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Schirmherrschaft des Versuchstiers des Jahres 2014

altDer engagierte Tierschützer Gregor Resch hat die diesjährige Schirmherrschaft für das Versuchstier des Jahres übernommen. Hier lesen Sie sein Grußwort.

Es muss nach meiner Erinnerung Ende der 60iger-, Anfang der 70iger-Jahre des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein, als mir der Bericht eines "Verein gegen Vivisektion" in die Hände gefallen war. Aufmerksam, wie dies schon immer meine Art war und heute noch ist, hatte ich diesen Bericht gelesen, in welchem eine Abhandlung über Tierversuche zum Wohle und Nutzen der Menschheit dargestellt und verurteilt wurde.

Bar jeder Kenntnis über die Haltung solcher Versuchstiere und die an diesen durchgeführten Labortests und den Ängsten, Schmerzen und Leiden dieser Lebewesen hatte ich innerlich die Richtigkeit und die Notwendigkeit derartiger Tierversuche abgenickt, denn all diese Tests sollten ja letztendlich einem guten Zweck dienlich sein - der Gewinnung von wertvollen Erkenntnissen zur Heilung von gewissen Human-Krankheiten wie bspw. Epilepsie, Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, div. Organerkrankungen, Herzinfarkten, Schlaganfällen und anderen menschlichen Leiden. Bei diesen innerlichen Befürwortungen solcher Experimente an Tieren zum Wohle der Menschen ließ ich mich - wie sicher die Mehrheit der Menschheit - von der Aussage leiten, dass das Tier dem Menschen in jeder Beziehung unterzuordnen ist!

"Ich konnte das Bild des festgeschnallten Rhesus-Äffchens nicht vergessen"

Das, was mich allerdings an diesem Bericht sehr erschüttert hatte und mir wie ein Bild des Grauens bis zum heutigen Tage nachgeht, war ein diesem Bericht beigefügtes Foto eines kleinen Rhesus-Äffchens, welches auf einem eisernen Gestell (dem verharmlost sogenannten PRIMATENSTUHL) mit Riemen und Gurten völlig bewegungsunfähig festgeschnallt war! Diesem Tierchen war die Schädeldecke geöffnet worden, mehrere Elektrodrähte waren in sein Gehirn eingeführt und die Schädelöffnung inkl. dieser Drähte mit einer transparenten dosenähnlichen und auf der Schädeldecke fixierten Plexiglas-Abdeckung verschlossen worden! Das, was mich an diesem Foto jedoch total schockierte, waren die in panischer Angst und Schrecken (sehr wahrscheinlich aber auch von elektrisch herbeigeführten Schmerzimpulsen!!) aus ihren Augenhöhlen herausquellenden Augen dieses kleinen Tierchens!

Ich habe dieses mich psychisch sehr stark bedrückende Schock-Foto jahrelang mit mir herumgetragen und immer wieder angeschaut und das zum Ausdruck gebrachte Leid dieses Lebewesens hat sich in meinem Gehirn derart intensiv und unauslöschlich eingeprägt, so dass ich heute - nach immerhin etwa 44 Jahren - fast jede Einzelheit dieses Fotos wiedergeben könnte!

"Ich beschloss, mich für den Schutz der Tiere einzusetzen!

Da ich nach diesem Schlüsselerlebnis viele Jahre in mehreren - auch überseeischen - Ländern verbracht und viele Jahre Expeditionen in meinem geliebten AMAZONAS-Regenwald durchgeführt hatte, wo ich Tieren fast aller Art (vom 10 cm kleinen Pichico Barba Blanca-Krallenäffchen bis zum imposanten Jaguar und zu gewaltigen Krokodilen und Alligatoren und gefährlichen Anaconda-Riesenschlangen) begegnet bin und einige davon großgezogen hatte, habe ich eine Art tiefer Zuneigung zu Tieren entwickelt und diese Mitgeschöpfe mit ganz anderen Augen betrachtet und mich, in Erkenntnis von deren akuter Bedrohung durch profitgierige Angehörige der menschlichen Rasse, im Rahmen meiner Möglichkeiten zu deren Schutz entschlossen.

Beruflich hatte ich in den 80iger-Jahren u.a. auch Biologen kennengelernt, welche mir aufgrund meines intensiven Interesses anhand großangelegter Testversuche (Bekämpfung von Krebszellen) an Gewebekulturen (also ohne Tierversuche!!!) unter dem Elektronen-Mikroskop beeindruckende Ergebnisse gezeigt hatten. Leider sind diese Forscher, da sie in Deutschland keine finanzielle Unterstützungen erhalten hatten, in die USA ausgewandert und können bis heute im SALT INSTITUTE in Californien unbegrenzte Forschungen betreiben und massenhaft Doktoranden ausbilden! Alles ohne Tierversuche!

"Den Tieren in den Versuchslaboren gilt mein allergrößtes Mitleid!"

