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Startschuss für das Förderprojekt „Tierrechte jetzt!“

Um seine Tierrechtsarbeit vor Ort zu stärken, hat der Bundesverband das Förderprojekt „Tierrechte jetzt!“ ins Leben gerufen. Fünf Projekte der Mitgliedsvereine machten das Rennen. Sie beschäftigen sich mit Tierversuchen bzw. tierversuchsfreie Verfahren, Umsetzung einer Kastrations-Verordnung für Freigängerkatzen und mit der Förderung von Tierschutz im Unterricht.

Mitte Januar fiel die Entscheidung, welche Projekte seiner Mitgliedsvereine der Bundesverband dieses Jahr im Rahmen seines Förderprojektes unterstützen wird. Wichtige Kriterien bei der Auswahl waren, dass die Projekte die politische Arbeit des Bundesverbandes vor Ort stärken, dass sie nachhaltig wirken und dass sie auf andere Bundesländer oder Kommunen übertragbar sind. Der Vorstand war hocherfreut über die hohe Qualität der eingereichten Projekte und ihr Potenzial, über das eigentliche Projekt hinaus im Sinne der Tiere zu wirken.

Tierversuchsfrei: Lehrstuhl in Rheinland-Pfalz
Die Landesregierung Rheinland-Pfalz vergibt einen Tierschutzforschungspreis und Forschungsgelder für tierversuchsfreie Methoden. Was fehlt, um die Entwicklung tierleidfreier Verfahren entscheidend voranzubringen, ist jedoch eine Professur bzw. ein Zentrum für tierversuchsfreie humanspezifische Methoden. Der Bundesverband konnte dazu beitragen, dass vergleichbare Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen (CERST, Uni Düsseldorf) und in Hessen (Uni Gießen und Uni Frankfurt) eingerichtet wurden. Weitere gibt es in Baden-Württemberg (Uni Konstanz) und in Berlin (Charité). Die Bemühungen des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte und seines Mitgliedsvereins „Tierversuchsgegner Rheinland-Pfalz e.V.“ führten 2006 dazu, dass die damalige Umweltministerin Margit Conrad den Tierschutzforschungspreis einrichtete. Im Rahmen des Förderprojektes „Tierrechte jetzt!“ wird der Mitgliedsverein nun einen Vorstoß für die Einrichtung eines Lehrstuhl in Rheinland-Pfalz machen.

Biologiestudium ohne „Tierverbrauch“
Tierversuche werden noch immer zu Aus- und Fortbildungszwecken gemacht. In der Biologie müssen Studierende beispielsweise im zoologischen Anfängerpraktikum Tiere vom Einzeller bis zum Säugetier untersuchen und dafür u. a. Fische, Mäuse oder Ratten sezieren (sogenannter Schnippelkurs). Damit soll an den Hochschulen in Baden-Württemberg jetzt Schluss sein. Der Mitgliedsverein Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg wird sich im Rahmen eines Förderprojektes dafür einsetzen, dass an den pädagogischen Hochschulen und Universitäten in Baden-Württemberg ein Biologiestudium ohne Tierverbrauch möglich wird. Vorbild sind die Unis Mainz und Jena, wo Studierende mittlerweile im Bachelor der Biologie tierfreie Wahlkurse belegen können. Das Fernziel ist, dass ein Studium ohne Tierverbrauch zur Regel und zum Qualitätssiegel für moderne Hochschulen wird.

Tut Not: Kastrationsverordnung
Der Notstand in den Tierheimen und das Elend wild lebender Katzen kann nur durch die Kastration und Registrierung von Katzen beendet werden. Geregelt wird dies mit Paragraf 13b Tierschutzgesetz, der die Länder ermächtigt, dies per Verordnung zu regeln. Bisher galt der Paragraf als nicht praxistauglich, weil er zu kompliziert ist. Im August 2015 gelang es Darmstadt als erster Kommune, eine Verordnung nach Paragraf 13b Tierschutzgesetz zu erlassen. Nach dem Darmstädter Vorbild soll dies im Rahmen des Förderprojektes nun auch in mehreren Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz umgesetzt werden.

Tierrechte in die Lehrpläne
Im Juni 2015 startete der Bundesverband seine Aktion "Tierrechte in die Lehrpläne", die die Kultusminister auffordert, Tierschutz- und Tierrechte zum festen Bestandteil von Lehrplänen, Prüfungen und der Lehrer-Ausbildung zu machen. Die Zielsetzung, SchülerInnen für den Umgang mit Tieren zu sensibilisieren, verfolgen auch zwei Förderprojekte in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. Der Tierschutz Halle e.V. wird sich dafür einsetzen, dass der Tierschutz ein selbstständiges Lehrfach in den allgemeinbildenden Schulen des Landes Sachsen-Anhalt wird. Ein nicht nur politisch sondern auch wissenschaftlich ambitioniertes Projekt, das mit der Anfertigung einer Masterarbeit verknüpft wird. Das Projekt „Tierethik macht Schule“ setzt direkt bei den Schulen an. Über eine Preisvergabe für die tierfreundlichste Schule in Baden-Württemberg wird auf die große gesellschaftliche Bedeutung des Themas aufmerksam gemacht.

Fazit: Tierrechtsarbeit stärken und multiplizieren
Die fünf Projekte verstärken in vorbildlicher Weise die Tierrechtsarbeit unseres Bundesverbandes. Sie sind Multiplikatoren und Kristallisationspunkte, damit die Tierrechte in unserer Gesellschaft mehr Fuß fassen. Darüber hinaus haben sie exemplarischen Charakter und können auf andere Bundesländer und Kommunen übertragen werden. Wir freuen uns, bald über den Verlauf und den erfolgreichen Abschluss der Projekte berichten zu können.

Tierrechte sind ein elementarer Bildungs- und Erziehungsauftrag:
Bitte machen Sie mit bei der Aktion "Tierrechte in die Lehrpläne"

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