung. Diese Aufgabe haben die Backenzähne, die wie eine Fleischschneideschere wirken. Ihrem Gebiss fehlt der zermahlende Teil. Die kräftigen Eckzähne (Fangzähne) dienen zum Fassen und Töten der Beute.

Katzen können mit Hilfe ihrer sehr rauen Zunge, die wie eine Feile wirkt, einen Knochen völlig sauber lecken (2). Viele Katzenhalter haben schon beobachtet, dass Katzen gelegentlich Gras zu sich nehmen. Offensichtlich regt Gras das Herauswürgen von Gewöllen (Ballen aus Haaren) an, die sich nach und nach im Magen beim Putzen des Fells bilden.

Die Pranken sind von entscheidender Bedeutung. Sie verfügen über spitze, sichelförmige Krallen, die (mit Ausnahme des Geparden) beim Laufen eingezogen sind. In Ruheposition liegen sie durch elastische Bänder zurückgezogen in einer Hauttasche. Bei Erregung, beim Angriff oder beim Klettern werden sie über einen Muskelzug herausgeschnellt. Katzen sind Zehengänger auf Sohlen, weshalb sie sich so leise bewegen können (2).

Der Geruchssinn mit Unterstützung des »Jacobson´schen Organs«, einem Nebengeruchsorgan zur Geruchswahrnehmung über die Mundhöhle, ist zwar gut ausgebildet und besser als der des Menschen, er tritt jedoch hinter die Fähigkeiten des Sehens und Hörens zurück, was für einen Jäger in der Dämmerung eine wichtige Anpassung darstellt. Nach ihrer Geburt noch blind und taub erkennen die Katzenjungen »ihre« Zitze an der Mutter jedoch am Geruch.

Katzen können tagsüber vor allem gelb und blau sehen, rot können sie nicht erkennen. Dies hängt mit der Art der sogenannten Fotorezeptoren (Zapfen und Stäbchen) auf der Netzhaut im Auge zusammen. Katzen haben im Vergleich zum Menschen weniger Zapfen. Dagegen ist die Lichtempfindlichkeit für kurzwelliges Licht jedoch sechsmal höher als beim Menschen. Das im Vergleich zum Menschen bessere Sehen im Dunkeln wird durch eine höhere Dichte an Stäbchen auf der Netzhaut möglich (12). Zudem werden durch eine besondere Zellschicht hinter der Netzhaut, das sogenannte Tapetum cellulosum lucidum, die Sinneszellen nochmals gereizt und dadurch auch geringe Lichtmengen optimal genutzt. Das Auge stellt sich außerdem in der Dunkelheit schneller ein (2). Das Tapetum cellulosum lucidum führt dazu, dass Licht, welches in der Dunkelheit ins Katzenauge fällt, reflektiert wird. Dadurch erkennen wir die »leuchtenden« Augen in der Dunkelheit bei aufleuchtender Lichtquelle (2). Diese Schicht besitzen auch andere Tiere, z. B. Rehe, Hunde oder Robben (13).

Das Gehör der Katze ist leistungsfähiger als das des Menschen. In den niedrigen Frequenzbereichen ist es mit dem des Menschen vergleichbar, in den mittleren und oberen Frequenzen ist es jedoch weit besser entwickelt. Katzen können in Bereichen bis zu 100 Kilohertz (hunderttausend Schwingungen pro Sekunde) hören, das entspricht dem Bereich der Geräusche, die z. B. Mäuse als wichtigste Beutetiere verursachen (12). Räumlich orientiert sich die Katze im Dunkeln über ihre Tasthaare. Sie sind einerseits als Schnurrhaare im Ober- und Unterlippenbereich ausgebildet (Vibrissen), Tasthaare befinden sich aber auch über den Augen und an den Unterarmen (2). Mit letzteren können sie Bodenerschütterungen z. B. von Beutetieren sowie Temperatur- oder Luftdruckveränderungen wahrnehmen.

Der Geschmackssinn ist an die Erfordernisse eines Beutetierfressers angepasst, Katzen können vor allem »Salziges«, »Bitteres« und »Saures« schmecken (13).

Weiterlesen: Verhalten
Quellen

Facebook Twitter You Tube E-Mail schicken

Kostenloser Newsletter

Immer über tagesaktuelle Entwicklungen, Hintergrundinformationen, Pressemitteilungen sowie über Tierrechts-Kampagnen und Mitmach-Aktionen informiert sein.

Jetzt Gratis-Infos bestellen »