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Newsletter Tierrechte Nr. 16/14 vom 26.09.2014

26.09.2014

Inhalt:

  • Startschuss für die Tierschutz-Verbandsklage in Niedersachsen
  • Antrag: Grüne fordern Tierschutz-Verbandsklage auf Bundesebene
  • Novellierung des Landesjagdgesetzes: Mutige Ansätze in NRW
  • Affenversuche: Heilungserfolge sind Augenwischerei
  • Tierwohl-Offensive: PR für die Agrarindustrie?
  • Kritisch: Radiosendung zum Mythos Milch
  • Stadttauben: Taubenfang in Würzburg in der Kritik
  • Notruf: Ausgesetzte Zuchttauben suchen ein neues Zuhause
  • Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen
  • Termine: Demos & Co.

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Startschuss für die Tierschutz-Verbandsklage in Niedersachsen

In Niedersachen fiel zu Wochenbeginn der Startschuss für die Tierschutz-Verbandsklage. Nach der Einführung in Bremen (2007), sowie 2013 in Hamburg, Nordrhein-Westfalen (NRW), dem Saarland und Rheinland-Pfalz (2014) ist die rot-grüne Landesregierung ihrem Koalitionsversprechen nachgekommen.

Sie hat einen Gesetzentwurf erarbeitet und Verbänden zur Stellungnahme zugeleitet. Niedersachsen, Hochburg der Intensivtierhaltung, könnte das sechste Bundesland sein, das das wichtige Klagerecht einführt. Der Bundesverband prüft den Gesetzentwurf derzeit und wird dazu ausführlich Stellung nehmen.
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Antrag: Grüne fordern Tierschutz-Verbandsklage auf Bundesebene

Während der Bundeslandwirtschaftsminister seine Initiative Tierwohl (s.u.) bewarb, brachte die grüne Bundestagsfraktion am 24. September einen Antrag (Drucksache Nr. 18/2616) ein, der viele dringliche Tierschutzverbesserungen beinhaltet. Konkret fordert der Antrag, die Einführung der Tierschutzverbandsklage auf Bundesebene, die Einführung eines Bundestierschutzbeauftragten sowie massive Tierschutzverbesserungen für die Bereiche Landwirtschaftliche Tierhaltung, Transport, Schlachtung, Wildtierhaltung und Heimtierhaltungen. Außerdem sollen Maßnahmen zur Reduktion und Beendigung der Tierversuche ergriffen werden. Die Veterinärbehörden sollen für den Vollzug tierschutzrechtlicher Bestimmungen angemessen ausgestattet werden. Die Verbraucher sollen wirksame Entscheidungshilfen erhalten, um sich im Alltag für mehr Tierschutz entscheiden zu können.

Hier können Sie sich den Antrag als PDF herunterladen:
www.tierschutzwatch.de

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Novellierung des Landesjagdgesetzes: Mutige Ansätze in NRW

Am 16. September hat der NRW-Umweltminister Johannes Remmel nach mehr als zwei Jahren Bearbeitungszeit seinen Entwurf für ein neues Jagdgesetz vorgelegt. Einige besonders tierquälerische Jagdpraktiken sollen danach künftig in Nordrhein-Westfalen verboten werden wie der Abschuss streunender Katzen, die Baujagd, die Jagd mit Totschlagfallen, die Ausbildung von Jagdhunden an flugunfähig gemachten Enten. Außerdem soll der Katalog der jagdbaren Arten deutlich eingeschränkt und die Jagdzeiten reduziert werden. Ein Abschuss von Tieren, die auf der roten Liste stehen, soll künftig nicht mehr erlaubt sein. Außerdem soll es auch juristische Personen wie Tier- oder  Naturschutzvereinen möglich sein, die Jagd auf ihren Grundstücken aus ethischen Gründen zu untersagen. Diese Punkt sind zu begrüßen. An anderen Stellen greift der Entwurf jedoch zu kurz, wie bei der Liste jagdbarer Arten und den geplanten Schonzeitenregelungen. So dürfen z.B. Jungfüchse, Steinmarder, Dachses und diverse Vögel weiterhin das ganze Jahr über getötet werden.

