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Qualzucht: Richtungsweisendes Urteil

Am 23.September 2015 hat das Berliner Verwaltungsgericht die Klage einer Nacktkatzenzüchterin abgewiesen. Das zuständige Veterinäramt hatte der Züchterin die weitere Vermehrung ihrer Nacktkatzen mit der Begründung untersagt, Nacktkatzen seien eine Qualzüchtung. Folglich sei ihre Zucht laut § 11 b Tierschutzgesetz verboten. Die Rasse Canadian-Sphinx hat aufgrund einer Genveränderung weder Deckhaar noch funktionsfähige Tasthaare.

Gutachten bestätigt Qualzucht
Ein tierärztliches Gutachten hatte zuvor bestätigt, dass Tasthaare wichtige Sinnesorgane der Katze sind, die sie für Orientierung und Kommunikation braucht. Die Entscheidung verbietet der Züchterin, die weitere Zucht solcher Katzen. Zudem muss sie ihren Kater kastrieren lassen. Allerdings lies das Verwaltungsgericht eine Berufung zu, d.h., dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Trotzdem ist das Urteil des Verwaltungsgerichts bemerkenswert. Warum? Es sagt eindeutig, wenn Tiere durch züchterische Maßnahmen Tiere gesundheitlich belastet werden, ist dies aus ethischer Sicht eine Qualzucht. Dies ist ein wichtiger Schritt, um tierquälerische Zuchten in Zukunft konsequent verbieten zu können. Entscheidend ist nun aber, dass eine Rechtsverordnung zur Qualzucht erarbeitet wird.

Fehlt: Eine Rechtsverordnung zur Qualzucht
Denn ob es sich auch im juristischen Sinn um eine Qualzucht handelt, ist nicht unbedingt sicher. Der Qualzuchtparagraph des Tierschutzgesetzes wurde zwar 2013 verbessert, optimal ist er aber immer noch nicht. Was bis heute fehlt, ist eine Rechtsverordnung zur Qualzucht, die konkret die körperlichen Mängel und Verhaltensauffälligkeiten benennt, die unter das Zuchtverbot fallen und der Qualzucht zuzuordnen sind. Bisher gibt es nur ein Gutachten von 1999, das nicht gerichtfest ist. Die nötige Rechtsverordnung muss vom Bundesministerium vorgelegt und vom Bundesrat verabschiedet werden.

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