Slideshow Image 1
Slideshow Image 2
Slideshow Image 3
Slideshow Image 4

Der Beagle

Der Name »Beagle« ist möglicherweise auf das altenglische Wort »begle«, dem keltischen »beag« oder dem französischen »beigh« zurückzuführen, die allesamt »klein« bedeuten. Der Beagle ist als kleiner »Begleit- und Jagdhund« gezüchtet worden. Er wurde ursprünglich in England als lauffreudiger »Meutehund« speziell bei der selbstständigen Treibjagd auf Feldhasen und Wildkaninchen eingesetzt.

Die Vorfahren des Beagle kommen ursprünglich aus Frankreich und wurden dann nach England exportiert (7). Einige Liebhaber vermuten, dass der Beagle wohl vom Harrier, einer alten englischen Hunderasse, und von altenglischen »Laufhunden« abstammt; andere Züchter sehen in einem der Vorfahren den Talbot (inzwischen ausgestorbene Hunderasse) und den »Southern Hound«, mit dem er einige anatomische Merkmale gemein hat (4).

In England beschäftigte man ihn bei der Kaninchen- und Hasenjagd (3). Es gibt Belege, wonach er bereits zuzeiten Heinrichs VIII. im 16. Jahrhundert in dieser Funktion eingesetzt worden ist (7). Als »Haushund« in Deutschland etablierte sich der Beagle erst in den 70er Jahren (5).

Da Beagles Jahrhunderte hindurch gezüchtet wurden, um sie in der Meute zu halten und zum Jagen einzusetzen, fühlen sie sich besonders wohl, wenn sie nicht als Einzelhund gehalten werden. Beagles sind bewegungsfreudig, erkunden gern Neues und brauchen viel Auslauf. Sie neigen aber dazu, ihr Jagdverhalten auszuleben. Mit etwa 40 Zentimetern Widerristhöhe gehören sie zu den kleineren Hunden und wiegen in der Regel zwischen 10 und 18 Kilogramm. In der Literatur wird der Beagle als verfressen bezeichnet, so dass er schnell mal mehr Kilogramm auf die Waage bringen kann. Sein Fell ist kurzhaarig. Diese Eigenschaften - allen voran sein freundliches Wesen - haben dazu geführt, dass er von Menschen als »Laborhund« missbraucht wird.

Hilfe für »Laborbeagles«

Es gibt seit einiger Zeit Vereine, die Beagles aus Laboren an Hundehalter vermitteln. Dabei sind die Tiere je nach ihrem Einsatz im Labor ein bis zwölf Jahre alt, wenn sie vermittelt werden, die meisten sind zwischen zwei und sechs Jahre alt. Die Unterschiede zu einem »normal« entwickelten Beagle hängen damit zusammen, dass ein »Versuchshund« nichts anderes kennengelernt hat als die Haltung im Labor und die Manipulationen an ihm.

Im Vergleich zu einem normal sozialisierten Tier hat der »Laborbeagle« zunächst einmal häufig Angst, da er während seines Lebens weder mit vielen Menschen, Kindern, Autos, anderen Tieren (außer Hunden) noch sonst irgendetwas in Berührung gekommen ist, was ein »normales« Zusammenleben von Mensch und Hund ausmacht. »Versuchshunde« kennen keine Wohnungshaltung und keine Spaziergänge. Rassetypische Besonderheiten (z. B. Jagdtrieb) sind weniger stark ausgeprägt (9).

Manche sind zunächst nicht stubenrein. Durch die mangelnde Bewegung sind die Tiere manchmal übergewichtig. Sie haben auch keine Laufkondition und es gibt Beagles, denen sprichwörtlich »die Hornhaut unter den Sohlen« fehlt. Einige Tiere haben eine Abneigung gegen die rechte Hand (»Fanghand«) des Halters, denn mit dieser Hand haben sie - wenn sie häufig eingefangen werden mussten - schlechte Erfahrungen gemacht (5).

Zwar kann es wunderschön sein, einem ehemaligen »Versuchstier« ein neues und hundegerechtes Leben zu ermöglichen, auch wenn dies für die Halter mitunter eine Herausforderung darstellt. Mit dieser Praxis werden die Institute, die die Versuche durchführen, jedoch auch von ihrer Verantwortung entlastet, die sie für die Hunde haben. Für die Labore ist es eine praktische und zudem kostengünstige Möglichkeit, die Tiere, die sie nicht mehr brauchen, loszuwerden. Alle Kosten, die der Hund in seinem künftigen Leben verursacht, trägt der neue Halter. Zumindest in finanzieller Hinsicht müssten sich die Verursacher - also die Versuchslabore - beteiligen. Dies ist bislang jedoch nicht geregelt.

Die Zucht von Beagles für Tierversuche

Die Tiere leben in Gruppen auf beheizten Betonböden. Häufig ist zwar ein kleiner umzäunter Auslauf vorhanden, Spaziergänge werden jedoch nicht mit ihnen unternommen. Weibliche Beagles werden als Gebärmaschinen ausgenutzt: Jede Hündin bekommt ein bis zwei »Würfe pro Jahr, und dies bis ins hohe Alter.


Selbst professionelle Hundezüchter, die im Verband für das Deutsche Hundewesen organisiert sind, nutzen ihre »Zuchthündinnen« weniger aus, da deren Richtlinien eine Altersbegrenzung sowie eine Begrenzung in der Zahl der Würfe vorschreiben. Auch alte »ausgediente« Tiere werden noch z. B. als Blutspender an die pharmazeutische Industrie verkauft (10).

Hinsichtlich der Zucht und Haltung von Hunden gilt in Deutschland die Tierschutz-Hundeverordnung, die z. B. »ausreichend Auslauf im Freien« vorschreibt sowie ausreichend Umgang mit der Betreuungsperson.

Für zehn »Zuchthunde« und ihre Welpen muss mindestens eine Betreuungsperson zur Verfügung stehen. Für die Zwingerhaltung sind in Abhängigkeit von der Größe des Hundes bestimmte Flächengrößen vorgeschrieben. Diese Verordnung gilt auch für die Zucht und Haltung von »Versuchshunden«. Abweichungen davon sind zulässig, wenn sie für den Versuchszweck »unerlässlich« sind. Dies muss nachgewiesen werden.

Weiterlesen: Tierversuchsstatistik
Quellen

Facebook Twitter You Tube E-Mail schicken

Kostenloser Newsletter

Immer über tagesaktuelle Entwicklungen, Hintergrundinformationen, Pressemitteilungen sowie über Tierrechts-Kampagnen und Mitmach-Aktionen informiert sein.

Jetzt Gratis-Infos bestellen »