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Was bringt das Vermarktungsverbot?

Am Montag, den 11. März 2013, trat die letzte Stufe des EU-weiten Vermarktungsverbots für Kosmetik, die in Tierversuchen getestet wurde, in Kraft. Wir berichteten über diesen Erfolg in einem Sondernewsletter, denn dies hat es bislang noch nie gegeben: Verbotsregeln für Tierversuche, die in Kraft treten, selbst wenn noch keine Ersatzverfahren vorhanden sind.

Durch das Verbot entsteht nun Druck auf Wissenschaft, Kosmetikindustrie und Politik, die fehlenden tierversuchsfreien Methoden zügig zu entwickeln. Die Verbotsregelung, die seit 2003 in Kraft ist, hat bereits in den letzten Jahren zur beschleunigten Entwicklung neuer Verfahren geführt.

Viele fragen sich nun: "Kann ich nun jede Kosmetik bedenkenlos kaufen?" Denn das Verbot ist zwar ein großer Erfolg, es garantiert jedoch keine komplett tierversuchsfreie Kosmetik. Warum? Es trifft nur für Substanzen zu, die ausschließlich in Kosmetikprodukten verwendet werden. Für Substanzen, die auch in anderen Bereichen wie z. B. der Industrie eingesetzt werden, gilt die Testung nach dem Chemikalienrecht, das Tierversuche zulässt, sofern es keine tierversuchsfreien Verfahren gibt.

Dennoch ist die Durchsetzung des Verbots ein wichtiger Erfolg, weil so Druck aufgebaut wird, damit die fehlenden Verfahren zügig entwickelt werden. Da diese Methoden auch zur Prüfung von Chemikalien eingesetzt werden, reduzieren sich so auch die Tierversuche in diesem Bereich. Das verkleinert auch im Laufe der Zeit das Schlupfloch des Datenaustauschs. Das Vermarktungsverbot ist außerdem ein wichtiges Signal für die Schwerpunktverlagerung vom Tierversuch auf tierversuchsfreie Verfahren und zur Bewertung der Sicherheit von Substanzen.

Darüber hinaus hat das Verbot internationale Auswirkungen: Die Aufnahme der tierversuchsfreien Methoden in die internationalen Prüfvorschriften (z.B. die OECD Testguidelines) bedingt, dass eine Verlagerung von Tierversuchen in Drittländer ins Leere läuft. Das Vermarktungsverbot setzt damit Anreize für Drittstaaten, mit Europa an einem Strang zu ziehen und in tierversuchsfreie Methoden zu investieren. Denn sonst können sie ihre Kosmetikprodukte in der EU nicht vermarkten. So wird das Anliegen in alle Erdteile getragen und bleibt nicht nur auf die EU beschränkt.

Um weitere Fragen zum Verbot zu beantworten, haben wir für Sie „FAQs zum Kosmetikverkaufsverbot“ zusammengestellt unter: www.tierrechte.de

Sehen Sie dazu auch den SWR-Beitrag „Tierversuche: Bei Kosmetik endgültig verboten“, in dem auch die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Christiane Baumgartl-Simons zu Wort kommt unter: swrmediathek.de

Zwei ausgewählte Artikel zum Verbot, das eine erfreulich große Medienresonanz nach sich zog, finden Sie hier:
www.biotechnologie.de und zeit.de.
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