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Neue Kampagne: Sieh es mit ihren Augen

Trotz der Bekenntnisse der Politik*, dass Verfahren mit lebenden Tieren perspektivisch vollständig beendet werden, werden jeden Tag Versuche mit Tieren durchgeführt. Doch Tierversuche finden im Verborgenen statt. Die meisten Menschen haben keine Vorstellung davon, was die Tiere in solchen Versuchen ertragen müssen. Um für das Thema Tierversuche grundsätzlich zu sensibilisieren, haben wir gemeinsam mit unseren europäischen Partnerorganisationen die neue Kampagne „Sieh es durch ihre Augen“ (englisch: See it through their eyes) gestartet. Mit der Kampagne wollen wir dazu anregen, sich in die Lage eines Versuchstiers zu versetzen, um die Schmerzen und Ängste der Tiere wenigstens ansatzweise nachzuempfinden zu können.

Die folgenden drei vorgestellten Tiere stehen stellvertretend für eine Vielzahl an Tierarten, die in Tierversuchen „verbraucht“ werden. Sowohl Affen als auch Hunde und Kaninchen werden häufig in verschiedenen Tierversuchen verwendet. Alle drei Tierarten hatte unser Bundesverband in den vergangenen Jahren zum „Versuchstier des Jahres“ ernannt. Damit sollen Tierversuche an einer bestimmten Tierart öffentlich gemacht und die Situation der tierversuchsfreien Forschung aufgezeigt werden. Die auf den Bildern dargestellten Versuche sind nur jeweils ein Beispiel für die Tierversuche, in denen die Tiere eingesetzt werden.

1. Der Affe – Unser „Versuchstier des Jahres 2014“

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Die nahe Verwandtschaft der nichtmenschlichen Primaten zu uns Menschen ist der Grund dafür, dass besonders Affen für bestimmte Bereiche der biomedizinischen Forschung herangezogen werden. Weil Gehirn und Sinnesorgane des Affen entwicklungsbiologisch denen des Menschen sehr ähnlich sind, werden Affen in der neurobiologischen Grundlagenforschung eingesetzt. Mithilfe dieser Versuche soll herausgefunden werden, wie das Gehirn arbeitet. Dazu wird den Affen zunächst in einer Operation der Schädel aufgebohrt und ein Bolzen eingesetzt, der zur späteren Fixierung des Kopfes im sogenannten Primatenstuhl dient. In das Gehirn des Tieres werden Elektroden zur Messung der Hirnströme eingeführt, ein Draht ins Auge implantiert oder eine Spule in den Bindehautsack des Auges eingesetzt. Nachdem der Affe mit festgeschraubtem Kopf in einen „Primatenstuhl“ fixiert wurde, muss er stundenlang auf einen Monitor mit Bilderfolgen starren und Aufgaben „lösen“. Damit das bewegungsfreudige Tier gezwungen ist, mitzumachen, wird es künstlich durstig gehalten. In vielen Fällen stört die Tiere das eingebaute Implantat. Sie reißen den Fremdkörper heraus oder andere Affen spielen an dem Implantat des Artgenossen herum. Es können sich schmerzhafte Entzündungen bilden. Wenn die Tiere nicht in den Primatenstuhl wollen, werden sie mit Schlingen gefangen und reingesetzt. Es entsteht große Angst, weil sie hilflos dem Willen des Menschen ausgesetzt sind und sich nicht wirklich wehren können.

affeNur wenn der Primat die Aufgaben löst, bekommt er einige Tropfen Fruchtsaft „zur Belohnung“. Für die Durchführung der Aufgaben per Hebeldruck ist ein monatelanges Training der Tiere erforderlich. Nach Ablauf der Versuche werden die Tiere getötet und ihre Gehirne untersucht.

Weitere ausführliche Informationen zu Versuchen mit Affen finden Sie in unserer Rubrik "Versuchstier des Jahres".

