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Newsletter Tierrechte Nr. 15/13 vom 27.09.2013

27.09.2013

Inhalt

  • Kaninchen: Tierquälerische Intensivtierhaltung trotz neuer Haltungsvorgaben
  • Zum Nachsehen: Tierschutz-Verbandsklage
  • Tierversuchfrei: Eindrücke vom 18. Europäischen Kongress in Linz
  • Erfolg: NRW verbietet Töten von Eintagsküken
  • Rumänien: Verfassungsgericht genehmigt Tötung von Straßenhunden
  • Stiftung Warentest: Riskante Keime in Hühner­fleisch entdeckt
  • Zum Nachsehen: Dürfen wir Tiere töten?
  • Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen
  • Termine: Demos & Co.

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Kaninchen: Tierquälerische Intensivtierhaltung trotz neuer Haltungsvorgaben

Fünfeinhalb Jahre nachdem der Bundesrat die Regierung im März 2009 durch einen Antrag von Baden-Württemberg und Niedersachen aufgefordert hatte, den Tierschutz bei der Haltung von Kaninchen zu Erwerbszwecken durch eine Änderung der sogenannten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung rechtsverbindlich zu regeln, stimmte der Bundesrat am 20. September 2013 über den Entwurf der Bundesregierung ab. Die Länderkammer konnte zwar Verbesserungen zugunsten der Tiere durchsetzen, doch auch damit sind die Haltungsvorgaben alles andere als ausreichend für die bewegungsaktiven Tiere. Der Bundesverband hatte bereits in seiner Stellungnahme darauf hingewiesen, dass die neuen Haltungsvorgaben inakzeptabel seien, schon deshalb, weil sie die Käfighaltung von Kaninchen weiterhin ermöglichen. Auch mit den höheren Haltungsanforderungen handelt es sich bei der Kaninchenhaltung um eine tierquälerische Intensivtierhaltung, in der die Tiere bis zu ihrer Schlachtung in Käfigen gehalten werden. Der Bundesverband lehnt diese Haltungsform ab und appelliert an die Verbraucherinnen: Kaufen Sie kein Kaninchenfleisch. Der beste Tierschutz ist es, überhaupt keine Produkte von Tieren zu konsumieren.

Weitere Infos unter: www.tierrechte.de

Lesen Sie dazu auch unsere Pressemitteilung unter: www.tierrechte.de
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Zum Nachsehen: Tierschutz-Verbandsklage in Rheinland-Pfalz

Der rheinland-pfälzische Landtag hat am 19. September in erster Lesung über den Gesetzentwurf der rot-grünen Landesregierung zur Tierschutz-Verbandsklage beraten. Der SWR berichtete in seiner Sendung "Im Grünen". Für den Beitrag wurden der ehemalige Vorsitzende des Bundesverbandes Dr. Eisenhart von Loeper und die stellvertretende Vorsitzende Dr. Christiane Baumgartl-Simons interviewt. Sie erläutern in dem Beitrag, warum das Klagerecht unentbehrlich für die Durchsetzung des Tierschutzes ist. Am 1. Oktober tritt in Hamburg das Gesetz "Zur Stärkung des Tierschutzes" in Kraft, mit dem die Hansestadt die Tierschutz-Verbandsklage einführt. Im Vergleich zu den Gesetzen in NRW und dem Saarland stellt es allerdings lediglich eine Minimalversion dar, da es keine Mitwirkungs- und Informationsrechte für die anerkannten Tierschutzverbände vorsieht und außerdem nur die Feststellungsklage einräumt.

