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»Nutztier« Schwein

Schnitzel, Currywurst, Schmorbraten oder Schinken - die meisten Deutschen kennen von den jährlich in Deutschland knapp 50 Millionen geschlachteten Schweinen wohl nur ihre Teile auf dem Teller. Deutschland gilt auch als Europameister beim Schweinefleisch-Export. Dahinter steht z. B. das Gewinnen neuer Märkte in Osteuropa und Asien. Was das für die armen Schweine bedeutet, ist klar: ein kurzes Leben voller Leiden in der Intensivtierhaltung, legalisiert durch rechtliche Vorgaben.

Der Trend ist eindeutig: die Anzahl kleinerer Betriebe geht zurück - zugunsten von großen Schweinemastanlagen, die bis zu 80.000 Tiere fassen können, um günstiger zu produzieren. Wie Schweine heutzutage leben müssen, ist im Folgenden beschrieben.

Sauen

Treffender könnte die Bezeichnung »arme Sau« für Muttertiere nicht sein. Zu Gebärmaschinen degradiert, werden die hoch sozialen Tiere den überwiegenden Teil ihrer knapp viermonatigen Trächtigkeit in sogenannten Kastenständen eingepfercht. Dort können sie sich nur hinlegen und aufstehen, umdrehen ist nicht möglich. Zur Geburt kommen sie in »Abferkelkäfige«, die ebenfalls kaum größer sind als sie selbst. Nach verfrühtem Abstillen und Ferkelwegnahme dürfen manche Sauen für wenige Wochen in Gruppenhaltung, andere werden schnell wieder in den Kastenstand verfrachtet. Nach fünf bis sechs Trächtigkeiten und Geburten sind die Muttertiere so ausgelaugt, dass sie sich für den Halter nicht mehr rentieren und geschlachtet werden.

Ferkel

Um Kannibalismus zu vermeiden, werden den Ferkeln bis zum vierten Lebenstag ohne Betäubung Teile des Schwanzes amputiert. Außerdem werden den männlichen Tieren ebenfalls betäubungslos bis zum siebten Lebenstag die Hoden herausgeschnitten. Nach der Trennung von der Mutter, in der Regel nach drei Wochen, stellen beengte, einstreulose Buchten mit Spaltenboden ihr Lebensumfeld dar. Dort stehen einem bis zu zehn Kilogramm wiegenden Tier 0,15 Quadratmeter Platz zu, mit zunehmenden Gewicht minimal mehr. Arttypisches Bewegen, Spielen und Wühlen sind kaum möglich, so dass schon in der Schweinekindheit Verhaltensstörungen wie Ohr- und Schwanzbeißen sowie auch Gelenkprobleme auftreten. Mit etwa 25 Kilogramm kommen die zur Mast bestimmten Tiere in die Mastställe.

Die Mast

Die meisten Schweine in Deutschland sehen während der Mast kein Tageslicht. Typische Mastställe sind große Hallen mit Betonbuchten und Spaltenböden, in denen acht bis zehn Tiere gehalten werden. Bis zum Gewicht von 110 Kilogramm steht jedem Tier maximal ein dreiviertel Quadratmeter zur Verfügung. Zu Platzmangel, Bewegungs- und Beschäftigungsarmut kommt die Belastung durch eigene Exkremente. Urin und Kot sickern durch die Spalten im Boden oder werden durchgetreten. Aufsteigendes Ammoniak und Schadgase berühren nicht nur die empfindlichen Nasen der Schweine, sondern greifen auch die Lungen an. Die Spalten im Boden können außerdem zu Klauen- und Gelenkerkrankungen führen. So haben viele Schweine Probleme zu gehen, wenn sie zur Schlachtbank müssen, andere sterben an Herzversagen.

Die Schlachtung

Während die Biologie des »Hausschweins« ein Lebensalter von etwa 15 Jahren vorsieht, werden die zur Mast bestimmten Schweine aus Intensivtierhaltung schon mit sechs bis sieben Monaten geschlachtet. Die Tiere müssen vor der Tötung betäubt werden. Dabei kommt neben der Elektrozange auch die Gasnarkose mit Kohlendioxid (CO2) zum Einsatz. Stimmen bei letzterer Gaskonzentration und Verweildauer nicht, geraten die Tiere in entsetzliche Panik. Und auch bei Schweinen kommt vor, was nicht sein darf: Die Betäubung ist unzureichend, das Bewusstsein nur ungenügend ausgeschaltet, und die Tiere erleben den Tötungsschnitt und das anschließende Abbrühen zum Entfernen der Borsten bewusst mit.

Neuer Zukunftstrend?

Solange Menschen noch Schweine zur Lebensmittelerzeugung halten, muss ihnen zumindest ermöglicht werden, ihre arteigenen Bedürfnisse auszuleben. Dazu gehören: Leben in Familienverbänden, genügend Platz und Freilauf mit Suhlmöglichkeit auf der Weide, Einstreu im Stall, Verbot der Kastenstände, Verbot der betäubungslosen Kastration sowie der Schwanzamputation. Doch verlangen Tierrechte, Ethik und Klima nicht eindeutig mehr? Wissen, Alternativen und Logistik für einen zukunftsträchtigen Trend sind längst vorhanden: weg vom Fleisch, hin zu nachhaltiger und genussvoller Ernährung ohne Tierleid und Tiertod - damit wäre nicht nur den Tieren und uns, sondern auch der Umwelt und künftigen Generationen gedient.

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