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Newsletter Tierrechte Nr. 20/11 vom 25.11.2011

25.11.2011

Inhalt

  • Pressemitteilung: Erfolg: Uni Mainz erlässt Sezierpflicht an Tieren
  • Sachsen-Anhalt will Wildtierverbot in Zirkussen aufhalten
  • Tierschutz-Verbandsklage NRW: Stellungnahme und Petition
  • Tierschutz-Verbandsklage: Saar-SPD fordert besseres Gesetz
  • Berlin: Tierschutz im Koalitionsvertrag
  • Bremen: Affenversuche erneut nicht genehmigt
  • Alarmierende Antibiotikastudie: Fast alle Masthühner betroffen
  • Stadttauben-Urteil: Behörde legt Revision ein
  • Ukraine will grausame Hunde-Tötungen stoppen
  • Haie: EU will sie besser schützen
  • Pelz: West Hollywood beschließt Verbot
  • Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen
  • Termine

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Pressemitteilung des Bundesverbandes vom 18.11.2011

Gewissensfreiheit im Biostudium – Uni Mainz erlässt Sezierpflicht an Tieren

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat in dieser Woche veröffentlicht, dass Studierende der Biologie ab dem Sommersemester 2012 ein Alternativprogramm zum Sezieren von getöteten Tieren wählen können. Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte ist das beispielhaftes Handeln sowie ein sichtbarer Erfolg eines konstruktiven Austausches zwischen Studentenvertretern, Bundesverband und der Universität. Zur Debatte um das Recht auf Gewissensfreiheit war es im Sommer gekommen, nachdem immer wieder Biologie-Studenten gezwungen waren, sich zwischen dem ethisch belastenden Tiereinsatz in Pflichtkursen und dem Studienabbruch zu entscheiden.

Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung: www.tierrechte.de

Nach dem großartigen Erfolg in Mainz rufen wir Studierende anderer Universitäten auf, ebenfalls aktiv zu werden. Fordert gleiches Recht für den gleichen Abschluss! In Berlin hat sich soeben eine Gruppe gegründet, die weitere Mitstreiter sucht.

Mehr Infos unter:
www.studieren-ohne-tierversuche.com

Mehr zum Bundesverband-Projekt "SATIS - für humane Ausbildung":
www.satis-tierrechte.de

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Sachsen-Anhalt will Wildtierverbot in Zirkussen aufhalten

Heute sollte der Bundesrat über ein Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkussen abstimmen. Der Antrag geht zurück auf eine Initiative Hamburgs von Mitte September. Der Bundesratsausschuss hatte bereits seine Zustimmungsempfehlung am 9. November gegeben. Doch Sachsen-Anhalt will eine Vertagung der Abstimmung erreichen, um insbesondere feststellen zu lassen, ob die derzeitige Vollzugslage nicht bereits ausreichend ist.
Gerade weil der Vollzug tierschutzrechtlicher Bestimmungen in Zirkussen deutlich erschwert und oftmals unmöglich ist, hatte Hessen als erstes Bundesland bereits 2003 einen Antrag in den Bundesrat eingebracht, dem die Länder zugestimmt hatten. Aber die Bundesregierung hat bisher nicht gehandelt, weil sie das Grundrecht der Berufsfreiheit für Dompteure oder Tierlehrer verletzt sieht.

Die Haltung von Wildtieren im Zirkus ist mittlerweile in 13 europäischen Ländern ganz oder teilweise verboten.  Auch der Bundesverband setzt sich seit Jahren für ein Verbot ein. Und betreibt dazu u.a. die Webseite www.zirkus-ohne-tiere.de. Zuletzt forderte er im Oktober in einem gemeinsamen Schreiben von 13 namhaften Verbänden die Länder auf, sich endlich für das Verbot auszusprechen.

