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Datenbank Tierversuche

Eine wesentliche Errungenschaft der EU-Tierversuchsgegner beim harten Novellierungskampf der EU-Tierversuchsrichtlinie war, Tierversuche öffentlich einsehbar zu machen. Dieses Vorhaben ist in einem ersten wesentlichen Schritt gelungen. Die neue EU-Tierversuchsrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, Informationen zu genehmigten Tierversuchen für jedermann zur Verfügung zu stellen.

Deutschland stellte ab November 2014 die sogenannten nicht-technischen Projektzusammenfassungen (NTP) der genehmigten Tierversuche in einer Datenbank online, die das Bundesinstitut für Risikobewertung entwickelt hat. Die NTP ist Bestandteil jedes Tierversuchsantrags. Sie wird vom Antragsteller verfasst und von der Genehmigungsbehörde innerhalb von drei Monaten an das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) übermittelt. Dieses stellt die Informationen innerhalb von 12 Monaten in der öffentlichen Datenbank online. Die Datenbank startete mit Tierversuchen, die ab August 2013 genehmigt wurden. Die NTP enthält Informationen zum Ziel des Versuchs (Forschungszweck), zur Art und Zahl der Tiere, zu den Belastungen und Schäden, die den Tieren zugefügt werden und zu der sogenannten Unerlässlichkeit (Nutzen) aus Sicht des Antragstellers. 

-> Hier geht es zur Datenbank AnimalTestInfo des Bundesamtes für Risikobewertung

Unsere Kritik: Ergebnisse der Tierversuche bleiben im Dunkeln
Die hinzugewonnene Transparenz durch die Datenbank ist zwar erfreulich, doch es wurde versäumt, der Öffentlichkeit wirklich aussagekräftige Informationen zugänglich zu machen. Denn die NTP-Einstellungen werden nicht korrigiert, sofern nach Versuchsende festgestellt wird, dass die vorausblickenden Angaben zum beantragten Tierexperiment so nicht eingetroffen sind.
Wurde das Versuchsziel erreicht? Welchen tatsächlichen Belastungen wurden die Tiere ausgesetzt? Das sind elementare und legitime Fragen einer Gesellschaft, die den Tierschutz zum Staatsziel erhoben hat. Auch aus wissenschaftlicher Sicht bleibt es unverzeihlich, dass diese Angaben im Verborgenen gebunkert und der Öffentlichkeit verschwiegen werden. An dieser Stelle fällt das Stichwort „retrospektive Bewertung“, ebenfalls ein Verhandlungserfolg der Tierversuchsgegner bei der Novellierung der EU-Tierversuchsrichtlinie. Zwar ist es uns nicht gelungen, diese rückblickende Analyse für alle Tierversuche durchzusetzen, aber immerhin für Experimente, die an Affen durchgeführt werden oder mit schweren Leiden einhergehen. Außerdem ist die Genehmigungsbehörde in Einzelfällen berechtigt, eine retrospektive Bewertung anzuordnen.

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