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Newsletter Tierrechte Nr. 15/17 vom 18.11.2017

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Schwein in MastanlageLiebe Leserinnen und Leser,

noch laufen die Sondierungsgespräche und es ist nicht klar, ob sich CDU/CSU, FDP und Grüne einigen werden. Welche Parteien auch immer die zukünftige Bundesregierung stellen werden, sie können sich nicht mehr darum herumdrücken, endlich eine zukunftsweisende Tierschutzpolitik auf den Weg zu bringen. Denn – und dies ist die ermutigende Erkenntnis – ein "Weiter so" im Umgang mit unseren Mitgeschöpfen kann, darf und wird es nicht geben. Warum? Nehmen wir die Schweine- und Putenhaltung: Dank den ungeschönten Bildern aus Mastanlagen läuft juristisch derzeit alles, was möglich ist. Der rot-rot-grüne Berliner Senat hat Ende September beschlossen, die Vorschriften zur Schweinehaltung in Deutschland vom Bundesverfassungsgericht überprüfen zu lassen. Die letzten vergleichbaren Normenkontrollklagen führten 2001 zum Verbot des Batteriekäfigs und 2010 zum Ende der Hennen-Kleingruppenhaltung.

Verfahrenswelle gegen tierquälerische Haltungsformen
Zudem wurde wegen der Zustände im nordrhein-westfälischen Schweinemastbetrieb der Schulze Föcking GbR Strafanzeige gestellt. Unser Verband hat zudem ein Ordnungswidrigkeitsverfahren auf den Weg gebracht. Eine diese Woche bekanntgewordene Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover zur Schweinehaltung kommt zu dem Ergebnis, dass es in mehr als zehn Prozent der Fälle Hinweise auf "länger anhaltende erhebliche Schmerzen und Leiden" der Tiere gibt. In Sachen Puten hat der Mitgliedsverein des Bundesverbandes „Menschen für Tierrechte – Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V.“ Anfang November eine Verbandsklage eingereicht. Das Verfahren soll diese grausame Haltungsform grundsätzlich auf den Prüfstand stellen. Eine solche Welle an Verfahren gegen tierquälerische Haltungsformen hat es in diesem Land noch nicht gegeben.

Zeichen stehen auf Veränderung
Und sogar eher konservative Leitmedien wie die FAZ schreiben mittlerweile Sätze wie "Die Massentierhaltung gehört verboten. Wenn die Grünen sich bei der Jamaika-Sondierung nicht durchsetzten wäre das eine Schande." Beim Spiegel fragt sich der Leiter des Hauptstadtbüros:" Warum fassen sich die Parteien nicht ein Herz und setzen der Massentierhaltung ein Ende? Sie ist ein großer Skandal unserer Zeit (…).“ All dies nährt die Hoffnung, dass das Ende des derzeitigen Systems eingeläutet wurde. Wir kämpfen dafür, dies auch für die Tierversuche zu erreichen. Und auch hier gibt es Zeichen für Veränderungen. Nach den Niederlanden verfolgt nun auch der Regierungsbezirk Brüssel einen Abbauplan für Tierversuche.


Koalitionsvertrag Niedersachsen: Keine Aussage zu Tierversuchen
Die Große Koalition in Niedersachen hat gestern ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Am deutlichsten und umfangreichsten positionieren sich die Parteien zur Verbesserung der Tierhaltung in der Landwirtschaft. Allerdings enthält der Vertrag nichts zur Entwicklung tierversuchsfreier Verfahren und zum Abbau der Tierversuche – das ist eine Blamage. Weitere Punkte in Sachen Tierschutz sind: Die Evaluierung der Tierschutz-Verbandsklage, die Novellierung des Jagd-Gesetzes, die bessere Nutzung der Expertise des Tierschutzbeirates in Verbindung mit der Landestierschutzbeauftragten. Einig sind sich die Parteien bei der Verurteilung der Einbrüche in Ställe (zur Dokumentation der Tierhaltungspraxis). SPD und CDU teilen sich die zehn Ministerposten. Die für den Tierschutz wichtigen Ressorts Landwirtschaft, Umwelt und Forschung erhält die CDU. Hier geht es zum Koalitionsvertrag: www.spdnds.de


EU fördert Organ-on-a-Chip-Technologie
Unter der Leitung der Niederlande erarbeiten vier EU-Länder derzeit einen Fahrplan für den Aufschwung der Organ-on-a-Chip-Systeme. Diese neue Technologie hat großes Potential, um zukünftig Tierversuche abzubauen. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte sieht in dem Projekt die Bestätigung des niederländischen Plans zum Abbau von Tierversuchen. Hier lesen Sie die vollständige Pressemitteilung.