Hier können Sie die Dokumente zum aktuellen Vorgang einsehen:
www.tierschutzwatch.de

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Tierschutz-Verbandsklage NRW: Stellungnahme und Petition

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich schon seit Langem für die Einführung der Tierschutz-Verbandsklage ein. In Nordrhein-Westfalen steht die Einführung des wichtigen Klagerechtes hoffentlich kurz bevor. Das Gesetz soll Anfang 2012 verabschiedet werden.  Am 30. November findet eine Anhörung im Umweltausschuss des Düsseldorfer Landtags statt. Eine Vertreterin des Bundesverbands ist als Sachverständige vor Ort. Zudem liegt dem Ausschuss eine detaillierte Stellungnahme unseres Verbandes vor.

Kurz vor Beginn der Anhörung werden der Bundesverband und sein Siegener Mitgliedsverein Die Tierfreunde über 25.000 Unterschriften für die Einführung des Verbandsklagerechts für Tierschutzorganisationen an den Vorsitzenden des federführenden Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (KUNLV) Friedhelm Ortgies (CDU) übergeben, um der rot-grünen Landesregierung zu demonstrieren, dass die Bürger das wichtige Klagerecht für Tierschutzorganisationen unbedingt befürworten. Die Landesregierung muss jetzt unterstützt werden, denn die Gegner aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Behörden betreiben derzeit massive Lobbyarbeit gegen das  Klagerecht.

Falls Sie unsere Petition noch nicht unterschrieben haben, können Sie dies noch bis Anfang nächster Woche tun. Dann können wir auch Ihre Stimme am 30. November im Düsseldorfer Landtag übergeben.

Hier geht es zur Petition:
openpetition.de

Hier lesen Sie die Stellungnahme des Bundesverbandes zum Kabinettsentwurf als PDF:
www.tierrechte.de
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Tierschutz-Verbandsklage: Saar-SPD fordert besseres Gesetz

Die saarländische SPD-Landtagsfraktion hat Anfang November einen Änderungsantrag zum Gesetzentwurf zur Tierschutz-Verbandsklage der Landesregierung (CDU/Grüne/FDP) eingebracht. Die SPD will, dass sich das Gesetz an der guten Vorlage Nordrhein-Westfalens orientiert. Der Bundesverband musste schon im August den saarländischen Entwurf als "rechtlich unsauber" und als "Klagerecht auf Sparflamme" kritisieren.

Hier können Sie sich den Antrag als PDF herunterladen:
www.tierschutzwatch.de

Hier können Sie den Regierungsentwurf einsehen:
www.tierschutzwatch.de

Hier lesen Sie die Pressemitteilung des Bundesverbandes vom 25. August:
www.tierrechte.de
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Berlin: Tierschutz im Koalitionsvertrag

Der Koalitionsvertrag der neuen rot-schwarzen Berliner Regierung steht. Der Tierschutz wird auf Seite 89 in mehreren Punkten genannt. Hier einige Beispiele: Tieren soll ein artgerechtes Leben ermöglicht werden, Tierschutz-Kontrollen in Haltungen von Nutz- und Haustieren sollen gesteigert und Verstöße stärker geahndet werden. Tierversuche sollen eingeschränkt und tierfreie Methoden gefördert werden. Zudem soll weiterhin ein ehrenamtlicher Tierschutzbeauftragter eingesetzt, ein Tierschutzpreis ausgelobt und das Berliner Hundegesetz überprüft werden. Die Ausführungen zum Tierschutz sind sehr allgemein und vage. Die Einführung der Tierschutz-Verbandsklage ist nicht, wie vom Bundesverband gefordert, vorgesehen.
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Bremen: Affenversuche erneut nicht genehmigt

Die Bremer Gesundheits-Senatorin Jürgens-Pieper hat auch einen neuen Antrag des Hirnforschers Andreas Kreiter auf Durchführung von Affenversuchen nicht genehmigt. Das wurde am 17. November bekannt. Die Senatorin stützt ihre Entscheidung u.a. auf ein Gutachten des anerkannten Wissenschaftlers John Gluck. Danach sind die Affenversuche Kreiters mit erheblichem Leid für die Makaken verbunden. Der Psychologie-Professor der University of New Mexico belegt gutachterlich, dass die Makaken zwischen "moderat und erheblich" leiden. Besonders der Wasserentzug während der Experimente wird als sehr belastend bewertet. Das Gutachten belegt damit die Position von Tierschützern und Behörden.

