Slideshow Image 1
Slideshow Image 2
Slideshow Image 3
Slideshow Image 4

Masthühner

Die stärkste Intensivierung hat in der Geflügelmast stattgefunden. Damit sogenannte "Masthühner" in etwa fünf bis sechs Wochen "schlachtreif" sind, hat man besonders schnell wachsende Mastlinien mit einem hohen Brustfleisch- anteil gezüchtet.

Diesen sogenannten Hybridrassen, die unter Bezeichnungen wie "Cobb 500" oder "Ross 308" firmieren, hat man das natürliche Sättigungsgefühl "weg- gezüchtet". Sie haben nur eines im Sinn: fressen.

Die Hybridrassen leben nicht lange. Beine, Herz und Lunge können mit dem extremen Fleischzuwachs nicht mithalten. Viele Tiere leiden unter schmerzhaft verkrüppelten Beinen. Bis zu drei Prozent der "Masthühner" in Europa verenden vorzeitig an Herz-Kreislauf-Versagen - das entspricht etwa 12,6 Millionen Tieren pro Jahr allein in Deutschland, die noch vor dem Ende der Mast sterben (1).

Tierquälerei gesetzlich festgeschrieben

Im Juni 2009 hat der Bundesrat Vorgaben zur Haltung sogenannter Masthühner beschlossen. Damit gibt es in Deutschland erstmals gesetzlich verbindliche Regelungen zu deren Haltung. Vorher existierten "Eckpunkte", die nicht bindend waren.

Mit dem Beschluss des Bundesrates wurde eine EU-Richtlinie zur Haltung von "Masthühnern" aus dem Jahr 2007 in nationales Recht umgesetzt. Trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit u. a. des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte haben die Politiker die Chance verpasst, auch nur annähernd tiergerechte Vorgaben zu erlassen. Der Bundesrat hat die zuvor übliche Haltung bei einer Besatzdichte von 35 kg/qm - am Mastende also bis zu 25 Hühner pro Quadratmeter - legalisiert und sogar noch bis 39 kg/qm zugelassen.

Verhaltensstörungen und Aggressionen

Schon jetzt leiden die Hühner unter der drangvollen Enge, die zu Aggressionen und Verhaltensstörungen führen kann und das Krankheitsrisiko deutlich erhöht. Nach dem Beschluss des Bundesrates besteht kaum Hoffnung, dass sich dies in naher Zukunft ändern wird.

Der Bundesverband wird jetzt weiter Aufklärungs- arbeit betreiben und die Bevölkerung über die unzumutbare und absolut tierquälerische Haltung von "Masthühnern" informieren und daraufhin arbeiten, den Verzehr zu senken.

Alarmierende Antibiotikastudie: Fast alle Masthühner betroffen

Eine aktuelle Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) zum Antibiotika-Einsatz in der Hähnchenmast beweist nun, wovor Kenner der Geflügelmast schon lange warnen: Fast jedes Masthühnchen wird während der kurzen und tierquälerischen Mast mit Antibiotika behandelt. Mehr dazu lesen Sie hier.

(1) SCAHAW: Scientific Committee for Animal Health and Animal Welfare: 
The Welfare of Chickens kept for Meat Production (Broilers), European Commission,
Health and Consumer Protection Directorate-General 2000. Nr. 6.5.2.
Facebook Twitter You Tube E-Mail schicken

Kostenloser Newsletter

Immer über tagesaktuelle Entwicklungen, Hintergrundinformationen, Pressemitteilungen sowie über Tierrechts-Kampagnen und Mitmach-Aktionen informiert sein.

Jetzt Gratis-Infos bestellen »