 

2. Der Hund – Unser „Versuchstier des Jahres 2013“

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Seit Jahrtausenden ist der Hund dem Menschen ein treuer Begleiter. Das wird ihm zum Verhängnis: Im Tierversuch wird das sanfte Wesen vor allem des Beagles und des Foxhounds ausgenutzt. Beagles sind Meutehunde. Sie fühlen sich in der Gruppe besonders wohl. Sie sind bewegungsfreudig und erkunden gern Neues. All das wird den Hunden, die für den Tierversuch vorgesehen sind, vorenthalten: Die Tiere leben in Gruppen auf beheizten Betonböden. Weibliche Beagles werden als Gebärmaschinen (aus)genutzt. In erster Linie werden die Hunde in toxikologischen Untersuchungen und anderen Sicherheitsüberprüfungen eingesetzt, aber auch bei der Erforschung und Entwicklung von Medizinprodukten. Bei hoch toxischen Prüfsubstanzen, die sie schlucken oder einatmen müssen, kommt es vor, dass die Tiere unter Atemnot,  Lähmungen und  Krämpfen leiden. Teilweise werden die sanften Tieren durch die starken Schmerzen aggressiv oder fallen ins Koma.

beagleBei zahnmedizinischen Versuchen werden beispielsweise jungen Hunden Löcher in die Kiefer gebohrt oder Zähne gezogen und testweise ein Zahnimplantat eingesetzt. Die Hunde leiden unter heftigem Wundschmerz und Entzündungen. Am Ende des Versuchs werden die jungen Tiere getötet, um weitere Untersuchungen vorzunehmen. Weitere ausführliche Informationen zu Versuchen mit Hunden finden Sie in unserer Rubrik "Versuchstier des Jahres".

 3. Das Kaninchen – Unser „Versuchstier des Jahres 2015“

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Jedes Jahr sterben unzählige Kaninchen in deutschen Tierversuchslaboren - die meisten für die Humanmedizin. Sie sterben für die Entwicklung von Impfstoffen, Seren und Antikörpern, für die Herstellung und Qualitätskontrolle von Herzklappen, Stents, Hüftgelenken und Zahnimplantaten. Dafür müssen Kaninchen entgegen ihren Bedürfnissen ein tristes Dasein in viel zu kleinen Einzelboxen fristen. Bedürfnisse nach Geselligkeit mit Artgenossen, Raum und Bewegung, Scharren und Nagen können nicht befriedigt werden. Für die Produktion von Antikörpern werden die Tiere in einer Isolationsbox fixiert und ihnen bestimmte Substanzen (Antigene) mit einer Spritze injiziert. Danach wird ihnen Blut abgenommen. Damit die Tiere möglichst viele sogenannte Antikörper bilden, muss diese Prozedur mehrmals wiederholt werden. Um die Antikörperproduktion im Organismus des Tieres zusätzlich zu stimulieren, wird der Antigenzubereitung ein Hilfsstoff, das so genannte Freund-Adjuvans zugesetzt, das die Immunreaktion der Versuchstiere verstärken soll. Dies kann dazu führen, dass Teile des Gewebes gereizt oder gar zerstört werden.

kaninchen Die Tiere leiden unter schmerzhaften Entzündungsschmerzen und Fieber. Wenn sich die Tiere nicht länger für die Produktion von Antikörpern verwenden lassen, werden sie durch Entbluten getötet. So werden sogar noch aus dem letzten Blut der Tiere Antikörper gewonnen. Weitere ausführliche Informationen zu Versuchen mit Kaninchen, finden Sie in unserer Rubrik "Versuchstier des Jahres".

 

Unterstützen Sie unsere Arbeit im Kampf gegen Tierversuche. Wir kämpfen für einen Paradigmenwechsel „weg vom Tierversuch - hin zu tierversuchsfreien Verfahren“. Hier haben wir zwar schon einige Erfolge im Sinne der Tiere erkämpfen können, aber wir sind noch nicht am Ziel. Helfen Sie uns. Lassen Sie uns gemeinsam für eine Zukunft ohne Tierversuche und für eine moderne Wissenschaft eintreten.  

* Wortlaut des Erwägungsgrundes 10 der EU-Tierversuchsrichtlinie (2010/63/EU)
In der EU-Tierversuchsrichtlinie wird klar das Ziel formuliert, Verfahren mit lebenden Tieren für wissenschaftliche Zwecke und Bildungszwecke vollständig zu ersetzen, sobald dies wissenschaftlich möglich ist.

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