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Glyphosat weiter zugelassen

Am Montag, den 27.11.17 stimmten 28 EU-Staaten im Brüsseler Berufungsausschuss über eine weitere Zulassung von Glyphosat ab. Da sich Agrarminister Christian Schmidt (CSU) für eine Zulassung aussprach, darf das höchst umstrittene und meistverkaufte Pestizid der Welt weitere fünf Jahre in der EU eingesetzt werden. Wozu unterschiedliche Ansätze von Datenerhebungen führen können wird an der gut 40-jährigen Prüfhistorie von Glyphosat deutlich.

WHO: Glyphosat potenziell krebserregend
Glyphosat begegnet uns auf Wiese und Acker, in Lebensmitteln und Muttermilch. Kein Grund zur Sorge, denn bekanntlich macht die Dosis das Gift, sagen die EU-Länder. Auf der Grundlage tierexperimenteller Ergebnisse, humaner Zellkulturen und epidemiologischer Studien stuft die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO (IARC) den Unkrautvernichter als Substanzformulierung in hohen Dosierungen als potenziell krebserregend für den Menschen ein. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beurteilen die reine Wirksubstanz bei niedrigeren Dosierungen und erkennen keine (Krebs)-Gefahr für den Menschen. Die Bewertungen der Substanzformulierungen bleiben den Mitgliedstaaten überlassen.

Humanstudien: Signifikant höhere Krebsrisiken
Gleichzeitig gibt es Humanstudien, die signifikant höhere Krebsrisiken dokumentieren, aber es gibt auch solche, die das Risiko verneinen. Das ist möglicherweise erklärbar, denn epidemiologische Studien sind oft widersprüchlich, u.a. deshalb, weil jeder Mensch, der betrachtet wird, eine mehr oder weniger unbekannte Vorgeschichte hat.
Die Gefährlichkeitsbeurteilung von Glyphosat beruht maßgeblich auf Tierversuchen, die der Hersteller Monsanto durchgeführt hat. Auch andere haben tierexperimentelle Studien vorgelegt, einige davon wurden von Monsanto finanziert. Alles in allem zeigt der Vorgang um Glyphosat die Fehlerfortpflanzungsgeschichte innerhalb eines brüchigen Systems, ausgehend von der Gefahr- und Risikoabschätzung tierexperimenteller Ergebnisse in Kombination mit wirtschaftlichen und politischen Interessen.

Ziel: Aussagefähige humanspezifische Methoden
Die für den Menschen risikoreiche Methode Tierversuch wird irgendwann durch aussagefähige humanspezifische Methoden ersetzt werden können. Die ebenfalls risikoreiche Kombination aus wirtschaftlichen und politischen Interessen bleibt erhalten, denn sie ist systemimmanent. Bestes Beispiel dafür ist das Abstimmungsverhalten Deutschlands zu Glyphosat. Warum hat der geschäftsführende Bundesminister Schmidt (CSU) in Brüssel der Verlängerung der Pestizidzulassung eigenmächtig zugestimmt? Bundesministerin Hendricks war dagegen, weshalb eine Enthaltung Deutschland politisch korrekt gewesen wäre. Durch Schmidts Alleingang vergiftet Glyphosat nun auch noch die Koalitionsstimmung der SPD.
Fazit: Die schnellstmögliche Entwicklung praxisreifer tierversuchsfreier Methoden ist das beste Mittel um Mensch, Tier und Umwelt zu schützen. Genau daran arbeitet unser Bundesverband.

Wer Lust hat, tiefer in die Glyphosat-Dramatik einzutauchen findet hier Lesestoff:
www.spektrum.de
www.iarc.fr
monographs.iarc.fr
www.efsa.europa.eu
www.efsa.europa.eu/en/efsajournal 
www.greenfacts.org/de/glyphosat-krebs

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