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Newsletter Tierrechte Nr. 18/12 vom 07.09.2012

07.09.2012

Inhalt

  • Tierschutzgesetz: Bundesregierung lehnt Verbesserungen ab
  • Zum Nachsehen: "Wie billig kann Bio sein?"
  • Kükentötung: Bio-Betriebe starten Pilotprojekt
  • Zwangsbejagung: Immer mehr Eigentümer wollen Jagd untersagen
  • Abgewiesen: Klage eines Nerzfarmbetreibers
  • Wassermangel: Wissenschaftler sagen Ende der Fleischkultur voraus
  • Antibiotika: Gesundheitsrisiken durch Intensivtierhaltung
  • Gutes tun: Kauf Ein – Zeig Herz
  • Erfahrungsbericht: Warum ich keine Tiere esse
  • Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen
  • Termine: Demos & Co.

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Tierschutzgesetz: Bundesregierung lehnt Verbesserungen ab

Die Bundesregierung lehnt wesentliche Forderungen der Bundesländer bei der Novelle des Tierschutzgesetzes ab. Dies geht aus einem Kabinettsbeschluss vom 29. August hervor. Die Regierung sieht darin keinen Bedarf für eine Kennzeichnung besonders tiergerecht erzeugter Produkte. Bevor die von den Ländern geforderten Tierschutzindikatoren eingeführt werden könnten, müsse erst ein fachliches Konzept entwickelt werden. Auch der Forderung nach einem  Sachkundenachweis für das Halten von landwirtschaftlichen "Nutzieren" und einem Verbot der Pelztierhaltung und des Klonens von Tieren erteilte die Regierung eine Absage.

Zurückhaltend äußert sich die Regierung zu der Forderung, die bislang noch zulässigen betäubungslosen Eingriffe weiter einzuschränken oder sie ganz zu verbieten. Beim Verbot des Schwänzekupierens bei Ferkeln betonte die Regierung, dass dies grundsätzlich verboten sei. Obwohl das Verbot aber routinemäßig von den Mästern mit dem Hinweis umgangen wird, dass das Kupieren zum Schutz der Tiere notwendig sei, sieht die Regierung keine Notwendigkeit, von den Mästern zu verlangen, die vorgegebene Notwendigkeit glaubhaft zu machen.

Zustimmung fand der Vorschlag der Länder, künftig Krisenpläne für Havarien und Brände in Tierhaltungsanlagen vorzuschreiben. Zudem soll Sodomie, also sexuelle Handlungen von Menschen an Tieren, in Zukunft grundsätzlich strafbar sein, auch wenn das Tier dabei keine schweren Verletzungen davonträgt. Bisher wird Sodomie nur geahndet, wenn ein Tier dadurch erhebliche Verletzungen erleidet oder stirbt.

Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp sah keine Notwendigkeit, weitergehende Tierschutzmaßnahmen zu beschließen als im Entwurf vorgesehen. Er meldete sogar Bedenken am Verbot des Schenkelbrands beim Pferd und der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2017 an. Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte ist die ablehnende Haltung der Regierung zu weiterreichenden Tierschutzregelungen inakzeptabel. Damit brüskiert die Reigerung nicht nur die eigenen CDU-geführten Bundesländer, sondern auch den Willen der Bevölkerung und das Staatsziel Tierschutz. Der Verband fordert eine umfassende Novellierung des Tierschutzgesetzes. Der Bundestag wird im Herbst über die Novellierung des Tierschutzgesetzes abstimmen.

Hier können Sie sich den Gesetzentwurf der Bundesregierung herunterladen:
www.tierschutzwatch.de

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Zum Nachsehen: "Wie billig kann Bio sein?"

Das ARD-Magazin "Fakt" strahlte am 3.9 die Dokumentation "Wie billig kann Bio sein?" aus. Die schockierenden Aufnahmen aus deutschen Biohühner- und Bioschweineställen, die größtenteils vom Mitgliedsverein des Bundesverbandes "Die Tierfreunde e.V." stammen, bieten Einblicke hinter die Kulissen der Bioproduktion. Hier zeigt sich, dass die günstigen Bio-Produkte von Lidl, Aldi und Co. unter Bedingungen produziert werden, wie man sie aus dem agrarindustriellen konventionellen Bereich kennt: Schweine, die in dunklen winzigen Buchten in ihren eigenen Exkrementen ausrutschen, verendete und nackt-gerupfte Hühner, die nach dem Nachlassen ihrer Legeleistung in den Schlachthof wandern, erschreckende Zustände auf einem Schlachthof für Biohühner. Dem Glauben, dass man diese Bioprodukte mit einem besseren Gewissen kaufen könnte, erteilt die Dokumentation des Fakt-Reporters Knud Vetten eine klare Absage. Cornelia Behm, Bundestagsabgeordnete der Grünen, warnte, dass die Billig-Fleisch-Industrie versuche, sich auch im Bio-Bereich auszubreiten. Sie und die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken forderten Verbesserungen der EU-Öko-Verordnung und die Überarbeitung der nationalen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung.

