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Kurzportrait: Krallenfrösche

Krallenfrösche gehören zu den sogenannten niederen Froschlurchen und hier in die Unterordnung der zungenlosen Frösche (1). Es sind ursprüngliche, im Vergleich zu anderen Froschlurchen noch stärker an das Leben unter Wasser angepasste Arten, die meist wie die Fische ein Seitenlinienorgan besitzen (1). Es gibt 18 Arten innerhalb der Gattung der Krallenfrösche (Xenopus) (23).

Der Glatte Krallenfrosch (Xenopus laevis) ist von Kenia, dem Kongo und Angola bis nach Südafrika verbreitet (1). Die Tiere sollen sich infolge ihrer Labornutzung, im Zoohandel und unachtsames Handling durch den Menschen im Süden der USA, z. B. in Kalifornien und Arizona, aber auch in Europa (z. B. Portugal, Sizilien, Großbritannien) oder auch in Stehgewässern Indonesiens verbreitet haben (23, 24).

Krallenfrösche sind wasserabhängige Arten, die in vielfältigen aquatischen, auch in stark vom Menschen überprägten Habitaten leben. Sie vermeiden jedoch große Flusssysteme und Gewässer mit räuberischen Fischen. Sie können eine große wandernde Population bilden, wenn dem Gewässer die Austrocknung droht (24).

Der Krallenfrosch trägt seinen Namen daher, dass die drei Innenzehen der muskulösen Hinterbeine auffällige schwarze Krallen tragen. Die weniger entwickelten Vorderbeine haben vier Finger, manchmal mit kaum ausgebildeten, manchmal ohne Schwimmhäute (23). Krallenfrösche sind glatthäutig, die Augen sind nach oben gerichtet und damit angepasst an mögliche Fressfeinde über der Wasseroberfläche. Sie besitzen im Gegensatz zu anderen Fröschen keine Zunge (1), die Nahrungsaufnahme erfolgt über eine Art Saugschnappen. Trotz der fehlenden Zunge können die Männchen unter Wasser Rufe ausstoßen (23). Potenzielle Beutetiere werden über das Seitenlinienorgan geortet (3).

Die Größe der Tiere (ohne die Hinterbeine) beträgt bei den Weibchen etwa 11-13 Zentimeter (25), wobei die Männchen deutlich kleiner sind als die Weibchen. Die Tiere sind vorwiegend oliv-braun, Bauch und Innenseiten der Schenkel sind meistens hell-beige mit zahlreichen kleinen Pigmentierungen (23).

Krallenfrösche verfügen wie Fische über eine Art Seitenliniensystem - ein Kanalsystem mit Öffnungen, das als Ferntastorgan dient. Damit registrieren die Tiere Wasserbewegungen bzw. Druckgradienten entlang ihrer Kopf- und Körperoberfläche. Mit Hilfe dieser Informationen können die Tiere Feinde, Beutetiere und Artgenossen wahrnehmen und lokalisieren. Zudem wird angenommen, dass sie auf diesem Wege auch kommunizieren können. Die Sensoren im Seitenlinienorgan nennt man Neuromasten (26, 27). Sie bestehen aus von Gallerte umgebenen, fingerförmigen Gebilden, die ein oder mehrere unbewegliche feine Haare (Cilien) besitzen, welche ins freie Wasser hineinragen. Am Ende der Haare nehmen Nervenzellen die Signale auf (28).

Erstaunlich ist die hohe Lebenserwartung der Tiere in der Natur: Südafrikanische Krallenfrösche, die zum Teil in Gruppen in Flachwassergebieten leben, sollen bis zu 35 Jahre alt werden können. Andere Quellen geben 15 bis 25 Jahren an. Auch dieses Durchschnittsalter ist im Vergleich zu anderen Fröschen recht hoch (3).

Quellen

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