Die Jäger in NRW bringen sich derzeit gegen das Gesetz in Stellung. Für sie ist der Entwurf "nicht hinnehmbar". Das neue Jagdrecht muss bis Mitte 2015 in Kraft treten. Bis dahin wird die Jägerschaft alles tun, um gegen die Verbesserungen im Gesetzentwurf vorzugehen. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte wird sich – zusammen mit seinen Verbündeten – für ein Maximum an Tierschutz stark machen. Helfen Sie uns dabei und unterzeichnen Sie die Resolution unter: www.bund-nrw.de  Vielen Dank!

Hier können Sie sich den Gesetzentwurf als PDF herunterladen:
www.tierschutzwatch.de

Hier lesen Sie die Pressemitteilung "Menschen für Tierrechte fordern Verbot des Haustierabschusses und Abschaffung der Zwangsbejagung" vom 16.09.2014 unter: www.tierrechte.de
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Affenversuche: Heilungserfolge sind Augenwischerei

Im Interview mit dem schwäbischen Tageblatt äußert sich der Konstanzer Biologe Marcel Leist, Inhaber der deutschlandweit bisher einzigen Professur für tierversuchsfreie Verfahren, zu den Vorwürfen gegen das Tübinger Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (MPI). Nach Leists Meinung betriebe die Tierversuchslobby Augenwischerei, wenn sie damit argumentiere, dass die neurophysiologischen Versuche an Makaken dem Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen kurzfristig etwas bringen. Er fordert u.a. eine deutliche Anhebung der Forschungsförderung für tierversuchsfreie Verfahren. Unterdessen streiten sich die Organisatoren der Tübinger Demo mit dem grünen Oberbürgermeister Boris Palmer. Während er die Affenversuche befürwortet, lehnen sie die baden-württembergischen Grünen ab. Die Landesvorsitzende Thekla Walker bezweifelte angesichts der Bilder der Undercover-Dokumentation, ob die Genehmigungsfähigkeit der Versuche überhaupt noch gegeben sei. Sie forderteu.a. ein Ende der Affenversuche und eine Überarbeitung des Tierschutzgesetzes.

Hier lesen Sie das Interview mit Marcel Leist:
www.tagblatt.de

Lesen Sie dazu auch die Pressemitteilung des Bundesverbandes vom 11. September 2014 "Undercover-Recherche über Affenversuche offenbart Versagen des deutschen Tierschutzrechts" unter: www.tierrechte.de

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Tierwohl-Offensive: PR für die Agrarindustrie?

Am 17. September hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt seine neue Initiative Tierwohl vorgestellt. Ziel sei es, die Haltungsbedingungen für landwirtschaftliche Nutztiere zu verbessern und noch stärker an die Bedürfnisse der Tiere anzupassen. Die geplanten Maßnahmen sollen neben den sogenannten Nutztieren auch Verbesserungen für Versuchstiere und Haustiere bringen. In 2015 soll u.a. eine freiwillige Vereinbarung zum Verzicht auf das Kupieren der Schwänze bei Schweinen und von Hühnerschnäbeln, vorgelegt werden. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die angekündigte freiwillige "Tierwohloffensive" hauptsächlich dazu dient, das schlechte Image der industrialisierten Landwirtschaft zu verbessern und um der Agrarindustrie mehr Zeit zu verschaffen. Die Millionen von Tieren, die jetzt in engen Ställen, stundenlangen Transporten und Akkordschlachthöfen leiden, brauchen keine PR-Offensive, sondern zunächst einmal Haltungsbedingungen, die mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sind.

Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte steht fest, dass die bestehenden Missstände in der industrialisierten Landwirtschaftlich systembedingt sind. Deswegen fordert der Verband neue Ernährungskonzepte frei von tierischen Produkten und einen Systemwechsel hin zu einer tierlosen bioveganen Landwirtschaft. Dazu müssen Anreize durch Fördermaßnahmen geschaffen werden. Aber auch die Verbraucher müssen ihren Einfluss nutzen. Wer sich ethisch und ökologisch verträglich ernähren möchte, sollte auf den Konsum von Produkten vom Tier ganz verzichten.

Hier können Sie die Eckpunkte und weitere Informationen zur Tierwohl-Initiative abrufen: www.bmel.de
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Kritisch: Radiosendung zum Mythos Milch

Während Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt anlässlich des Weltschulmilchtag diese Woche diese Woche betonte, dass "Milch ist ein wichtiger Bestandteil für eine ausgewogene Ernährung" sei, beleuchtet das  Schweizer Radio- und Fernsehen (SRF) in der Radiosendung "Mythos Milch" die "schwarzen Seiten des weißen Saftes", indem es kritisch die Werbebotschaften der Milchlobby hinterfragt, aktuelle medizinische Erkenntnisse einbezieht und das immense Leid der Kühe thematisiert. Denn Milch zählt zu den wichtigsten Allergenen und der Konsum von zu vielen Milchprodukten wird sogar mit gewissen Krebsarten in Verbindung gebracht.

