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Augenzeugenbericht: Tierleid auf einer Nerzfarm

»Beißender Gestank hängt in dichten Schwaden über der Nerzfarm; ein widerlicher Duft-Verschnitt aus Jauchegrube, Raubtierzwinger und Hausmüllkippe, der sich auf die Lungen legt und den Magen umzudrehen droht. Es ist der Geruch von Tierquälerei, das macht schon der erste Blick in einen der langgestreckten Käfigschuppen deutlich: Die beiden Reihen von Drahtgehegen, die etwa einen halben Meter über dem Boden aufgehängt sind, bieten ein Bild unglaublicher Verwahrlosung.

Die Drahtmaschen sind total verfilzt, mit Exkrementen und Futterbreiresten verkrustet. Fingerlange Zöpfe aus haarigem Unrat baumeln wie Bartflechten unter den Käfigen, hängen bis in die Spitzkegel der Kothaufen unten am Boden, deren höchste Stalagmiten die Drahtböden der Gehege berühren.

In den herzförmigen Aluminiumtrinknäpfen schwimmen grüne Algenfladen oder schwärzliches Moddergelee und auf dem Gummiförderband, das den Urinmorast im Mittelgang überdeckt, werfen Exkrementpfützen Blasen. In den Käfigen der 5 Schuppen vegetieren zwischen Kot und Unrat etwa 1000 Nerze dahin, sauberkeitsliebende Marderverwandte mit überaus empfindlichem Geruchssinn. (...)

Ein hellbrauner Nerz hat die Nacht im Augiasstall nicht überlebt. Er liegt wie hingegossen auf dem kotverkrusteten Gitter. Aus seinem Mund lugt ein spitzes Zähnchen. Direkt nebenan turnt ein anderes Tier über eine zweite Leiche hinweg, rotiert wie ein überdrehtes Spielzeug in ewig gleicher neurotischer Sprungfolge durch den Käfig.

Ein paar Schritte weiter schläft ein Nerz auf dem Gitterboden seiner Zelle. Seinen »Nistkasten« kann er nicht benutzen: Das rund 30 cm hohe und 20 cm breite Holzviereck ist bis zum Rand mit Exkrementen gefüllt. Gegenüber jagen und beißen sich 7 praktisch ausgewachsene Tiere in einem Drahtgatter, das kaum breiter ist als ein Papiertaschentuch.

An der Stirnseite des Schuppens, wo unter dem Farmzaun ein großer Fäkaliensee gärt und gelbgrüne Rinnsale in den vorbeifließenden Bach schickt, steht ein Käfig, darin schlägt ein ausgewachsener weißer Nerzrüde psychotische Kapriolen. Sein Fell hat Kahlstellen, die wie mit dem Rasierapparat geschoren aussehen, und sein Schwanz ist ein nackter roter Stummel.«

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