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Die Fallenjagd

Ein Beispiel für tierschutzwidrige Jagdweise ist die Fallenjagd: Mit der Falle werden vor allem Beutegreifer mit einer heimlichen, oft nächtlichen Lebensweise gefangen, wie Fuchs und Marder, aber auch Dachs, Waschbär und Marderhund. Die Jagd mit der Falle nimmt erhebliches, lang andauerndes Leiden der gefangenen Tiere billigend in Kauf.

Nach § 19 Abs. 1 Nr. 9 Bundesjagdgesetz sind Fanggeräte verboten, die nicht unversehrt oder tödlich fangen. Aber die sicher tödlich fangende Falle gibt es nicht. Wie hoch die Zahl der Tiere ist, die mit gebrochenen Gliedmaßen über viele Stunden festsitzen oder langsam in den Fallen ersticken, ist nicht bekannt. Diese Zahlen können nur die Jäger liefern und die haben wenig Interesse daran. Eine Untersuchung des Instituts für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover von 1990 ergab, dass mehr als 10 Prozent der von Profis in geprüften Fallen gefangenen und eingeschickten Füchse nach dem Fang sicher noch lebten und es bei weiteren 2,1 Prozent unsicher war. Bei den untersuchten Mardern waren die Zahlen noch höher (5).  Da nur solche Tiere untersucht wurden, die von den Jägern selbst eingeschickt wurden, kann begründet angenommen werden, dass die tatsächliche Zahl der »Fehlfänge« deutlich über diesen Werten liegt.

Fallenjagd ist weder mit dem Staatsziel Tierschutz vereinbar, noch erfüllen die Fallen die Anforderungen des Bundesjagdgesetzes. Darüber hinaus ist Fallenjagd nicht selektiv und regelmäßig sterben auch gefährdete Arten, Tiere in der Schonzeit und Haustiere. Und wozu das alles? Eine Regulierung von Beutegreifern ist nicht erforderlich, denn sie regulieren sich über verfügbare Reviere, Stress und Jagderfolg selbst - auch in unserer Kulturlandschaft. Zum Abschluss ein Wort des Autors Bruno Hespeler,5 der selber Jäger ist: »Die Jäger Italiens, der Schweiz oder Tirols haben ihre Eisen auf den Schrott geworfen. Nur in Deutschland tut man sich noch schwer, einer anständigen Behandlung auch der Beutegreifer das Wort zu reden.«

(5) HESPELER, B. (1999) Raubwild heute - Biologie, Lebensweise, Jagd. 2. Aufl., 227 S., BLV Verlagsgesellschaft Wien, Zürich, München.

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