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Abstammung der Katze

Der in Ägypten gefundene Katzentyp ähnelt im Körperbau stark der hellfarbigen afrikanischen Falbkatze Felis sylvestris lybica. Falbkatzen sind kleine schlanke Tiere mit schmalem Kopf, großen Ohren und langem, spitzen Schwanz. Die Farb- und Mustergebung ist vielgestaltig. Sie können gefleckt, quergestreift, oder fast ungemustert an Rücken und Seiten sein (2).

Es gibt mehrere Unterarten der Falbkatzen (Felis libyca libyca, Felis l. lynesi, Felis l. lowei und Felis l. ocreata). Die Zuordnung einzelner Individuen zu den Unterarten gestaltet sich teils schwierig; Körpergröße und Fellfärbung unterscheiden sich je nach Herkunftsort(9).

Über die Domestikation der einstigen Wildkatze lässt sich spekulieren. Sowohl über die systematische Zusammengehörigkeit der Katzen als auch über die Abstammung unserer »Hauskatzen« gibt es selbst unter den Spezialisten noch immer keine einheitliche, klare Auffassung (10). Aber neuere, molekularbiologische Untersuchungen nehmen an, dass die Katzen im Gebiet des »Fruchtbaren Halbmondes« (niederschlagsreiches Winterregengebiet nördlich der Syrischen Wüste bzw. im Norden der arabischen Halbinsel im Nahen Osten) domestiziert worden sind, etwa zu der Zeit der Sesshaftwerdung und Ackerbauentwicklung (11).

Bis auf die Funde von vor 9.000 Jahren, die auf Felis sylvestris lybica, also die afrikanische Wild- oder Falbkatze deuten, sind die Abstammungsverhältnisse uneindeutig. Sicher soll zumindest sein, dass die »Hauskatze« der Art Felis silvestris entstammt. Unklar ist nur, von welcher der zahlreichen Unterarten die Domestikation ihren Ausgang genommen hat. Vielleicht hat es vor Jahrtausenden nicht nur ein Ausgangszentrum der »Hauskatzen«-Entwicklung gegeben, sondern es kommen mehrere Unterarten der Art Felis silvestris als Ahnformen in Betracht (10).

Allein nach den Ägyptern ist davon auszugehen, dass die Römer Katzen mit sich nahmen und bei ihren Streifzügen durch Mitteleuropa verbreiteten und es dadurch zu Kreuzungen mit der mitteleuropäischen Wildkatze Felis sylvestris sylvestris gekommen sein könnte. Belegt ist, dass die Römer Katzen zum Schutz ihrer Vorräte mit sich führten (3).

Rein morphologisch sichtbar ist als möglicher einheimischer Waldkatzeneinfluss, dass die heutigen »Hauskatzen« im Vergleich zu den nordafrikanischen Falbkatzen massiger und kurzbeiniger sind (2). In Griechenland und Rom erwähnte man die Katze als hochgeschätzte Mäusevertilgerin allerdings erst vor 2.000 Jahren, in England erst vor 1.000 Jahren. Bei uns soll sie erst im 14. Jahrhundert nachgewiesen worden sein (10). 

Andere Quellen sprechen davon, dass die spätere »Hauskatze« zur Zeit der Karolinger (achtes bis zehntes Jahrhundert) nach Mitteleuropa gekommen ist (2). Der Prophet Mohammed soll die Katze zu seinem Lieblingstier ernannt haben, über den Islam wurde die Pflege und Zucht der Katze in Asien und Afrika verbreitet.

Wir sehen also, dass die Katze nicht nur aus Nützlichkeitserwägungen, sondern auch aus der religiösen Kultur in die menschliche Gemeinschaft aufgenommen wurde (2). Auf dem Hintergrund des Verständnisses von »Domestikation« als »Isolation von Wildtieren zur Züchtung der Art, um z. B. eine geringere Aggressivität gegenüber Artgenossen und Menschen zu erreichen, damit man die Art als Nutz- oder Heimtier halten kann«, kann man vermuten, dass das Zusammenleben zwischen Katze und Mensch seit mehr als 9.000 Jahren währt.

Ob es sich um echte Domestikation handelt, kann man nicht sagen. Jedenfalls hat die »Hauskatze« im Vergleich zur Wildkatze ein kleineres Gehirn, so dass vermutet wird, dass es sich bei der »Domestikation« nicht einfach nur um einen Anpassungsprozess der Tiere handelte, sondern auch über die Jahrtausende zumindest leichte genetische Veränderungen aufgetreten sein dürften. Genetische Mutationen haben auch die Farbe, das Haarkleid und die Wuchsform verändert (2).

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Quellen

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