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Gutes Tier – Böses Tier

Viele Jäger verstehen sich als Tierschützer, die mit erheblichem finanziellen und zeitlichen Aufwand durch »Hege« Gutes für die Tiere tun. Im Gespräch wird eines zumindest schnell deutlich: Es gibt »gute«, zumeist verzehrbare Tiere, wie z. B. Rotwild, die in erheblichem Umfang »gehegt« werden und »böse« Tiere, wie die meisten unserer Beutegeifer, die »kurz gehalten« und »reguliert« werden müssen.

Auf den Tierschutz bei der Jagd angesprochen, wird von Jägerseite auf die Verpflichtung zur »Weidgerechtigkeit« (§ 1 Bundesjagdgesetz) hingewiesen, in der Jäger das Tier als Mitgeschöpf anerkennen, dem vermeidbare Leiden zu ersparen sind.

Wie also steht es um den Tierschutz in der Jagd? »Weidgerechtigkeit« ist ein unsicherer Rechtsbegriff, der das Brauchtum der Jäger umschreibt und die Summe der rechtlich bedeutsamen, allgemein anerkannten geschriebenen oder ungeschriebenen Regeln umfasst. Da Jagdrecht und Tierschutzrecht als konkurrierende Gesetze nebeneinander stehen, geht bei Fragen zum Tierschutz im Zusammenhang mit der Jagd die ausdrücklich jagdrechtliche Regelung dem Tierschutzrecht vor. Dazu führt Hans-Georg Kluge im Kommentar zum Tierschutzgesetz 2002 (4) an, dass sich »aus dem Jagdrecht Rechtfertigungsgründe für objektiv tierschutzwidrige Handlungen ergeben können«.

Hier bedarf es dringend grundlegender Reformen, da der Tierschutz demokratisch legitimiert ist, der Jagd eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz aber fehlt.

(4) KLUGE, H.-G. (Hrsg. 2002) Tierschutzgesetz: Kommentar. 561 S., Kohlhammer, Stuttgart.

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