Hier können Sie den Beitrag online ansehen:
mediathek.daserste.de

Weitere Infos und die Undercover-Aufnahmen der Tierfreunde e.V. unter:
www.die-tierfreunde.de
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Kükentötung: Bio-Betriebe starten Pilotprojekt

Da bei der Nachzucht der "Legehennen" die männlichen Küken aus ökonomischer Sicht wertlos sind, da sie sich nicht für die Mast eignen, werden alljährlich allein in Deutschland ca. 45 Mio. männliche Eintagsküken direkt nach dem Schlupf aussortiert und getötet. Biobauern aus Mecklenburg-Vorpommern wollen die männlichen Küken nun in einem Pilotprojekt leben lassen, um sie zu mästen. Ob dies die bessere Lösung wäre, wurde auch eine Vertreterin des Bundesverbandes gefragt: Ihr Fazit: Dies löst das Problem der Kükentötung nicht. Die einzige Lösung ist der Verzicht auf Produkte vom Tier.

Mehr Infos unter:
www.welt.de
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Zwangsbejagung: Immer mehr Eigentümer wollen Jagd untersagen

Nach dem wegweisenden Urteil zur Einschränkung des Jagdrechts durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wollen immer mehr Grundstückseigentümer aus  der bisher verpflichtenden Jagdgenossenschaft austreten. In seinem Urteil vom 26. Juni hat der EGMR verfügt, dass Grundstückseigentümer mit Flächen unter 75 Hektar nicht mehr verpflichtet werden dürfen, die Jagd auf ihrem Land zu dulden. Die Pflicht sei eine unverhältnismäßige Belastung für die Eigentümer, die die Jagd ablehnten. Erstritten hat das Urteil Günter Herrmann aus Stutensee, Baden-Württemberg. Der Tierschützer und Jurist hatte sich dafür zehn Jahre lang durch alle Instanzen geklagt. Andere Grundeigentümer reagieren und wollen ihrerseits aus der Jagdgenossenschaft austreten. Doch noch werden sie von den Behörde vertröstet, bis das Jagdrecht auf Bundes- und Landesebene geändert würde.

Lesen Sie dazu einen Artikel unter:
www.augsburger-allgemeine.de

Sehen Sie dazu auch den Beitrag der SWR-Sendung  "Im Grünen" (ab Minute 7:15) unter: swrmediathek.de
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Abgewiesen: Klage eines Nerzfarmbetreibers

Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat am 29.8. die Klage eines Nerzzüchters aus Schlesen abgewiesen. Er hatte geklagt, weil das zuständige Veterinäramt seine Nerzzucht seit Monaten wegen zu kleiner Käfige schließen lassen will. Nach der Nutztierhaltungsverordnung hätte er u.a. ab Dezember 2011 größere Käfige für Nerze einführen müssen. Der Nerzfarmbetreiber hatte in Frage gestellt, dass die Verordnung verfassungsgemäß sei, da er mit den verschärften Auflagen nicht mehr gewinnbringend arbeiten könne und dies einem Berufsverbot gleichkäme. Drei weitere Pelzfarmen waren zuvor vor den Verwaltungsgerichten Münster und Düsseldorf mit der gleichen Argumentation gescheitert. Alle Urteile fielen zugunsten des Tierschutzes aus, allerdings gibt es zu allen Fällen Berufungsverfahren. Für diese wird im Spätherbst ein höchstrichterliches Urteil erwartet - der Bundesverband setzt auf eine entsprechende Bestätigung.

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Wassermangel: Wissenschaftler sagen Ende der Fleischkultur voraus

Schwedische Forscher vom Stockholm International Water Institute (Siwi) haben berechnet, dass die Welt sich einem westlichen Ernährungsstil von rund 3.000 Kilokalorien pro Tag nähert, von denen 20 Prozent aus tierischen Proteinen stammen. Nach Prognosen der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung von derzeit sieben bis zum Jahr 2050 auf neun Milliarden steigen. Diese beiden Zahlen sind nach den Berechnungen der Wissenschaftler nicht zu vereinbaren. Es gebe schlicht nicht genug Wasser, um neun Milliarden Menschen mit dermaßen viel Fleisch zu ernähren.