Human-on-a-ChipTierschutz-Forschungspreis: Krankheitsmodelle auf dem Chip statt Tests an Tieren
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt die Vergabe des 36. Tierschutzforschungspreises des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) am 15. November. Der Preis in Höhe von 25.000 Euro geht in diesem Jahr an ein Team aus Jena, das an Entzündungsprozessen auf dem Chip forscht. Die Technologie belegt die Leistungsfähigkeit tierversuchsfreier Verfahren. Die Multiorgan-on-a-Chip-Technologie kann in Zukunft dazu beitragen, unzählige Tierversuche in der Giftigkeits- und Medikamentenprüfung abzuschaffen. Lesen Sie dazu unsere Pressemitteilung und ein ausführliches Interview mit dem Preisträger des Forschungspreises, Dr. Alexander Mosig, unter: www.invitrojobs


mausEnttäuschend: Bericht zur Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie
Die Europäische Kommission hat am 8. November den ersten vorläufigen Bericht zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere veröffentlicht. Ein umfassender Bericht ist für das Jahr 2019 geplant. Leider wurde die Gelegenheit nicht wahrgenommen, um Anpassungen an der Richtlinie vorzuschlagen, wie z.B. den dringenden Ausstieg aus Versuchen mit menschlichen Primaten. Auch ist es EU-Staaten bisher nicht erlaubt, über die Vorgaben der Richtlinie hinaus strengere Tierschutz-Maßnahmen einzuführen. Der Bericht zeigt auch, dass viele Staaten immer noch im Verzug sind mit der Umsetzung der Vorgaben. Leider wirken sich die ursprünglich in der Richtlinie angedachten Verbesserungen für die betroffenen Tiere deswegen kaum positiv aus. Wir werden die Entwicklung weiterverfolgen und nicht zögern, Versäumnisse auch auf EU-Ebene anzuzeigen.


ZirkusItalien, Irland und Roncalli gegen Wildtiere im Zirkus
Während die Haltung von Wildtieren im Zirkus in Deutschland immer noch erlaubt ist, gehen andere EU-Länder jetzt mit gutem Beispiel voran. Irland verbietet ab 2018 die tierquälerische Haltung von Wildtieren in Zirkussen. Italien hat vor Kurzem ein Gesetz beschlossen, das Tiere vor Auftritten bei Live-Veranstaltungen verschont und will nun schrittweise aus der Wildtierhaltung aussteigen. Eine gute Nachricht kommt dennoch aus Deutschland: Zirkus Roncalli hat angekündigt ab 2018 sein Programm ohne Tiere zu gestalten. Weitere Infos unter: www.otz.de


Gesucht: Familie für ZDR-Doku zu Tierversuchen in Berlin
Für eine 30-minütige ZDF-Fernsehdokumentation über Alternativmethoden zu Tierversuchen sucht die Produzentin eine Familie, die Interesse, Lust und Zeit hätte an diesem Filmprojekt mitzuwirken. Es geht es um den "Hausbesuch" einer Toxikologin (vom Bundesverband Menschen für Tierrechte) bei einer Familie, gerne mit Kindern. Dabei soll die Frage beantwortet werden: In welchen Haushalts- und Pflegeprodukten stecken eigentlich Substanzen, die im Tierversuch getestet wurden?
Die Familie muss sich nicht vorbereiten oder einlesen. Sie sollte Interesse am Thema "Tierschutz" haben und sich trauen, Fragen zu stellen.

  • Wann: Drehtag ist Samstag, der 16. Dezember 2017
  • Wo: Berliner Raum
  • Wie lange: Etwa 5h Drehzeit
  • Kontakt und Konditionen: Als Aufwandsentschädigung können 150€ angeboten werden

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei der Autorin und Regisseurin des Films Kristin Siebert ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )


TV-Tipp: Geheimsache Tiertransporte
Millionen Tiere werden jedes Jahr durch Europa transportiert, bis nach Nordafrika. Seit 1991 hat der "37 Grad"-Autor Manfred Karremann oft über das Schicksal der Tiere auf Langstreckentransporten berichtet. Die EU hat mehrfach mit verbesserten Vorschriften zum Tierschutz auf die Sendungen reagiert. Doch dies bietet zu wenig Schutz. Weitere Infos unter: www.zdf.de


Termine
25. November: "Erika's Adventssause" in Wegberg
16. Dezember: Stille Laufdemo gegen Tierversuche in Nürnberg (13:00-15:00 Uhr, Nordklinikum)
17. Dezember: Mahnwache gegen Tierversuche in Essen (17:00-19:00 Uhr, Kettwigerstr., Höhe Münsterkirche)


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Fon 0211 - 22 08 56 48
Fax 0211 - 22 08 56 49
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