Slideshow Image 1
Slideshow Image 2
Slideshow Image 3
Slideshow Image 4

Reicht nicht: Analyse von Tierversuchsdaten

Seit 2013 müssen Tierversuchsanträge eine sogenannte nichttechnische Projektzusammenfassung (NTP) enthalten, sagt die EU-Tierversuchsrichtlinie (2010/63/EU). Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt diese NTPs seit 2014 auf der Datenbank AnimalTestInfo (1) ein und macht sie so der Öffentlichkeit zugänglich. Das BfR, genauer das Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R), hat nun ein systematisches Analyseverfahren entwickelt und die knapp 5.300 NTPs, die in den Jahren 2014 und 2015 auf AnimalTestInfo eingestellt wurden, untersucht. Danach werden 80 Prozent der genehmigten Versuche für Humanerkrankungen (Krebs-, Herz-Kreislauf- und Nervensystemerkrankungen) gemacht. Diese Aussage ist nicht wirklich überraschend. Die Perspektive, die das Bf3R eröffnet, schon eher: Das Analyseverfahren kann gezielt Forschungsfelder für Alternativmethoden identifizieren.

Nach Auffassung von Menschen für Tierrechte darf die Arbeit des Bf3R nicht mit der wissenschaftlichen Veröffentlichung des Analyseverfahrens enden (2). Vielmehr beginnt die Arbeit des Bf3R jetzt mit der Anwendung der theoretischen, wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Praxis.

Wir erwarten vom Bf3R:

  • eine Konzentration auf die tierversuchsfreien Verfahren (das Bf3R nennt alle 3Rs, auch tierversuchsverfeinernde Verfahren)   
  • eine Benennung der tierversuchsfreien Methoden, die am dringlichsten zu entwickeln sind
  • eine Entwicklungsplanung dieser tierversuchsfreien Methoden, inklusive ihrer finanziellen Förderung
  •  und ganz wichtig:  eine Koordinierung der Entwicklung mit dem Abbauplan der Niederlande.

Hierzu ist Folgendes anzumerken: Der Abbauplan der Niederlande sagt, dass im Bereich der regulatorischen Tests als erstes der Ausstieg aus dem Tierversuch gelingen kann. Die Analyse des Bf3R wurde an NTPs der Grundlagen- und angewandten Forschung durchgeführt. In allen drei Bereichen fehlen tierversuchsfreie Methoden, die dringend entwickelt werden müssen aber eine Kooperation Deutschlands mit den Niederlanden und weiteren EU-Ländern ist unerlässlich. Denn, wie die Praxis zeigt, sind tierversuchsfreie Methoden aus dem regulatorischen Bereich teilweise auch in der Grundlagenforschung einsetzbar und man kann auf ihnen aufbauen, um die nötigen komplexeren Systeme zu entwickeln.

(1) www.animaltestinfo.de
(2) journals.plos.org

Facebook Twitter You Tube E-Mail schicken

Kostenloser Newsletter

Immer über tagesaktuelle Entwicklungen, Hintergrundinformationen, Pressemitteilungen sowie über Tierrechts-Kampagnen und Mitmach-Aktionen informiert sein.

Jetzt Gratis-Infos bestellen »