Mehr Infos unter:
www.spiegel.de
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Antibiotika: Gesundheitsrisiken durch Intensivtierhaltung

Gleich zwei aktuelle Studien zu Antibiotika zeigen, welche Gesundheitsrisiken durch den Antibiotika-Einsatz u.a. in der Tierhaltung entstehen. Zum einen hat ein internationales Forscherteam herausgefunden, dass Antibiotika-Reste im Fleisch dazu führen, dass Salami und andere Wurstwaren zu einer Brutstätte für krankmachende Keime werden. Die Rückstände führten dazu, dass sich Keime wie Salmonellen und Escherichia coli stärker vermehren können. Dies könne erklären, warum Wurstwaren öfter Lebensmittelvergiftungen auslösen. Fast zeigleich berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin "Science", dass Bodenbakterien ihre Antibiotka-Resistenzen an krankmachende Erreger weitergeben können, was die Ausbreitung gefährlicher Keime ermöglicht.

Mehr Infos unter:
www.derwesten.de und unter www.spiegel.de
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Gutes tun: Kauf Ein – Zeig Herz

Von September bis Oktober ist der Bundesverband Menschen für Tierrechte die ausgewählte gemeinnützige Organisation auf der Einkaufs-Plattform "Kauf ein – zeig Herz". Dies macht den Verband und seine wichtigen Anliegen bekannt und bietet die Möglichkeit, neue Menschen für das Thema Tierrechte zu sensibilisieren. Und es hat noch einen weiteren Vorteil: Wenn jemand etwas über das Internet kaufen will und nicht direkt zum Online-Shop, sondern den kleinen Umweg über die Einkaufs-Plattform nimmt und dort auf das Logo des Online-Anbieters klickt, zahlen die Unternehmen eine kleine Spende. Diese leitet die Einkaufs-Plattform zum Großteil an den Bundesverband weiter. Den Käufer kostet dies nichts extra. Mit dabei sind viele große Handelsketten, Touristikunternehmen und Mobilfunkanbieter.

Wer also sowieso etwas online bestellen möchte, tut uns einen Gefallen, wenn er den kleinen Umweg über www.kauf-ein-zeig-herz.de macht. Vielen Dank!
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Erfahrungsbericht: Warum ich keine Tiere esse

Eveline Hartneck macht den Anfang: Sie berichtet, warum Sie kein Fleisch und keine anderen Produkte vom Tier mehr isst. Bei ihr war es ein kleines Kalb, das zitternd und allein auf einem Schlachttransporter stand. In dem Moment dachte sie: "Sind wir eigentlich völlig verrückt, dass wir sogar vor kleinen Tierkindern nicht zurückschrecken. Schluss damit. Ich esse nie wieder Fleisch."

Was hat Sie dazu bewogen, keine Tiere mehr zu essen? Bitte schicken Sie uns Ihren Bericht an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Diesen veröffentlichten wir gerne auf unserer veganen Webseite www.culinaria-vegan.de.
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Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen

Online-Petition: Kompetenzzentrum statt Tierversuche
unter: www.tierrechte.de

Kampagne gegen Tierversuche für Kosmetik
Online-Petition und zum Download der Unterschriftenliste unter:
www.nocruelcosmetics.org

Online-Petition für die Einführung einer Videoüberwachung in Schlachthöfen
unter: www.avaaz.org

Online-Petition für die Einführung der Tierschutz-Verbandsklage in Sachsen-Anhalt
unter: www.tierrechte.de
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Termine: Demos & Co.

Mittwoch, 12. September 2012: Infoveranstaltung (Putenmastanlage bei Zülpich)
13.-16. September 2012: International Animal Rights Conference in Luxemburg
Montag, 17. September 2012: Veganer Stammtisch in Aachen
Samstag, 15. September 2012: Veganmania Schweinfurt
Samstag, 22. September 2012: Anti-Jagd-Demo in Düsseldorf
Samstag, 22.September 2012: Welttag gegen Tierquälerei in Düsseldorf, München, Hannover u.a.
Mittwoch, 26. September 2012: Lange Nacht der nachhaltigen Ernährung in Berlin
Samstag, 29. September 2012: Wiesn Meat Out-Demo in München
Samstag, 29. September 2012: Franken Pelzfrei in Nürnberg
Samstag, 29. September 2012: Veranstaltung zur Grünen Agrarwende in Hannover
Mittwoch, 3. Oktober 2012: Feier zur Untersagung der Zwangsbejagung bei Köln
Samstag, 20. Oktober 2012: Welthungerdemo in Nürnberg

Alle Termine finden Sie unter:
www.tierrechte.de

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