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Tierversuche: Wo sind die Mäuse hin?

12.01.2016 Wo sind die Mäuse hin? Nachlese zu einer aufsehenserregenden Studie

Leitmedien wie Spiegel und die ZEIT publizierten unlängst die Ergebnisse einer Übersichtsarbeit der Charité Berlin. Danach „verschwinden“ in der Grundlagenforschung und in vorklinischen Studien Versuchstiere aus dem Versuch. Sie werden in die statistischen Auswertungen nicht einbezogen. Hunderte Schlaganfall- und Krebsstudien mit Versuchstieren seien mangelhaft. Zu geringe statistische Fallzahlen verfälschen bekanntermaßen die Studienergebnisse.

-> Hier können Sie die Artikel im Spiegel und in der ZEIT nachlesen.

Die Problematik mit statistischen Fallzahlen ist jedoch nicht neu. Neu ist, dass die altbekannte Tatsache in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift jetzt publiziert wurde. Es ist ein „offenes Geheimnis“, dass die Tierzahl für ein Versuchsprojekt oftmals unzureichend statistisch abgesichert wird, weil der Experimentator zuvor nicht ausreichend biometrische Expertise eingeholt hat. Hinzu kommt der Umstand, dass nur positive Versuchsergebnisse publiziert werden (können). Eine unwissenschaftliche Praxis, denn es kommt zu einer Verzerrung der Resultate. Mit gefährlichen Folgen für den Menschen, wenn klinische Versuche darauf aufbauen. Denn möglicherweise haben Speziesunterschiede der Tiere zu ihrem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Versuch geführt.

Die Veröffentlichung der Charité Berlin zeigt uns, wie wichtig die rückblickende Bewertung aller Tierversuche  ist. So könnten sehr schnell „zurechtgebogene“ tierexperimentelle Ergebnisse enttarnt werden. Unser Bundesverband Menschen für Tierrechte hat sich mit seiner Forderung nicht durchsetzen können, diese rückblickende Bewertung für Tierversuche generell einzuführen. Sie erfolgt lediglich nach einem Einsatz von Primaten und bei schwer belastenden Tierversuchen. Aber was ist mit all den anderen Tieren? Die rückblickende Bewertung ist öffentlich nicht zugänglich. Auch das ist ein schwerer Fehler des Gesetzgebers. Insgesamt führt diese Vertuschungsstrategie zu immensem Tierleid und zur Unredlichkeit der Wissenschaft.

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