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Newsletter Tierrechte Nr. 3/13 vom 15.02.2013

newsletter15.02.2013

Inhalt

  • Niedersachsen: Koalitionsvertrag sieht umfangreiches Tierschutzprogramm vor
  • Intensivtierhaltung: Widerstand wächst
  • Tierversuche: Forscher zweifeln an Übertragbarkeit
  • Tierschutz-Verbandsklage: Öffentliche Anhörung in NRW
  • Zwangsbejagung: Gericht entscheidet zugunsten von Jagdgegnern
  • Tierschutzpolitik: Kolumne hinterfragt Widersprüche
  • Pferdefleisch: Der eigentliche Skandal ist ein anderer
  • Kunstfleisch: Forscher suchen nach Alternativen
  • Spanien will Stierkampf zum "Kulturerbe" machen
  • Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen
  • Termine: Demos & Co.

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Niedersachsen: Koalitionsvertrag sieht umfangreiches Tierschutzprogramm vor

SPD und Grüne haben ihren Koalitionsvertrag (2013-2018) am 13. Februar vorgestellt. Er soll am 16. und 17. Februar auf den Parteitagen von SPD und Grüne bestätigt werden. Das umfangreiche Tierschutzprogramm hat zum einen den Schwerpunkt auf der Umstellung der Landwirtschaft zu einer besseren Tierhaltung, weitere markante Punkte sind: Einführung der Tierschutz-Verbandsklage als Feststellungsklage (hier hatte die SPD vor der Wahl noch Klärungsbedarf) und eines hauptamtlichen Tierschutzbeauftragten, Kastrationsgebote für Freigängerkatzen und angemessene Unterstützung der Tierheime sowie Reduktion der Tierversuche. Christian Meyer (Grüne), während der letzten Legislatur tierschutzpolitischer Sprecher mit markantem Tierschutzprofil, ist designierter Landwirtschaftsminister und damit für Tierschutz zuständig.

Sie können sich den Koalitionsvertrag als PDF herunterladen unter:
www.tierschutzwatch.de

Lesen Sie dazu auch den Artikel „Steht in Niedersachsen die Massentierhaltung vor dem Aus?“ und ein Portrait des neuen grünen Landwirtschaftsministers Christian Meyer im Deutschlandradio.

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Intensivtierhaltung: Widerstand wächst

Unter der Überschrift "Kulturkampf auf dem Dorf" wird in der Ausgabe des Spiegels 7/13 über die die Auseinandersetzung um die Agrarindustrie in Niedersachsen berichtet. Diese nähme mittlerweile militante Züge an und selbst die Kirchen hätten sich schon in den Konflikt eingeschaltet. Auch das bundesweite "Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken" meldet diese Woche die vorläufige Stilllegung gleich mehrerer Großmastanlagen in den letzten Wochen. Diese seien "Meilensteine bei der Verhinderung agrarindustrieller Großmastanlagen".

Hier lesen Sie den Spiegel-Artikel online:
magazin.spiegel.de

Hier lesen sie die Pressemitteilung der AbL unter:
www.buerger-massen.de

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Tierversuche: Forscher zweifeln an Übertragbarkeit

Ein Großteil der medizinischen Grundlagenforschung beruht auf Versuchen an Mäusen. Ein US-amerikanisches Forscherteam berichtet nun nach einer aufwendigen Studie, dass sich die an Tieren gewonnenen Erkenntnisse bei Entzündungsprozessen in späteren Studien an Menschen eher selten bestätigen. Um die Frage der Übertragbarkeit systematisch zu klären, verglich das Konsortium, dem rund 20 Forschungseinrichtungen angehören, erstmals die Folgen von Entzündungsprozessen für das Erbgut von Mensch und Maus. Die Ähnlichkeiten lagen im Zufallsbereich. Zudem unterschieden sich die Reaktionen der Mäuse, selbst bei gleicher Verletzungsart, deutlich voneinander. Die Forscher kommen zu den Ergebnis, dass die vorherrschende Annahme, molekulare Ergebnisse aus Mausmodellen könnten auf den Menschen direkt übertragen werden, durch die Studie in Frage gestellt wird. Es müssten neue Ansätze erforscht werden, um die Möglichkeiten zum Erforschen menschlicher Erkrankungen zu verbessern. Diese Erkenntnis ist für den Bundesverband nicht neu. Eine Folge der wissenschaftlich fragwürdigen Extrapolation vom "Versuchstier" auf den Menschen sind die vielen für sicher gehaltenen Medikamente, welche in den letzten Jahrzehnten trotz ausgedehnter tierexperimenteller Erprobung wieder vom Markt genommen werden mussten.

Mehr Infos unter:
www.spiegel.de

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Tierschutz-Verbandsklage: Öffentliche Anhörung im NRW-Landtag

Am Mittwoch, den 20. Februar 2013, findet um 10.30 Uhr in Raum E3 - A02 im Landtag in Düsseldorf eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz statt. Thema: Verbandsklagerecht und Mitwirkungsrechte für Tierschutzvereine. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte wird als Sachverständiger an der Anhörung teilnehmen.