Das Bremer Gesundheitsressort hatte dem Hirnforscher 2008 nach über zehn Jahren die Genehmigung für seine Versuche an Makaken aus ethischen Gründen nicht verlängert. Der Wissenschaftler klagte gegen das Verbot und bekam 2010 seitens des Bremer Verwaltungsgerichts teilweise recht. Dagegen legte die Behörde ihrerseits Berufung ein; die gerichtliche Entscheidung steht noch aus.

Die Universität kündigte jetzt an, einen  Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht zu stellen, damit die Versuche fortgesetzt werden können.

Das Gerichtsverfahren gilt als richtungsweisend, denn es entscheidet darüber, was schwerer wiegt: Forschungsfreiheit oder Tierschutz. Beide sind in der Verfassung verankert. Der Bundesverband setzt sich für ein Verbot der Affenversuche ein und bestärkt die Gesundheitsbehörde darin, zugunsten der Affen bei ihrer Linie zu bleiben.
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Alarmierende Antibiotikastudie: Fast alle Masthühner betroffen

Eine aktuelle Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) zum Antibiotika-Einsatz in der Hühnermast beweist, wovor Kenner der Geflügelmast schon lange warnen: Fast jedes Masthuhn wird während der kurzen und tierquälerischen Mast mit Antibiotika behandelt. Insgesamt wurden 96,4 Prozent der Tiere aus den untersuchten NRW-Betrieben Antibiotika verabreicht. Dass die Tiere keine Antibiotika erhalten, ist mit weniger als vier Prozent die Ausnahme. Die allermeisten Tiere erhalten die Medikamente mehr als eine Woche lang. Pro Mastdurchgang wurden durchschnittlich drei verschiedene Mittel verabreicht. Teilweise erhielten die Hühner sogar bis zu acht verschiedene Substanzen. In den schlimmsten Fällen kam es vor, dass die Tiere bis zu 26 Tage lang mit Antibiotika behandelt wurden. Laut dem nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne), der die Studie am 15. November vorstellte, sind die Studienergebnisse bundesweit übertragbar. Das Gutachten ist das erste, das den Einsatz von Antibiotika in der sogenannten Hähnchenmast systematisch und umfassend untersucht.

Remmel bilanzierte, dass der massive Einsatz und die Art und Weise, wie die Medikamente verabreicht wurden, nur den Schluss zulasse, dass es sich entweder um Wachstumsdoping handele oder aber die Art der Tierhaltung derart anfällig für Krankheiten sei, dass sie ohne Antibiotika nicht mehr auskomme. Wenn es aber nur noch mit Antibiotika ginge, dann sei für ihn klar, dass diese Art von Massentierhaltung aus rechtlicher und ethischer Sicht keinen Bestand haben könne.

Der Einsatz von Antibiotika in der intensiven Tierhaltung steht auch deshalb in der Kritik, weil er die Entwicklung von multiresistenten Keimen fördert, die auch für den Menschen hochgefährlich sind. Das NRW-Verbraucherschutzministerium fordert nun politische Konsequenzen aus der Studie und stellte einen umfangreichen Forderungs- und Maßnahmenkatalog vor.

Die Studie, weitere Informationen und ein Online-Interview mit Minister Remmel zum Thema finden Sie unter folgendem Link: www.antibiotikastudie.nrw.de

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Stadttauben-Urteil: Behörde legt Revision ein

Im September berichteten wir hinsichtlich des gravierenden Urteils des Verwaltungsgerichtshofs Kassel im Streit um das gewerbsmäßige Töten von Stadttauben. Der Kläger, ein Falkner, bekam von den Richtern zwar keine grundsätzliche Erlaubnis für das gewerbsmäßige Fangen und Töten der Tiere. Die Richter verpflichteten aber den zuständigen Landkreis Limburg-Weilburg, den Antrag des Falkners neu zu prüfen und festzulegen, ab wann von einer Taubenplage gesprochen werden kann und die Tiere getötet werden dürfen. Das Gericht lies Revision zu.
Die gute Nachricht: Das Veterinäramt des Kreises Limburg-Weilburg hat sich beraten, ist standhaft geblieben und hat im Sinne des Tierschutzes Rechtsmittel eingelegt.