Nachdem ich später meinen Lebensmittelpunkt endgültig wieder in die Bundesrepublik zurückverlegt hatte und durch weitere Auslands-Exkursionen und Abenteuer-Reisen immer wieder mit Tieren in engen Kontakt gekommen war, wurde ich aus Überzeugung Mitglied bei mehreren nationalen und internationalen Tierschutz -Organisationen (u.a. bei MENSCHEN FÜR TIERRECHTE) und ich habe in der Folge selbst mehrere Tier- und Tierschutzvereine gegründet und geleitet und auch in mehreren Redaktionen federführend mitgearbeitet. Stets war hierbei der Schutz der Tiere - schwerpunktmäßig das schwere Los der Versuchstiere in den grausigen Folter- und Todesstätten der Labore und Versuchsanstalten - eines meiner Hauptzielsetzungen, denn diesen den sich anmaßend und zynisch "Forscher zum Wohle der Menschheit" nennenden  "homo sapiens"-Gestalten hilf- und wehrlos ausgelieferten Mitgeschöpfen galt und gilt mein allergrößten Mitgefühl und Mitleid!

"Die Vergabe von Forschungsgeldern für Tierversuche ist für mich ein Akt staatlich sanktionierter Tierquälerei!"

Durch autodidaktische Aneignung von gewissen Kenntnissen und mittels literarischer Wissenserweiterung habe ich dann u.a. auch die Kenntnis erlangt, dass viele dieser Tierversuche am lebenden Objekt nicht nur durch Gewebe-Experimente, sondern inzwischen seit Jahren und aufgrund technischer und wissenschaftlicher Entwicklungen und Erkenntnisse großenteils sogar via Computer-Simulation  durchgeführt werden können - sogar mit wesentlich aussagefähigeren und objektiveren Ergebnissen! Dass es trotzdem noch gewisse unbelehrbare "Forscher-Betonköpfe" gibt und dass von Staats wegen diesen überkommenen und tierquälerischen Forschungsmethoden Gelder in Millionenhöhe (unsere Steuergelder!!!) in den Rachen geworfen und damit die Zahl der Versuchstiere in unverantwortlicher Weise erhöht werden, anstatt durch Verlagerung dieser Forschungsgelder diese tierschonenden Forschungs-Methoden weiter zu entwickeln, ist für mich nicht nur unfaßbar, sondern geradezu ein Akt staatlich sanktionierter Tierquälerei!

Affen, als dem "homo sapiens sapiens" nächststehenden Primaten, in vermehrter Weise als Versuchstiere zu missbrauchen, sadistisch zu quälen und nach vollbrachtem Leiden als Abfall zu entsorgen, ist der Gipfel menschlicher Gemeinheit und Arroganz, dies ungestraft tun zu dürfen! Ich würde, wenn dies denn gesetzlich erlaubt wäre, gerade diese sadistischen Forscher-Tierquäler gerne einmal einem solchen Gehirntest im Primatenstuhl unterziehen, in der Gewissheit, dass dann derartige Quälereien, Verstümmelungen und Tötungen im Namen der Forschung sehr schnell beendet werden würden! Man möge mich für diese meine Aussage nicht verurteilen! Sie mag weder de facto noch de jure korrekt sein, doch absolut ehrlich gemeint ist sie allezeit und zu dieser Aussage stehe ich!

"Die Tiere brauchen eine Schutzmacht, eine Lobby, die dieses Unrecht beendet"

Trotz all dieser Tierversuche gibt es heute, nach vielen Jahrzehnten intensivster Forschungsarbeit von Heerscharen sich dazu berufen fühlender Pseudo-Forscher und nur noch nach Tonnen zu zählenden, entsetzlich und oft grausam zu Tode gequälten Affen und anderen Versuchstieren, Gehirnerkrankungen und andere menschliche Krankheiten und Behinderungen vielfältigster Art und spätestens bei dieser Erkenntnis muss sich der auch nur einigermaßen "normal" veranlagte Mensch fragen, was diese leidvollen millionenfachen Tieropfer denn nun wirklich gebracht haben, außer einigen dieser ehrgeizigen "Forscher-Typen" eine gewisse berufliche Befriedigung zu verleihen, Auszeichnungen und Ehrungen, Geldzuwendungen in Millionenhöhe und hohe berufliche Positionen und entsprechendes Ansehen zu gewinnen - auf Leichenbergen bedauernswerter Mitgeschöpfe!

Und dies alles mit den unbeschreiblichen Schmerz- und Blutopfern von wehr- und rechtlosen Mitgeschöpfen - den Tieren, die keine Lobby haben, keine Schutzmacht, keine Institution, welche sie vor diesen entsetzlichen Qualen, vor unaussprechlichen Schmerzen, gräßlichen Verstümmelungen und unverantwortlichen Tötungen bewahrt! Wo bleibt hier die Verantwortung der sogenannten Krönung der Schöpfung? Die Angst- und Schmerzensschreie dieser oft sadistisch und langsam zu Tode gequälten Tiere müssten den Verantwortlichen tagtäglich in den Ohren klingen und diese in den Wahnsinn treiben!

Wie sagte doch James Hamlyn "Jim" Willis, ein australischer Botaniker und großer Tierfreund so treffend:

Ich betrachtete alle die in Käfigen sitzenden Tiere . . .  
die Wegwerfprodukte der menschlichen Gesellschaft. 
Ich sah in ihren Augen Liebe und Hoffnung,
Angst und Schrecken, Trauer und Verrat. 
Und ich war voller Zorn.

"Gott," sagte ich, "das ist schrecklich!  Warum tust Du nicht etwas?"
Gott war einen Moment lang still, und dann sprach Er sanft.
"Ich habe etwas getan," antwortete Er.
"Ich habe Dich geschaffen."

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