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Ausbildung von »Jagdhunden«

Nach § 3 Nr. 8 Tierschutzgesetz ist es verboten, »ein Tier auf ein anderes zu hetzen, soweit dies nicht Grundsätze weidgerechter Jagdausübung erfordern.« Eingesetzt werden vor allem flugunfähig gemachte Enten (apportieren) und lebende Füchse (Baujagd). Dass es sich hierbei um eine grausame Form der Tierquälerei handelt, haben u. a. der Hessische Verwaltungsgerichtshof 1996 und das Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holstein 1998 bestätigt. Als Folge ist die Ausbildung von »Jagdhunden« an lebenden Tieren mittlerweile in einigen Bundesländern verboten.

Jäger begründen diese tierquälerische Ausbildungsmethode damit, dass sie aus Gründen des Tierschutzes angeschossene Tiere unverzüglich töten sollen (§ 22 Bundesjagdgesetz) und gut ausgebildete Hunde dafür unerlässlich seien. Da zum einen andere Bundesländer, wie z. B. NRW, Alternativmethoden bei der Ausbildung von »Jagdhunden« (apportieren) entwickelt haben und zum anderen weder die Bauarbeit bei der Fuchsjagd noch die Bejagung von Enten auf dem Wasser erforderlich sind, kann diese Argumentation nicht überzeugen.

Aussetzen von jagdbaren Tieren

Das Bundesjagdgesetz erlaubt in § 19 das Aussetzen jagdbarer Arten grundsätzlich, sofern die Tiere nicht später als vier Wochen vor Beginn der Jagdzeit freigesetzt werden. Das Aussetzen neuer Arten ist heute nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten.

Ausgesetzt werden vor allem in Gefangenschaft aufgezogene Fasane, Rebhühner und Hasen, die, eingeschüchtert durch die unbekannte Freiheit und an Menschen gewöhnt, zumeist eine leichte Beute abgeben. Der Autorin selbst sind bei einer Exkursion nach Futter bettelnde Fasane nachgelaufen. Zahlreiche der ausgesetzten Tiere erleben den Jagdbeginn nicht, da sie, unerfahren wie sie sind, nicht lange überleben. Die verbleibenden Tiere dienen als Zielscheiben für die »weidgerecht jagenden« Jäger - aus Freude am Schießen - denn Hege oder der Erhalt eines gesunden Wildbestandes sind bei diesem Vorgehen nicht erkennbar.

Der Deutsche Jagdschutzverband befürwortet das Aussetzen von Wild »zum Zwecke der Stützung von Wildarten, die in ihrem Bestand bedroht sind, oder von Arten, die in ihrem Bestand deutlich abnehmen.« Da abnehmende Bestände aber zumeist auf die zunehmende Verarmung unser Landschaft als Folge einer intensiven Nutzung zurückzuführen sind, ist das Aussetzen von Tieren in diesen suboptimalen Lebensraum keine zielführende Lösung. Da die ausgesetzten Tiere zumeist nicht der heimischen Population entstammen, kommt es vielmehr zur genetischen Verfälschung des Wildtierbestandes, der die Überlebenschancen der Art schwächen kann. (9) Zielführender wäre es, auf eine Bejagung der seltenen und rückläufigen Arten konsequent zu verzichten - genau damit aber tun Jäger sich schwer. So wurden im Jagdjahr 2006 von den oben genannten, häufig ausgesetzten Arten 465.000 Feldhasen, 350.000 Fasane und 10.400 Rebhühner getötet.

(9) BFN (1999) Daten zur Natur. 266 S., BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag Münster.

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