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Ukraine will grausame Hunde-Tötungen stoppen

Laut Medienberichten will die Ukraine das massenhafte Töten von Straßenhunden beenden und hat sich bereiterklärt, stattdessen endlich Tierheime einzurichten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Tierfreunde aus der ganzen Welt gegen die grausamen Tötungsaktionen protestiert hatten. Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft, die im nächsten Jahr in der Ukraine stattfindet, hatten die Behörden begonnen, Straßenhunde zu töten. Hundefänger sollen die Tiere eingefangen und schließlich in mobilen Krematorien lebendig verbrannt haben.  Auch der Bundesverband protestierte gegen das skandalöse Vorgehen und rief zu einer Protestaktion auf.

Damit den Ankündigungen auch tatsächlich Taten folgen, sollte der Druck aufrechterhalten bleiben. Protestieren Sie daher mit unter:
www.tierschutznews.ch
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Haie: EU will sie besser schützen

Die EU will das so genannte Finning verbieten. Bei der grausamen Praxis werden den Haien die begehrten Flossen abgeschnitten und die noch lebenden Tiere dann zurück ins Wasser geworfen. Um dies zu unterbinden, muss, wer in EU-Gewässern Haie fängt, zukünftig das vollständige Tier vorweisen können. Die EU-Kommission hofft so auf einen Rückgang der Fänge, da dies für die Fischer wirtschaftlich weniger attraktiv ist. Die neue Regelung gilt auch für europäische Flotten, die in internationalen Gewässern auf Fang gehen und in außereuropäischen Häfen anlanden.
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Pelz: West Hollywood beschließt Verbot

Die Gemeinde West Hollywood hat beschlossen, ab 2013 den Verkauf von Pelzkleidung mit einer Verordnung zu verbieten. Das Verbot umfasst den Verkauf von Kleidung, die aus Tieren mit Haaren oder Fell hergestellt wurde und nennt explizit Fuchs, Nerz, Kaninchen, Bär, Seehund und Chinchilla. West Hollywood hat sich bereits in der Vergangenheit mit besonders tierfreundlichen Gesetzen hervorgetan. Haustiere werden dort beispielsweise offiziell als "Gefährten" anerkannt.

Mehr Infos unter:
www.spiegel.de
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Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen

Petition für die Tierschutz-Verbandsklage in NRW
Die Unterschriften werden am 30. November im Düsseldorfer Landtag übergeben.
Vielen Dank fürs Mitzeichnen.
Hier geht es zur Petition: openpetition.de

Kampagne gegen Tierversuche für Kosmetik
Hier kommen Sie zur Petition und zum Download der Unterschriftenliste:
www.nocruelcosmetics.org

Unterschriftenaktion gegen geklonte Tiere zur Lebensmittelproduktion
Das Klonen von Tieren zum Zweck der Lebensmittelproduktion ist heftig umstritten. Der Prozess des Klonens bedingt unnötiges Leid, da viele Tiere während des Klon-Prozesses sterben. Hier können Sie sich an der Unterschriftenaktion "Clone-Free-Food" beteiligen (in englischer Sprache): www.clonefreefood.eu

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Termine

  • Samstag, 26. November: Messe "Veganfach" in Berlin
  • Samstag, 17. Dezember: Demo gegen Tierversuchslabor in Frankfurt
  • Montag, 19. Dezember: Vegan-Stammtisch in Aachen

Infos zu allen Terminen unter: www.tierrechte.de

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