Hier können Sie den Beitrag online anhören:
www.srf.ch

Weitere Informationen zum Leid der Milchkühe finden Sie hier:
www.tierrechte.de
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Stadttauben: Taubenfang in Würzburg in der Kritik

Die Stadt Würzburg hat für 7.000 Euro 120 Tauben in der Innenstadt einfangen und nach ihrer Aussage nach Darmstadt umsiedeln lassen. Die Darmstädter Firma Kleinlogel hatte dafür sechs Monate lang einen "Fangschlag" eingesetzt. Der Bundesverband und andere Tierschutzorganisationen hatten schon frühzeitig beim Umwelt- und Ordnungsreferent gegen die Pläne protestiert und Auskunft verlangt. Denn der Bestand lässt sich so nicht nachhaltig reduzieren. Außerdem ist das Vorgehen tierschutzrelevant, da die zurückgelassenen Jungtiere der eingefangenen Muttertiere verhungern. Susanne Pfeuffer, Vorstandsmitglied bei Menschen für Tierrechte, stellte zudem die Frage, wer garantiere, dass die eingefangenen Tauben nicht getötet würden. Darmstadt hätte zudem selbst ein Taubenproblem und niemand kontrolliere, wie viele Tauben langfristig wieder zurückflögen. Der Linken-Stadtrat Sebastian Roth hat nun eine umfangreiche Anfrage gestellt.

Immer wieder kommt in Städten die Diskussion auf, statt der Einführung des Taubenschlag-Konzeptes Stadttauben wegfangen zu lassen. Denn das Töten von Tauben ist unpopulär. Stattdessen fängt man die Tauben ein und erklärt, sie würden in einer anderen Stadt in Taubenschlägen oder Volieren untergebracht. Der Bundesverband unterstützt aus diesen Gründen die Kampagne des Stadttaubenprojekts Frankfurt e.V., die sich klar gegen das Einsetzen solcher Methoden zur Eindämmung der Taubenpopulation ausspricht. Machen Sie mit - alle Infos unter: www.wir-sagen-nein-zu-taubenfallen.de
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 Notruf: Ausgesetzte Zuchttauben suchen ein neues Zuhause

Vor dem Tübinger Tierheim wurde letzte Woche eine Kiste abgestellt. Der Inhalt: 30 Zuchttauben. Die Tiere sind zwar erst mal versorgt, müssen aber schnellstmöglich ein neues Zuhause finden. Hilfsangebote bitte an das Tierheim Tübingen. Tel: 07071 /31831 oder an Petra Klingler 0173/ 2994624. Vielen Dank!

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Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen

Online-Petition: Ja! zur Einführung der Tierschutz-Verbandsklage auf Bundesebene unter: www.tierrechte.de

Online-Petition: Kompetenzzentrum statt Tierversuche unter: www.tierrechte.de

Affentransporte: Aktionen und News der Air France-Kampagne unter: www.stopvivisection.net

Kampagne für tierversuchfreie Kosmetik weltweit: www.crueltyfreeinternational.org

Aufruf zum Pelzcheck im Herbst 2014 unter: offensive-gegen-die-pelzindustrie.net

Appell gegen das grausame Gadhimai-"Schlachtfest" unter:
albert-schweitzer-stiftung.de

Eil-Appell gegen die Finanzierung der Stierkämpfe durch die EU unter:
www.sos-galgos.net

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Termine: Demos & Co.

Samstag, 27.September 2014: YES WE CARE: Weltweite Demonstrationen gegen Strassenhundemord
2.-5. Oktober 2014: Wir-haben-es-satt-Kongress in Berlin
Samstag, 4. Oktober 2014: Veganes Oktoberfest in München
Samstag, 25. Oktober 2014: Demo für Tierrechte Düsseldorf
25. - 26. Oktober 2014: Messe VeggieWorld in Düsseldorf
Donnerstag, 6. November 2014: Wiener Tierball
29.- 30. November 2014: Veganer Weihnachtsmarkt in Duisburg

Diese und weitere Termine finden Sie unter:
www.tierrechte.de

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