Slideshow Image 1
Slideshow Image 2
Slideshow Image 3
Slideshow Image 4

Alarmierende Antibiotikastudie: Fast alle Masthühner betroffen

Masthuehner-antibiotikaNovember 2011: Eine aktuelle Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) zum Antibiotika-Einsatz in der Hähnchenmast beweist, wovor Kenner der Geflügelmast schon lange warnen: Fast jedes Masthühnchen wird während der kurzen und tierquälerischen Mast mit Antibiotika behandelt. Insgesamt wurden 96,4 Prozent der Tiere aus den untersuchten NRW-Betrieben Antibiotika verabreicht. Dass die Tiere keine Antibiotika erhalten, ist mit weniger als vier Prozent die Ausnahme.

Teilweise bis zu acht verschiedene Substanzen verabreicht

Die allermeisten Tiere erhalten die Medikamente mehr als eine Woche lang. Pro Mastdurchgang wurden durchschnittlich drei verschiedene Mittel verabreicht. Teilweise erhielten die Hühner sogar bis zu acht verschiedene Substanzen. In den schlimmsten Fällen kam es vor, dass die Tiere bis zu 26 Tage lang mit Antibiotika behandelt wurden. Laut dem nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne), der die Studie am 15. November vorstellte, sind die Studienergebnisse bundesweit übertragbar. Das Gutachten ist das erste, das den Einsatz von Antibiotika in der sogenannten Hähnchenmast systematisch und umfassend untersucht.

Remmel bilanzierte, dass der massive Einsatz und die Art und Weise, wie die Medikamente verabreicht wurden, nur den Schluss zulasse, dass es sich entweder um Wachstumsdoping handele oder aber die Art der Tierhaltung sei derart anfällig für Krankheiten, dass sie ohne Antibiotika nicht mehr auskomme. Wenn es aber nur noch mit Antibiotika ginge, dann sei für ihn klar, dass diese Art von Massentierhaltung aus rechtlicher und ethischer Sicht keinen Bestand haben könne.

Entwicklung von multiresistenten Keimen

Der Einsatz von Antibiotika in der intensiven Tierhaltung steht auch deshalb in der Kritik, weil er die Entwicklung von multiresistenten Keimen fördert, die auch für den Menschen hochgefährlich sind. Das NRW-Verbraucherschutzministerium fordert nun politische Konsequenzen aus der Studie und stellte einen umfangreichen Forderungs- und Maßnahmenkatalog vor.

Dieser enthält folgende Punkte:

  1. Nationaler Antibiotika-Reduktionsplan
  2. Transparenz statt Verschleierung
  3. Verbindlichkeit von Leitlinien
  4. Risikoorientierte Überwachung
  5. Schärfere Kontrollen in NRW
  6. Stärkere Überprüfungen des Antibiotika-Einsatzes
  7. Tierschutz muss gestärkt werden
  8. Prüfung neuer Lebensmittelkennzeichnungen
  9. Schutz der Umwelt vor Bioaerosole


Die Studie, weitere Informationen und ein Online-Interview mit Minister Remmel zum Thema finden Sie unter folgendem Link: www.antibiotikastudie.nrw.de

Facebook Twitter You Tube E-Mail schicken

Kostenloser Newsletter

Immer über tagesaktuelle Entwicklungen, Hintergrundinformationen, Pressemitteilungen sowie über Tierrechts-Kampagnen und Mitmach-Aktionen informiert sein.

Jetzt Gratis-Infos bestellen »