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Tierschutzwidrige Käfighaltung

2009-02-11-1Dem Bundesverband Menschen für Tierrechte wurden im Frühjahr 2009 Filmaufnahmen zugespielt, die katastrophale Zustände in einer sogenannten Kleingruppenhaltung zeigen. Diese Haltungsform untersagte das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) und fordert nun eine Neuregelung der »Legehennenhaltung« bis 31. März 2012. Dennoch leben derzeit fast 20 Prozent der Hennen in Deutschland in dieser Haltungsform.

In der EU sind neben der sogenannten Kleingruppenhaltung auch bereits bestehende »ausgestaltete Käfige« zulässig. Beide Haltungsformen unterscheiden sich nur wenig: Es handelt sich lediglich um größere Käfige für mehr Hühner. Laut Eierindustrie und Gesetzgeber sollen die neuen Käfige eine bessere Haltungsform darstellen, da die Hennen etwas mehr Platz haben als im Batteriekäfig.

Verletzte gestresste Hennen

Die Aufnahmen zeigen, dass die Hennen in auch der neuen Käfighaltung ihre arteigenen Bedürfnisse nicht ausleben können. Der Zustand der Tiere und die hygienischen Verhältnisse sind absolut inakzeptabel. Die Hühner sitzen dicht an dicht auf Stangen. Viele sind in einem schlechten Zustand und weisen kahle Stellen und Verletzungen auf. Der Drahtgitterboden der Käfige ist völlig verdreckt.

Unhaltbare hygienische Zustände

2009-02-11-8Die hygienischen Verhältnisse in der Anlage sind untragbar. Es liegen tote, bereits mumifizierte Hühner in den Käfigen. Auch in den Gängen liegen tote Tiere. Eine Mülltonne im Gang ist randvoll mit verwesten Hühnerkadavern. Aus der Tonne krabbeln scharenweise Maden. Außerdem wurden Eier gefilmt, auf denen Insekten zu sehen sind. Die starke Verkotung der Käfige kann zu Infektionen und Atemwegserkrankungen bei den Hühnern führen.

Strafanzeige gegen Tierhalter erstattet

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat gegen den Tierhalter Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Laut § 2 Tierschutzgesetz muss ein Tierhalter »das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen«. Aus den Aufnahmen geht klar hervor, dass die Hühner nicht verhaltensgerecht untergebracht sind und ihr arteigenes Ruhe- und Sozialverhalten nicht ausleben können. Durch die beengte Haltung kommt es zu Verhaltensstörungen sowie zu Leiden und Schmerzen. Es ist offensichtlich, dass der Tierhalter seine Pflichten nicht erfüllt.

Kleingruppenhaltung nicht tiergerecht

Obwohl die neuen Käfige Legenester, Sitzstangen und einen winzigen Einstreubereich enthalten, sind weder Kleingruppenhaltung noch EU-Käfig tiergerecht. Im Vergleich zu herkömmlichen Batteriekäfigen können nun mehr Hennen in größeren Käfigen gehalten werden. Die Einrichtungen wie Legenester etc. sind völlig unzureichend und erfüllen lediglich eine Alibifunktion. Der Einstreubereich, der laut Gesetz jeder Henne zum Scharren und Picken zur Verfügung stehen muss, hat eine Größe von 90 qcm - das ist etwa die Fläche eines Bierdeckels. Viele für den herkömmlichen Käfig typischen Verhaltensstörungen, Verletzungsgefahren und Krankheiten sind auch hier vorprogrammiert.

Gesetzliche Vorgaben für den Kleingruppenkäfig

  • Mindestfläche: 2,5 qm
  • Höhe: 50 bis 60 cm
  • Fläche pro Henne bis 2 kg: 800 qcm (etwa 27 x 30 cm pro Henne)
  • Besatzdichte: 30 Hennen in einem Käfig mit der Fläche von 2,5 qm
  • Legenester: Pro 10 Hennen ein Gruppennest von 900 qcm.
  • Einstreubereich: Pro 10 Hennen 900 qcm Einstreubereich.
  • Sitzstangen: Mindestens zwei Sitzstangen in unterschiedlicher Höhe. Hennen mit einem Gewicht über 2 kg haben etwas mehr Platz zur Verfügung (900 qcm). Die meisten Legehennen wiegen jedoch unter 2 kg.

Batteriekäfig im Vergleich:

550 qcm pro Henne bis 2 kg (ca. 21 x 26 cm), meist 4 bis 5 Tiere pro Käfig.

Sehen Sie dazu auch ein Video und eine Fotodokumentation, die die katastrophalen Zustände in einer sogenannten Kleingruppenhaltung zeigen.

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