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Tierschutzwidrige Zustände im Hundezwinger

Tierschutzwidrige Zustände im "Zwinger vom Evaschacht" in Steuden. Der gewerblich betriebene Hundezwinger von Uwe Stierand liegt im Zuständigkeitsbereich des Veterinäramtes Merseburg (Landratsamt Saalekreis).

Hier werden Irish-Red-Setter, kleine Münsterländer und Beagle gezüchtet. Für diese Zucht muss das Veterinäramt eine Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz (§ 11 TierSchG) erteilten.

Voraussetzung zum Erhalt dieser Erlaubnis ist, dass die Anforderungen des Tierschutzgesetzes und speziell der Tierschutz-Hundeverordnung vom 2. Mai 2001 eingehalten werden. Außerdem muss zumindest eine Person gegenüber dem Veterinäramt ihre Tierschutz-Sachkunde nachgewiesen haben.

Jahrelange Einwände des Tierschutz Halle blieben ohne Erfolg
Nach Zeugenaussagen von Käufern, Besuchern und Tierschützer lagen in dem Hundezwinger Tatbestände vor, die ein sofortiges Einschreiten der Behörde erforderlich gemacht hätten. Die Hunde hätten umgehend anderweitig tierschutzkonform untergebracht werden müssen. Warum? Die Zwingeranlagen waren weder wind- noch regengeschützt, die Hütten defekt und Fütterung sowie Pflege der Hunde war aufgrund finanzieller Not des Zwingerbetreibers nicht sichergestellt. Von 1994 bis 2011 hatte der Tierschutz Halle e.V. deshalb das Veterinäramt Merseburg (Frau Dr. Starke, Frau Dr. Meyer) und den Landrat des Saalekreises (Herrn Bannert) in vielen Schreiben über die rechtswidrigen Zuständen im Zwinger informiert und die Abstellung der Mängel eingefordert. Ohne jeden Erfolg! Auch die Beschwerde über die Untätigkeit beim Landesverwaltungsamt Halle Abteilung Veterinärangelegenheiten (Dr. R. Stehmann) brachte nichts.

Alarmierende tierschutzwidrige Umstände
Der Betreiber der Hundezucht Uwe Stierand kündigte für den 30.01.2011 eine Versteigerungsaktion der Welpen aus seinem Zwinger an. An diesem Tag konnte Folgendes festgestellt werden: Die Zwinger waren verdreckt, weder wetterfest noch windgeschützt. Für jeweils zwei Hunde stand nur eine Hütte zur Verfügung. Das Wasser in den Näpfen war eingefroren, die Steinfußböden nur wenig mit Stroh bedeckt. Alle Hunde zitterten vor Kälte. Ein Muttertier war mit ihren Welpen in einer Art Verschlag ohne Licht untergebracht. Etliche Hunde zeigten auffällige Verhaltensweisen (Apathie, Menschenscheue).

Ob die jahrelangen Einwendungen des Tierschutz Halle beim Veterinäramt über die tierschutzwidrige Haltung der Hunde dann doch zu Tierschutzauflagen für den Zwingerbetreiber geführt haben, hat der Tierschutz Halle e.V. nie erfahren. Denn die Akteneinsicht ist nur den Beteiligten am Verfahren zu gestatten, der Tierschutz Halle e.V. ist aber aus rechtlicher Sicht kein Verfahrensbeteiligter.

Was hätte die Tierschutz-Verbandsklage hier geändert?
Der Tierschutz Halle hätte als anerkannter Verein dem Veterinäramt frühzeitig die rechtswidrigen Zustände in der Zwingeranlage gemeldet. Er hätte die umgehende anderweitige Unterbringung der Hunde verlangt sowie den Entzug der Erlaubnis zum Betreiben des Zwingers (nach § 11 TierSchG). Wäre das Veterinäramt diesen Einwendungen vom Tierschutz Halle e.V. nicht nachgekommen, so hätte der Verein vor Gericht auf Durchsetzung geltenden Tierschutzrechts durch das Veterinäramt klagen können. Das Veterinäramt hätte also nicht nur die Klage des Zwingerbetreibers gegen die Tierschutzauflagen des Veterinäramtes fürchten müssen, sondern ebenso die Klage des Tierschutzvereins gegen die Untätigkeit des Veterinäramtes. 

Lesen Sie hier ein weiteres Beispiel für die Notwendigkeit der Tierschutz-Verbandsklage: Dem Brand in Schweinmastanlage in Teutschenthal. In der Schweinemastanlage starben bei einem Großbrand 2.400 Schweine, darunter 1.000 Ferkel.

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