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Ein Muss für die Hochschul-Ausbildung: Das Mensch-Tier-Verhältnis

foto ferkel kleinDas Verhältnis unserer Gesellschaft zu den Tieren verändert sich. Das Thema vegane Ernährung erlebt einen sensationellen Boom. Bücher zur Tierethik, wie Hilal Sezgins „Artgerecht ist nur die Freiheit“ stehen auf den Bestsellerlisten. Die Soziologin Prof. Birgit Pfau-Effinger, die an der Universität Hamburg die erste Forschungsgruppe zum Mensch-Tier-Verhältnis in Deutschland gegründet hat, berichtet uns im Interview, dass kein anderes Thema auf solch großes Interesse auf Seiten der Studierenden stößt. Der Ansturm auf Lehrveranstaltungen zum Mensch-Tier-Verhältnis sei überwältigend.

Doch wie sieht es sonst aus an unseren Universitäten? Spiegelt sich dieser gesellschaftliche Wandel auch in den Lehrangeboten wieder? Wir zeigen einerseits die vielversprechenden Ansätze des aufstrebenden, interdisziplinären Forschungsgebietes der „Human-Animal Studies“. Andererseits legen wir auch die immensen Defizite offen, die sich – trotz Erfolgen in diesem Bereich – in den natur- oder veterinärwissenschaftlichen Studiengängen, aber auch bei den Rechtswissenschaften auftun. Wir sind der Meinung, dass sich dies ändern muss. Unsere Forderung: Der Schutz der Tiere und vor allem ihre Rechte gehören in einem Rechtsstaat selbstverständlich in den Schulunterricht, in die politische Bildung und in die Lehrpläne der Universitäten.

Bitte machen Sie mit bei unserer Aktion "Tierrechte in die Lehrpläne!" Danke

Der Bewusstseinswandel im Umgang mit dem Tier ist im vollen Gange
Tiere werden zunehmend weniger als Sache, als Objekt wahrgenommen, denn als individuelle Persönlichkeit und Subjekt, dem Sympathie und Empathie zusteht. Wir vom Bundesverband sehen diese Entwicklung voller Freude und tragen mit unseren Projekten InVitroJobs, Satis und unserem erfolgreichen Engagement für Lehrstühle für tierversuchsfreie Verfahren unseren Teil dazu bei, im Bereich der Forschung und Lehre spürbare Fortschritte für die Tiere zu erreichen. Natürlich sind wir ungeduldig, weil so viele Tiere immer noch im Elend leben. Umso mehr bemühen wir uns mit Entschlossenheit und Ausdauer unseren Beitrag zu leisten, dass dieser hoffnungsvolle Aufbruch zu einem neuen Mensch-Tier-Verhältnis nachhaltig ist; dass er sich festigt und weiterentwickelt. Dies sich dies lohnt, zeigen uns die aktuellen Erfolge bei der Tierschutz-Verbandsklage, für die wir seit zwölf Jahren konsequent kämpfen. Das Klagerecht ist ein wichtiger Beitrag für unsere Demokratie, die politische Bildung und konkreter Ausdruck dieses Bewusstseinswandels.

Wie kann der Tierrechtsgedanke in die Ausbildung integriert werden?
Der Hoffnungsträger für die Zukunft der Tierrechte ist ohne Zweifel die junge Generation. Unser zukünftiges Verhältnis zu den Tieren liegt in ihren Händen. Die zentralen Fragen lauten daher: Wie können junge Menschen für dieses wichtige Thema sensibilisiert werden? Wie kann es gelingen, den Tierrechtsgedanken mit all seinen komplexen Zusammenhängen in die Ausbildung junger Menschen zu integrieren? Wir beginnen mit dem Bereich Forschung und Lehre, da unsere Projekte auf der universitären Ebene angesiedelt sind. Es zeigt sich, dass die Entwicklung in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sehr viel weiter gediehen ist, als in den Naturwissenschaften. Während die Studierenden in den natur- oder veterinärwissenschaftlichen Studiengängen durch das verpflichtende Sezieren von Tieren oder das Schlachthofpraktikum gegenüber dem Leid der Tiere immer noch desensibilisiert werden, untersuchen junge Sozialwissenschaftler, längst die Ursachen des Speziesismus*.

Der Grundstein wird in der frühkindlichen Erziehung gelegt
Doch auch bei den Rechtswissenschaften liegt noch vieles im Argen. Der Jurist und ehemalige Vorsitzende des Bundesverbandes Dr. Eisenhart von Loeper beklagt, dass die rechtliche Stellung des Tieres in den Lehrplänen der Rechtswissenschaft nur eine verschwindend geringe Rolle spielt. Damit zukünftige Anwälte, Richter und Staatsanwälte für die Rechte der Tiere eintreten können, muss es im Jurastudium mehr Wahlangebote und die Möglichkeit einer tierschutzrechtlichen Spezialisierung geben.

Das Thema Bildung ist hoch komplex. Der Grundstein für unser Verhältnis zum Tier wird natürlich schon in der frühkindlichen Erziehung gesetzt. Insofern sind alle, die an der Vermittlung von Wissen beteiligt sind, wie Eltern, Erzieher, Lehrer und Hochschullehrer gefordert, sich an der Verbreitung und Etablierung des Tierrechtsgedankens zu beteiligen. Dies ist zweifellos noch ein langer Weg, den wir mit weiteren Beiträgen zu dem wichtigen Thema Bildung mitgestalten werden. Trotz der Komplexität können wir unsere Kernforderung jedoch klar benennen: Tierschutz und Tierrechte gehören in die Kindergärten, in den Unterricht und in die Lehrpläne der Universitäten. Nur so können die Bürger und Entscheidungsträger von Morgen auf ihre große gesellschaftliche Verantwortung im Sinne der Tiere vorbereitet werden.

*Der Speziesismus ist die durch ihre Artzugehörigkeit begründete Ungleichbehandlung und Ausbeutung von Lebewesen.

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