Slideshow Image 1
Slideshow Image 2
Slideshow Image 3
Slideshow Image 4

Bundesjagdgesetz: Regierung knickt vor Lobby ein

Seit Jahren fordern Tierschutz- und Naturschutzverbände eine grundlegende Novelle des Jagdrechts. Das Bundesjagdgesetz ist völlig veraltet und erlaubt u.a. tierschutzwidrige Jagdmethoden wie die Fallenjagd, die Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren, die Tötung von bedrohten Tierarten und den Abschuss von Haustieren. Eine Entscheidung auf EU-Ebene machte nun eine Überarbeitung des Gesetzes unumgänglich: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte im Juni in einem wegweisenden Urteil entschieden, dass Grundstückseigentümer die Jagd auf ihrem Grund und die Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften aus ethischen Gründen nicht mehr uneingeschränkt dulden müssen.

Das BMELV hatte am 27. November einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das Urteil des EGMR umsetzen sollte und auch grundsätzliches Verbot der Fütterung und Medikamentenverabreichung enthielt, sowie eine Anpassung der Jagdzeiten bei Rehen vorsah. Doch die wichtigen Änderungen wurden schon am 3. Dezember wieder zurückgezogen.

Oppositionspolitiker und Tierschutzverbände kritisierten die offensichtliche massive Einflussnahme der Jagdlobby. Skandalös war zudem die Tatsache, dass das Agrarministerium nur Jagd- und Umweltverbände, nicht aber Tierschutzverbände über den Gesetzentwurf informiert und zur Stellungnahme aufgefordert hatte. Während die Bundesregierung bei der dringenden Modernisierung des Jagdrechts versagt, sind die Bundesländer viel weiter, denn dort finden Anpassungen des antiquierten deutschen Jagdrecht bereits seit Jahren statt.

Lesen Sie dazu auch: Völlig veraltet: Das Jagdrecht

Facebook Twitter You Tube E-Mail schicken

Kostenloser Newsletter

Immer über tagesaktuelle Entwicklungen, Hintergrundinformationen, Pressemitteilungen sowie über Tierrechts-Kampagnen und Mitmach-Aktionen informiert sein.

Jetzt Gratis-Infos bestellen »