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Aktiv gegen Patente auf Schimpansen

Das Europäische Patentamt (EPA ) hat im Jahr 2012 drei Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen erteilt, zwei davon für die US-Firma Intrexon, die ausdrücklich Tiere wie Mäuse, Ratten, Kaninchen, Katzen, Hunde, Rinder, Ziegen, Schweine, Pferde, Schafe, Affen bis hin zu Schimpansen als ihre Erfindung beansprucht. Ein weiteres Patent erhielt die US-Firma Altor BioScience, gegen das ebenfalls bereits ein Einspruch eingelegt wurde.

Die Tiere sollen für die Pharmaforschung genutzt werden. Derartige Patente können einen kommerziellen Anreiz bedeuten immer mehr Tierversuche durchzuführen – sogar mit Menschenaffen wie Schimpansen. Die Organisation Testbiotech hat zusammen mit dem Bundesverband Menschen für Tierrechte und weiteren Tierschutzorganisationen Anfang März 2013 Einsprüche gegen alle drei Patente beim Europäischen Patentamt einlegt.

Patente auf Schimpansen sind ethisch nicht vertretbar

Es gibt keine Rechtfertigung für derartige Patente. Sie dienen nicht der Förderung des medizinischen Nutzens, sondern nur der Vermarktung von Versuchstieren. Die Manipulation von Schimpansen mit menschlichen Genen ist ethisch nicht vertretbar und darf nicht noch durch Patente gefördert werden. Die Tierschutzorganisationen fordern deswegen mehr Respekt im Umgang mit Tieren, den Stopp von deren Patentierung und den Widerruf der Patente auf Schimpansen. Die Patente stellen eine neue Entwicklung dar. Die Synthetische Biologie erlaubt weitreichende Veränderungen großer Abschnitte des Erbguts von Tieren. Mit der Erteilung von Patenten wird ein Geschäft daraus gemacht, das Erbgut von Menschenaffen umzuprogrammieren. Zudem schaffen die Patente Anreize, aus kommerziellen Interessen Tierversuche durchzuführen.

Brief an Investoren: Patente auf Menschenaffen stoppen!

In einem gemeinsamen Schreiben, am 21. November 2013, wandte sich der Bundesverband und weitere Tierschutzorganisationen an Investoren, die bei Firmen Kapital angelegen, die Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen angemeldet haben. In dem gemeinsamen Brief heißt es sinngemäß: „Bitte helfen Sie mit, Patente auf Tiere und insbesondere auf Menschenaffen zu stoppen. Patente auf Tiere bieten einen finanziellen Anreiz, Tiere zu manipulieren und zu vermarkten, um kommerzielle Interessen zu bedienen. Derartige Patente sollten international geächtet werden. Nehmen Sie mit den genannten Firmen Kontakt auf und fordern Sie klare ethische Standards ein.“ Die Organisationen forderten die Firmen Altor Bioscience (USA), Bionomics (Australien) und Intrexon (USA) dazu auf, ihre Patentansprüche auf Schimpansen und andere Tiere zurückzuziehen und keine derartigen Patente mehr anzumelden.

Weitere Patentanträge liegen bereits vor

Wie Recherchen am Europäischen Patentamt (EPA) in München zeigten, wurden diesen Firmen bereits fünf Patente erteilt, in denen gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Tiere als Erfindung beansprucht werden. Über ein Dutzend weiterer ähnlicher Patentanträge liegen dem EPA bereits vor. Die Investoren werden in dem Aufruf aufgefordert, für klare ethische Standards zu sorgen. Zu den etwa 40 Investoren der Patentinhaber zählen auch Institutionen wie die HSBC-Bank, UBS, JP Morgan, Citcorp und BNP Paribas.

Präzedenzfall war die sogenannte Krebsmaus

Insgesamt hat das Patentamt bereits über 1000 Patente auf Tiere erteilt. Der Präzedenzfall wurde 1992 mit der sogenannten Krebsmaus geschaffen. Auch auf Menschenaffen gibt es schon mehrere Patente. 2010 erhielt die Firma Bionomics ein Patent auf gentechnisch veränderte Schimpansen, die an Epilepsie leiden (EP1852505). Versuche an Menschenaffen unterliegen international, insbesondere auch in der EU, strengen Restriktionen. Einige EU-Länder haben Versuche an Menschenaffen bereits verboten, die EU Richtlinie 2010/63/EU sieht sehr hohe Hürden für diese Versuche vor. Die Tierschutzorganisationen warnen davor, dass dieses Patent in den 38 Mitgliedsstaaten des Europäischen Patentamts Anreize dafür schaffen kann, aus kommerziellen Interessen Tierversuche durchzuführen.

Hier lesen Beispiele für das gemeinsame Schreiben vom 21. November 2013 an die Investoren, die bei Firmen Kapital angelegen, die Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen angemeldet haben:

 Bitte mitmachen: Einspruch gegen Patent auf Schimpansen

Keine Patente Die Unterzeichner fordern mehr Respekt im Umgang mit Tieren, den Stopp von deren Patentierung und den Widerruf der Patente auf Schimpansen. Hier können Sie die Petition mitzeichnen:
www.testbiotech.de

 

 

 

 

Weitere Pressemitteilungen zu diesem Thema:

21. November 2013: Appell an internationale Investoren: Stoppen Sie Patente auf Schimpansen!

03. Mai 2013: Keine Manipulation von Schimpansen mit künstlichem Erbgut!

07. März 2013: Einspruch gegen Patent auf „menschliche Affen“ - Breites Bündnis geht erneut gegen Patente auf Schimpansen vor

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