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Stellungnahme des Bundesverbandes zum Klonen von Tieren

Für Produkte von geklonten Tieren besteht keinerlei Notwendigkeit. Diese Technik ist mit einem erheblichen Tierverbrauch sowie mit Schmerzen, Leiden und Schäden bei vielen geklonten Tieren verbunden. Durch Klonen beeinflusst der Mensch die genetische Identität eines Individuums nach für ihn zweckdienlichen Kriterien und verletzt damit dessen Rechte, Eigenwert und Würde.

Auch die EU-Ethikgruppe EGE sieht derzeit keine Gründe, die für die Produktion von Lebensmitteln geklonter Tiere sprechen (siehe auch »Stellungnahme der Ethikgruppe der EU«).


Der Bundesverband erinnert daran, der Lissabonvertrag der EU auch den Schutz der Tiere enthält und Tiere als fühlende Wesen anerkennt. Dies muss die EU bei der Frage der Zulassung bzw. Kennzeichnung von Produkten von geklonten Tieren beachten.

Im Einzelnen lehnt der Bundesverband Menschen für Tierrechte das Klonen von Tieren aus folgenden Gründen ab:

Klonen nicht im Interesse der Tiere

Ziel des Klonens ist die wirtschaftliche und stabile Produktion identischer Tiere, die eine besonders hohe »Milch-« oder »Fleischleistung« haben oder andere besondere und profitträchtige Eigenschaften haben (wie z. B. die Erzeugung und Ausscheidung bestimmter Proteine in der Milch). Diese Eigenschaften können das Ergebnis gentechnischer Veränderung der betreffenden Tiere sein. Sowohl die Genmanipulation als auch die Vermehrung durch Klonen geschehen nicht im Interesse der Tiere, sondern »dienen« menschlichen Zwecken. Tiere sollen in noch größerem Maß für vermeintliche oder tatsächliche Bedürfnisse des Menschen (aus-) genutzt werden. Überdies sind handfeste finanzielle Interessen im Spiel, und es werden große Erwartungen an die Vermarktung der Produkte geknüpft.

Mehr genmanipulierte Tiere durch Klonen

Das Klonen von Tieren könnte die gentechnische Veränderung von Tieren in erheblichem Umfang vorantreiben. Die zum Teil schlechten Ergebnisse der stabilen Vermehrung durch Zucht bei genmanipulierten größeren Tieren wie Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen sollen durch Klonen kompensiert werden. Dies kann zu einer Zunahme der Erzeugung von gentechnisch veränderten Tieren beitragen.

Schmerzen, Leiden und Schäden bei Tieren

Bislang stellt das Klonen von Tieren einen enormen Verbrauch von Leben dar, denn die allermeisten der durch Zellkerntransfer erzeugten Klone überleben diese Prozedur nicht. Nur in wenigen Prozent von Tausenden Versuchen werden lebende Klon-Tiere geboren. 95 bis 99,5 Prozent der geklonten Embryonen leiden unter Missbildungen oder sterben ab. Diese weisen häufig Missbildungen der inneren Organe, Probleme mit der Atmung sowie eine gesteigerte Krankheitsanfälligkeit auf. Klonen beinhaltet außerdem immer auch Manipulationen und Operationen an Tieren zum Gewinnen der Eizellen, Implantieren der Embryonen oder Gebären durch Kaiserschnitt. Dadurch können Schmerzen, Leiden und Schäden oder auch Stress für die Tiere entstehen.

Ethische Gründe

Auch aus ethischen Gründen ist das Klonen von Tieren abzulehnen. Durch Klonen wird die genetische Identität eines Individuums gezielt bestimmt und nach dem Menschen zweckdienlichen Kriterien festgelegt. Dies geschieht in einem Maß, wie es durch konventionelle Züchtung nicht möglich ist und bedeutet eine Verletzung des Eigenwertes und der Kreaturwürde. Noch weitgehender als bisher werden Tiere zu bloßen Nutzungsobjekten degradiert.

Verlust der genetischen Vielfalt

Wenn sich die Techniken zum Klonen von Tieren durchsetzen, wird dies zu einer Einschränkung der genetischen Vielfalt führen. Schon heute sind durch die weit verbreitete Anwendung der Reproduktionstechnologien bei Tieren etliche Haustierrassen ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Dieser Trend wird durch Klonen verstärkt.

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