Weitere Infos unter:
www.landtag.nrw.de
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Zwangsbejagung: Gericht entscheidet zugunsten von Jagdgegnern

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschied am 30. Januar zugunsten der Jagdgegner, die die Jagd auf ihren Grundstücken aus ethischen Gründen ablehnen. Ab dem 1. April 2013 darf auf ihren Grundstücken – mit wenigen Ausnahmen – nicht mehr gejagt werden. Das Gericht trägt damit dem Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Rechnung, der im Juni 2012 entschieden hatte, dass Grundstückseigentümer die Jagd auf ihrem Grund und die Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften aus ethischen Gründen nicht mehr uneingeschränkt dulden müssen. Während die Bundesländer bei der dringenden Modernisierung des Jagdrechts vorangehen, versagt die Bundesregierung bei ihrer Novelle des Bundesjagdgesetzes: Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) legte am 19. Dezember einen Gesetzentwurf vor, der das Urteil des EGMR umsetzen sollte. Doch der Entwurf, der die eindeutige Handschrift der Jagdlobby trägt, torpediert das Urteil des EGMR. Mit verschiedenen Regelungen wie einem aufwendigen Verfahren, in dem der Antragsteller "seine ethischen Motive" glaubhaft machen soll, durch die Androhung von Entschädigungszahlungen oder der anteiligen Übernahme von Wildschäden sollen Jagdgegner abgeschreckt werden, ein Verbot zu erwirken.

Sehen Sie dazu auch einen ZDF-Beitrag (ab Minute 5:25) unter:
www.zdf.de/ZDFmediathek

Hier lesen Sie die Pressemitteilung des Gerichtshofes vom 05.02.2013:
www.vgh.bayern.de

Hier können Sie sich den Gesetzentwurf der Bundesregierung herunterladen unter:
www.tierschutzwatch.de

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Tierschutzpolitik: Kolumne hinterfragt Widersprüche

Im ZEITmagazin sinniert der Kolumnist Harald Martenstein "Über echten und falschen Tierschutz". Ihm ist es unergründlich, warum Sex mit Tieren verboten werden soll, während die Quälerei bei der Schlachtung völlig legal bleibt. Sein Fazit: An der deutschen Rechtsprechung stimmt etwas nicht.

Hier lesen Sie die gelungenen Kolumne online:
www.zeit.de

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Pferdefleisch: Der eigentliche Skandal ist ein anderer

Die Wogen schlagen hoch im neuesten Lebensmittel-Skandal um falsch deklariertes Pferdefleisch in  Fertiggerichten. Nun ist auch Deutschland betroffen und es konnte ein Schmerzmittel (Phenylbutazon) nachgewiesen werden, das in großen Mengen für den Menschen gefährlich werden kann. Nun geht es darum, den Betrug aufzuklären und die europäischen Kennzeichnungsregeln zu reformieren. Es ist zwar schändlich, ahnungslosen Konsumenten etwas unterzujubeln, aber der eigentliche Skandal ist, was der Mensch den sogenannten Nutztieren wie Hühnern, Schweinen und Kühen tagtäglich in Zuchtanlagen, Mastställen und Schlachthäusern antut. Und an der Frage des Pferdefleisches entzündet sich die ganze Schizophrenie unseres Mensch-Tier-Verhältnisses, das zwischen "Haus-" und "Nutztier" unterscheidet. Wer sicher sein will, kein Fleisch von geliebten oder gequälten Tieren zu essen, der sollte einfach ganz auf Fleisch und Produkte vom Tier verzichten.

Dies fand auch die Tierethikerin Hilal Sezgin. Ihren Kommentar in der WDR5-Sendung Politikum vom 13.02 können Sie hier nachhören: www.wdr5.de
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Kunstfleisch: Forscher suchen nach Alternativen

Fünf Startups und Forscherteams wollen den Verbrauchern in naher Zukunft Kunstfleisch anbieten, das sich von herkömmlichen Fleisch nicht unterscheidet. Dabei bedienen sie sich verschiedener Techniken wie dem dreidimensionalen Druck von Fleischproteinen oder der Kultivierung von Zellkulturen – die Entwicklungen sind bemerkenswert weit.

Mehr Infos unter:
green.wiwo.de
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Spanien will Stierkampf zum "Kulturerbe" machen

Obwohl immer weniger Spanier den Stierkampf gutheißen, will die konservative Regierung die "Corrida" per Gesetz als Kulturerbe schützen lassen. Die Stierkampf-Befürworter wollen damit auch gleich regionale Stierkampf-Verbote aushebeln, wie das in Katalonien.

Mehr Infos unter:
www.rundschau-online.de

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Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen

Online-Petition: Kompetenzzentrum statt Tierversuche
unter: www.tierrechte.de

Online-Petition der Europäischen Bürgerinitiative Stop Vivisection unter:
www.stopvivisection.eu

EU-Abgeordneten-Check der Kampagne "Meine Landwirtschaft" anläßlich der anstehenden EU-Agrarreform unter: www.meine-landwirtschaft.de

Kampagne "K.O." für Tierfabriken des BUND mit einem Aufruf an Ministerin Ilse Aigner unter: www.tierfabriken.net

Petition für eine europaweite Videoüberwachung an Schlachthöfen unter: www.petitionen24.com

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Termine: Demos & Co.

15.-17. Februar 2013: VeggieWorld in Wiesbaden
Montag, 18. Februar 2013: Veganer Stammtisch in Aachen
Mittwoch, 20. Februar 2013: Anhörung im NRW-Landtag zur Tierschutz-Verbandsklage
Sonntag, 3. März 2013:  VeganBrunch in Solingen
Montag, 4. März 2013 Vebu-Stammtisch Regionalgruppe Aachen
Freitag, 15. März 2013  9. Deutscher Pferderechtstag in Berlin
Montag, 18. März 2013: Veganer Stammtisch in Aachen

Alle Termine finden Sie unter:
www.tierrechte.de

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