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Lebenszyklus eines Masthuhns

masthuehnerDieser Artikel wird manche Illusion zerstören, zum Beispiel, dass Masthähnchen immer männlich sind, dass das Leben in Gemeinschaft mit vielen anderen Artgenossen und ohne Käfig doch sehr erträglich ist, dass Hähnchen in einem angemessenen Alter schonend geschlachtet werden und schließlich, dass Hähnchenfleisch etwas äußerst Appetitliches und Gesundes ist.

 

Vom Hunger der Elterntiere

Masthähnchen sind sowohl männliche als auch weibliche Tiere, die zusammen gemästet werden. Lange vor Erreichen ihrer Geschlechtsreife werden sie bereits geschlachtet. Sie wurden so gezüchtet, dass sie viermal so schnell wachsen wie die Küken von Legehennen. Offenbar hat man dabei das Sättigungszentrum im Gehirn gestört, denn sie fressen weiter, obwohl ihr Bedarf längst gedeckt ist. Das extreme Wachstum bringt für die Tiere hohe gesundheitliche Belastungen mit sich. Würden sie wesentlich länger gemästet als fünf bis sechs Wochen, würde ihr Organismus zusammenbrechen. Die Eltern dieser Mastküken werden deshalb auf Diät gesetzt, so dass sie möglichst wenig Gewicht zulegen und damit für die Zucht länger zur Verfügung stehen. Mit anderen Worten: Sie müssen ständig Hunger leiden.

Ein Meer von Hühnern

zyklus02Während zu Beginn der Mast noch ein wenig Platz in der Halle ist, herrscht bald danach drangvolle Enge. Pro Quadratmeter dürfen in Deutschland bis zu 39 Kilogramm gehalten werden. Am Mastende bedeutet dies, dass sich über 20 Tiere eine Quadratmeter Fläche teilen müssen.  Die Masthühner haben weit weniger Platz, als einer Legehenne im – inzwischen abgeschafften – Batteriekäfig zugestanden wurde.

Da die Tiere dicht an dicht stehen, schaffen es die Ventilatoren im Sommer nicht immer, genügend Frischluft zuzuführen. Fällt das Belüftungssystem ganz aus und funktionieren auch die vorgeschriebenen Notstromaggregate nicht, so versagt das Herz-Kreislauf-System der Tiere sehr schnell. Dies geschah z. B. im Sommer 2002 bei Wertingen in Baden-Württemberg, wo 30 000 Tiere innerhalb weniger Stunden qualvoll verendeten.

Krank von Kindesbeinen an

zyklus04Die extrem einseitige Zucht und die intensive Haltung führen zu schweren Krankheiten, Verletzungen und Verhaltensstörungen: In nur fünf Wochen nehmen die anfänglich 50 Gramm leichten Küken um das Dreißigfache zu. Mit diesem enormen Muskelzuwachs kann das Herz-Kreislauf-System und das Skelettwachstum nicht mithalten. Die Folgen für die Tiere sind dramatisch: Herzversagen, Gelenkerkrankungen, Knorpelwucherungen, Knochenbrüche, Leberverfettung, Atemwegserkrankungen, Brustblasen etc. sind an der Tagesordnung.

Die Zucht auf extreme Gewichtzunahme hat zur Folge, dass die Tiere ihr arteigenes Verhalten wie z. B. Flattern und Fliegen kaum ausleben können.  Schon nach zwei Wochen sitzt oder liegt ein Masthuhn fast nur noch in der feuchten Einstreu. Gegen Mastende kann sich dieses »Riesenbaby« kaum mehr zum Futterautomaten und zur Tränke schleppen. Millionen von ihnen verenden jedes Jahr in Deutschland schon während der Mast.

Ein Ende mit Schrecken

zyklus05Der Transport: Geflügeltiere werden auch auf längeren Transporten weder gefüttert noch getränkt. Der Witterung ungeschützt ausgesetzt, sterben jedes Jahr Unzählige von ihnen bereits auf dem Weg zum Schlachthof.

In der Schlachterei werden die Hühner aus den Boxen gerissen und mit dem Kopf nach unten in die Metallbügel einer Förderkette gehängt. Von dort geht es zur Betäubung im Elektrowasserbad, dann zu den rotierenden Messern, die die Halsschlagadern aufschneiden und schließlich ins Brühbad und in die Entfederungsanlage. Ein bis zwei Drittel aller Hühner sind bei dieser Tötungspraxis nicht betäubt, d. h. sie erleben den Schlachtvorgang bei vollem Bewusstsein. Am Ende dieses vollautomatisierten Prozesses tauchen die Hähnchen fertig abgepackt für den Supermarkt wieder auf.

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