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Erfolg bei Einspruch gegen Patent auf „menschliche Affen“

PM Orgas Schimpansen Einspruch7. Juli 2015 / Das Europäische Patentamt (EPA) hat das Patent EP1409646 der US-Firma Altor BioScience widerrufen. Nachdem die Firma bereits im Vorfeld auf Patentansprüche verzichtet hatte, die auf gentechnisch veränderte Schimpansen gerichtet waren, widerrief das EPA jetzt auch die geänderte Version, in der Ratten und Mäuse beantsprucht wurden. Ausschlaggebend waren Mängel in der technischen Qualität des Patentes.

Dreizehn Organisationen aus Deutschland, der Schweiz und England - darunter der Bundesverband Menschen für Tierrechte - hatten 2013 gemeinsam Einspruch gegen das Patent der US Firma Altor eingelegt, in dem Primaten und insbesondere Schimpansen beansprucht wurden, deren Erbgut mit menschlichen Genen manipuliert wird. Auf diese Weise sollen die Tiere als eine Art lebende Fabrik zur Produktion menschlicher Antikörper genutzt werden. Patente auf gentechnisch veränderte Menschenaffen sind ein Affront gegen die Würde von Mensch und Tier. Deswegen ist der Rückzug von Altor BioScience ein wichtiger Erfolg,“ sagt Christoph Then für die Einsprechenden. „Aber auch Patente auf Ratten und Mäuse sind medizinisch nicht begründbar und ethisch nicht zu rechtfertigen. Wer Arzneimittel produzieren will, darf deswegen noch längst keine Tiere als Erfindung beanspruchen.“

Vor kurzem veröffentlichte Testbiotech einen Bericht, der zeigt, dass sich für patentierte gentechnisch veränderte Versuchstiere ein lukrativer Markt entwickelt hat, der dazu beiträgt, dass die Anzahl Tierversuche ansteigt.Um Profite mit Tierleid zu unterbinden, appelliert Testbiotech unter anderem an Banken, die in die Pharmaindustrie investieren, klare Standards für ethische Investments zu setzen.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte unterstreicht, dass genmanipulierte Tiere für die Humanmedizin nicht den erwarteten Nutzen bringen. Die Patentierung diene ausschließlich wirtschaftlichen Interessen. Die Zukunft liege in Chipsystemen, die den menschlichen Organismus genauer simulieren können als jedes gentechnisch veränderte Tier. Diese Chips können für die Entwicklung wirksamer Therapien eine entscheidende Hilfe werden. Um den Ausstieg aus dieser Spirale von immer mehr Tierleid zu schaffen, müsse der Ausbau dieser Chipsysteme massiv gefördert werden.

In den Jahren 2012 bis 2014 hatten mehrere Organisationen insgesamt vier Einsprüche gegen europäische Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen eingelegt, was zu unterschiedlichen Reaktionen bei den jeweiligen Firmen führte: Bereits vor einigen Monaten kündigte die australische Firma Bionomics an, Ansprüche auf gentechnisch veränderte Tiere zu streichen. Dagegen will die Firma Intrexon, die zwei europäische Patente auf mit Insekten-DNA manipulierte Menschenaffen hält, ihre Patente aufrecht erhalten. Die Anhörung zu den Einsprüchen gegen die Patente von Intrexon findet am 29. September 2015 in Den Haag statt.

Hier lesen sie die Pressemitteilung vom 7. Juli 2015 von TEST BIOTECH 

Hier lesen Sie die gemeinsame Pressemitteilung vom 6. Juli der Organisationen

Rückblick auf die Tagung „Der patentierte Affe“: www.testbiotech.org/der-patentierte-affe

 

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