Slideshow Image 1
Slideshow Image 2
Slideshow Image 3
Slideshow Image 4

Tierschutzunterricht muss Spaß machen

Wie bringe ich Kindern bei, wie sich ein Schwein in einem dunklen, engen Maststall fühlt? Oder ein Löwe, der sein ganzes Leben im Zirkus verbringt? Oder ein einsames Kaninchen, das einsam in einem Käfig vor sich hinvegetiert? Christina Ledermann, Mitglied im Verwaltungsausschuss, hat 2014 ihre Ausbildung als Tierschutzlehrerin in der Akademie für Tierschutz abgeschlossen. Sie freut sich, dass sie nun weiß, wie sie Kinder für die Bedürfnisse der Tiere sensibilisieren kann und hofft, dass sie so dazu beitragen kann, dass unsere Welt in Zukunft eine bessere für die Tiere wird. Das Register dessen, was wir Menschen den Tieren antun, scheint endlos. Umso wichtiger ist es, Kindern und jungen Menschen auf eine ansprechende Art zu vermitteln, wie sie mit Tieren richtig umgehen und worauf sie achten müssen, um den Tieren nicht zu schaden. Wichtig ist es, die Kinder abzuholen ohne zu moralisieren und ihnen Raum für eigene Erkenntnisse zu lassen.

Fit für Unterrichtsbesuche in Schulen und Kindergärten
Um Tierschützer und Tierrechtler auf diese schwierige Aufgabe vorzubereiten, bietet der Deutsche Tierschutzbund jedes Jahr eine Ausbildung zum Tierschutzlehrer an. Nach Abschluss der Module „Heimtiere“, „Schule & Lernen“, „Mensch & Tier“, „Tiere in der Landwirtschaft“ und „Wildtiere“ sollen sie fachlich und didaktisch fit genug sein, um Unterrichtsbesuche in Schulen und Kindergärten durchzuführen. Darüber hinaus erhalten sie das nötige Rüstzeug, um Projektwochen, Ferienfreizeiten sowie Ausflüge, Führungen und Tierschutz-AGs spannend und lehrreich zu gestalten. Denn der Unterricht soll Spaß machen und das Erlernte nachhaltig sein.

Aktive Mitarbeit statt Frontalunterricht
Die pädagogischen Methoden orientieren sich deswegen statt des klassischen Frontalunterrichts an der aktiven Mitarbeit der Schüler. Das üben die Tierschutzlehrer selbst intensiv an den fünf Wochenenden in der Tierschutzakademie. Denn die Ausbildung erfolgt selbst größtenteils über Gruppenarbeiten, sei es das Konzipieren eines Arbeitsblattes, die Teilnahme an einem Rollenspiel oder die Vorbereitung einer Zirkusnummer (selbstverständlich ohne Tiere). Um am Ende des fünften Moduls das Zertifikat zu erhalten, muss jeder der angehenden Tierschutzlehrer eine etwa 45 minütige Lernkontrolle vorbereiten. Diese umfasst die Vorstellung eines Unterrichtskonzept für eine Doppelstunde sowie die praktische Umsetzung eines Teils dieses Konzeptes mit den anderen Tierschutzlehrern, die dann die Rolle der Schüler übernehmen. Die Lernkontrollen erfüllen dabei gleich mehrere Funktionen. Die Tierschutzlehrer lernen so, wie man einen Unterricht aufbaut und anleitet. Da jeder Teilnehmer eine Lernkontrolle machen muss, bekommen die Tierschutzlehrer so gleich fertige und phantasievolle Unterrichtskonzepte an die Hand, die sie für ihren eigenen Unterricht übernehmen können.

Wichtig: Was können die Kinder selbst tun?
Dabei lernen die Kinder beispielsweise in einem Rollenspiel, wie sich eine Stadttaube fühlt, die hungrig und erschöpft nach einem Brutplatz sucht. Mit einem Würfelspiel oder einem Domino kann auch kleinen Kindern beigebracht werden, wie beispielsweise Igel leben und wie wir sie schützen können. Ein anderer Ansatz ist, dass die Schüler selbst als Filmteams um die Welt reisen, um live vor Ort beispielsweise über die Haltung und den Handel mit exotischen Wildtieren zu berichten. Während ältere Schüler die Teilnahme an einer Podiumsdiskussion zu einem Tierschutzthema trainieren, werden kleinere Kinder mit Stofftieren angesprochen. Auch Mithilfe des Tierschutzkaspers oder eines Schattentheaters können kleine Kinder behutsam an Tierschutzprobleme herangeführt werden.

Lösungen anbieten
Wichtig ist, dass den Kindern und Jugendlichen trotz der drängenden Tierschutzprobleme Auswege und Lösungen angeboten werden, was sie selbst tun können. Dies kann z.B. sein, dass sie für ihr einsames Kaninchen im Tierheim einen passenden Kameraden suchen und auf eine artgerechte Haltung in einem Freigehege umstellen, dass die Jugendlichen sich gegen den Erwerb eines exotischen Wildtiers aussprechen, oder dass die heimatlose Stadttaube ein Zuhause in einem betreuten Taubenschlag findet. Eine Lösung, damit Tiere nicht mehr gequält und getötet werden, ist, dass die Menschen am besten keine Produkte vom Tier mehr essen. Was könnte dafür die beste Lösung sein? Na klar, ein leckeres veganes Essen, am besten gemeinsam gekocht!

Facebook Twitter You Tube E-Mail schicken

Kostenloser Newsletter

Immer über tagesaktuelle Entwicklungen, Hintergrundinformationen, Pressemitteilungen sowie über Tierrechts-Kampagnen und Mitmach-Aktionen informiert sein.

Jetzt Gratis-Infos bestellen »