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Das Versuchstier des Jahres

Seit 2003 ernennt der Bundesverband Menschen für Tierrechte in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsvereinen das „Versuchstier des Jahres“.

Damit sollen Tierversuche an einer bestimmten Tierart öffentlich gemacht und die Situation der tierversuchsfreien Forschung aufgezeigt werden.

Im Jahr 2014 hat der Bundesverband den Affen – speziell die Makaken als typische Vertreter – zum „Versuchstier des Jahres“ ernannt.

Anlass für die Nominierung ist der skandalöse Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts (BVerWG), der am 20. Januar festlegte, dass die Affenversuche des Hirnforschers Kreiter an der Bremer Universität fortgeführt werden dürfen (mehr dazu hier).

Hinzu kommen die katastrophalen Zustände auf Mauritius und die Gefahr, dass Versuche mit Affen in das außereuropäische Ausland verlagert werden.

Haupteinsatzbereich: Qualvolle Giftigkeitsprüfungen

Ein weiterer Grund für die Nominierung ist, dass Makaken begehrte Primaten für den Einsatz in Versuchen sind. Nach der aktuellen Statistik wurden 2012 in Deutschland 1.350 Affen in Tierversuchen eingesetzt. Die meisten Affen, 72 Prozent bzw. 972 Tiere, wurden 2012 in toxikologischen Tests und anderen sogenannten Sicherheitsprüfungen eingesetzt; vielfach im Rahmen von Arzneimittelzulassungen. Affen werden überwiegend in der Entwicklungstoxikologie eingesetzt. Qualvolle Experimente müssen die Tiere auch besonders in der Grundlagenforschung ertragen. Hier stehen Impfstoffentwicklung und Hirnforschung (wie die des Bremer Hirnforschers Kreiter) an erster Stelle.

Fehlen: Komplette tierversuchsfreie Testsysteme

Im Bereich Toxikologie hat sich in der tierversuchsfreien Forschung zwar schon einiges bewegt, insbesondere bei der Prüfung von Substanzen auf Schädigungen von Haut und Auge (lokale Toxizitätstests). Die Affen konnten davon aber bislang nicht profitieren. Denn sie werden in anderen Testkategorien verwendet, z. B. der Reproduktionstoxikologie. Dort können zwar einzelne Tests tierversuchsfrei erfolgen, aber ein komplettes tierversuchsfreies Testsystem für alle Prüfparameter steht noch immer nicht zur Verfügung. Der Bundesverband wird das „Versuchstier des Jahres 2014“ aktiv nutzen, um Affenversuche öffentlich zu machen
und um die überfällige konsequente Förderung zum Ausbau tierversuchsfreier Verfahren einzufordern.

 

 PfeilAusführliche Informationen zum Affen, dem "Versuchstier des Jahres 2014", finden Sie hier.

 

resch

Der Bundesverband dankt dem diesjährigen Schirmherrn Gregor Resch ganz herzlich für die Unterstützung dieses wichtigen Projektes. Hier lesen Sie sein Grußwort.

 

Erfolge des „Versuchstier des Jahres“

Zu den "Versuchstieren" vergangener Jahre gab es bislang Erfolge zur Goldorfe (2003), zur „Muschelmaus“ (2006) und zum Kaninchen (2009) zu verzeichnen. Der Tierversuch mit der Süßwasserfischart Goldorfe zur Bestimmung der Giftigkeit von industriellem Abwasser wurde durch ein Testverfahren an Fischeiern ersetzt. Zur Ermittlung von Algengiften in Muscheln zum Verzehr erkannte die EU bislang lediglich einen Mäuseversuch an, stellte 2010 jedoch die Weichen zur EU-weiten Anwendung eines tiereinsatzfreien physikalisch-chemischen Verfahrens. Statt des Kaninchenversuchs zur Prüfung von Medikamenten auf fieberauslösende Substanzen wurde in 2010 ein sogenannter In-vitro-Pyrogentest mit menschlichem Blut bindend vorgeschrieben.

Bisherige Versuchstiere des Jahres waren:

2014: Der Affe (Schirmherr: Gregor Resch)
2013: Der Hund (Schirmherrin: Marianne Goldmann)
2012: Die "Atherosklerose-Maus" (Schirmherr: Wolfgang Horstmann)
2011: Der Krallenfrosch
2010: Das Schwein
2009: Das Kaninchen
2008: Die Ratte im Alkoholversuch (2)
2007: Die Ratte im Alkoholversuch (1)
2006: Die "Muschelmaus"
2005: Der Javaneraffe (2)
2004: Der Javaneraffe (1)
2003: Die Goldorfe

Mehr zu den Versuchstieren der Jahre 2003-2010 erfahren Sie unter: www.versuchstier-des-jahres.org

 

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