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Der Menschenaffe im Tierversuch

Die Zeit, in der in Europa Menschenaffen – überwiegend Schimpansen –  in Tierversuche mussten, gehört der Vergangenheit an. In Deutschland waren Menschenaffen-Versuche vor Inkrafttreten der aktuellen EU-Tierversuchsrichtlinie 2010/63/EU erlaubt, sind jedoch seit 1991 nicht mehr praktiziert worden. Laut EU-Statistik werden EU-weit seit 2002 keine Menschenaffen mehr im Versuch eingesetzt. Im Gegensatz zu Deutschland waren Versuche an Menschenaffen in einigen EU-Ländern, wie in den Niederlanden, Österreich und Schweden, bereits vor Inkrafttreten der Richtlinie verboten. Großbritannien erklärte 1997 eine medizinische Forschung mit ihnen für „unethisch“.


Die EU-Tierversuchsrichtlinie 2010/63/EU gewährt Menschenaffen ein höheres Schutzniveau als anderen Affenarten, hat aber kein ausnahmsloses Experimentier-Verbot festgesetzt. In Artikel 8 (3) heißt es dazu: „Ungeachtet der Absätze 1 und 2 dürfen Menschenaffen vorbehaltlich der Anwendung der Schutzklausel nach Artikel 55 Absatz 2 nicht in Verfahren verwendet werden.“ Artikel 55 Absatz 2 ermöglicht Ausnahmen für den Einsatz von Menschenaffen in Versuchen. Nämlich wenn diese Tierversuche der Erhaltung der Art (z. B. Schimpanse selbst) dienen oder Fragen klären sollen, die im Zusammenhang mit lebensbedrohlichen bzw. zur Entkräftung führenden Erkrankungen des Menschen stehen. Mit Inkrafttreten der Tierversuchsrichtlinie 2010 gaben Primatenforscher in Interviews vor, dass z. B. Ebola-Epidemien den Einsatz von Menschenaffen erforderten, deshalb sei die Ausnahmeregelung von Bedeutung. Seit Inkrafttreten mussten aber bislang keine Menschenaffen in den Versuch. Vielmehr ist bekannt: Jahrelang haben Forscher bestimmte Infektionskrankheiten an Schimpansen erforscht, zum Beispiel HIV. Diese Forschung hat jedoch nicht zur Heilung geführt.

Infizierte Menschenaffen
in diesem Zusammenhang sind die „Baxter-Affen“ zur traurigen Berühmtheit gelangt. Es sind 44 Schimpansen, 40 Paviane und Rhesusaffen der Firma Immuno International AG mit Sitz in Österreich, die 1996 vom amerikanischen Konzern Baxter aufgekauft wurde. Mit dem Erwerb gingen auch die Affen auf den neuen Eigentümer über. Darunter waren 14 Schimpansen, die mit HIV und Hepatitis infiziert waren, jedoch keine Symptome zeigten. Baxter finanziert alle Tiere dauerhaft. Sie leben jetzt auf dem Gelände des ehemaligen Safariparks im niederösterreichischen Gänserndorf, das heute von der Tierschutzorganisation Gut Aiderbichl geführt wird.
Als in den Niederlanden das Tierversuchsverbot für Menschenaffen durchgesetzt wurde, gab das niederländische Primatenzentrum in Rijswijk 2004 seine Schimpansenhaltung auf. Auch diese Menschenaffen waren mit HIV oder Hepatitis C infiziert. Die niederländische Stiftung „Stichting Aap“ hat eine Auffangstation für Versuchsaffen eingerichtet und diese Schimpansen aufgenommen.

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