Hier können Sie sich den Beitrag (ab ca. 16:25 Min) online ansehen:
www.swr.de

Hier können Sie sich die Gesetze herunterladen:
Rheinland-Pfalz, Hamburg

Weitere Infos zur Tierschutz-Verbandsklage unter:
www.tierrechte.de

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Tierversuchfrei: Eindrücke vom 18. Europäischen Kongress in Linz

Beispiele für Innovationen aus dem Bereich der tierversuchsfreien Forschung bietet der jährlich stattfindende Europäische Kongress für Alternativen zum Tierversuch im österreichischen Linz. Er gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen auf dem Gebiet der tierversuchsfreien Methoden. Die Professionalität der Beiträge und Teilnehmer lässt sich dadurch erkennen, dass die Forschung an tierversuchsfreien Methoden sich längst zu einem ernst zu nehmenden Forschungszweig entwickelt hat. Für den Bundesverband nahm Dr. Christiane Hohensee, Projektleiterin von InVitroJobs, teil. Auf dem diesjährigen 18. Fachkongress wurden zahlreiche neue Forschungsprojekte aus der ganzen Welt vorgestellt.  Dr. Weindl von der Freien Universität Berlin stellte ein Hautmodell vor, das zur Erforschung der Verstoffwechselung von Testosteron genutzt wird. Auch wurde über künstlich hergestellte Nierenzellen berichtet, die zu Testzwecken aus Urinproben gewonnen werden können. Ein anderes Beispiel war ein Placenta-Perfusionsmodell. Dieses ermöglicht es, den menschlichen Mutterkuchen für zahlreiche Tests zu nutzen, für die bisher Tiere verwendet wurden. Forscher der TU Berlin stellten einen Multi-Organ-Biochip vor, der für Giftigkeitstests von Substanzen verwendet werden kann. Ein japanisches In vitro-Modell soll die Möglichkeit eröffnen, die länger andauernde 28-Tage-Studie an Tieren zur Untersuchung der Giftigkeit zu ersetzen.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter:
www.invitrojobs.com

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Erfolg: NRW verbietet Töten von Eintagsküken

Einen herausragenden Vorstoß macht NRW zu dem langjährig brennenden Tierschutz-Problem der Kükentötung. Der grüne Umweltminister Johannes Remmel greift hier als erster Politiker durch. Per Erlass vom 26.09.2013 weist Remmel die Veterinärämter an, das Töten von männlichen Eintagsküken zu untersagen. Wermutstropfen ist die rechtlich nicht zu umgehende Übergangsfrist von einem Jahr. Die Staatsanwaltschaft Münster sieht in dem Töten männlicher Eintagsküken einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, weil der vernünftige Grund nicht gegeben ist. Das ist eine klare Ansage der Staatsanwaltschaft. Anfang August hatte zudem die Universität Leipzig ein Verfahren entwickelt, mit dem das Geschlecht bereits vor dem 10. Entwicklungstag im Ei bestimmt werden kann. Jährlich werden etwa 50 Millionen männliche Eintagsküken in Deutschland kurz nach dem Schlupf getötet. Menschen für Tierrechte wertet das Durchgreifen in NRW als eine Leiden lindernde einschneidende Sofortmaßnahme auf dem Weg des Ausstiegs aus der Tierausbeutung!

Hier lesen Sie die Pressemitteilung des NRW-Verbraucherschutzministeriums unter:
www.nrw.de

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Rumänien: Verfassungsgericht genehmigt Gesetz zur Tötung von Straßenhunden

Am 25. September wies das rumänische Verfassungsgericht die Klage gegen das Gesetz ab, das die Tötung von Straßenhunden in Tierheimen nach 14 Tagen für verfassungskonform erklärt. Tierschützer aus dem In- und Ausland protestierten gegen die neue Regelung. Sie befürchten ein "staatlich legitimiertes Massentöten von Straßenhunden". Ein Tierarzt berichtet, dass seit dem tragischen Tod eines kleinen Jungen Anfang September, der von einem Hunde-Rudel totgebissen worden sein soll, ein Mob durch die Straßen zieht und auf bestialische Weise jeden Hund tötet, der zu fassen ist. Die Umstände des Todes des Jungen sind bis heute umstritten. Die Tierschutzorganisationen hatten bis zuletzt gehofft, dass der Einspruch von 30 rumänischen Parlamentariern und tausenden von Unterschriften gegen das vom Parlament am 10. September 2013 beschlossene Gesetz noch eine Wende herbeiführen könnte. Der EU-Gesundheitskommissar Dr. Tonio Borg hatte sich vor wenigen Tagen zur Streunerhunde-Problematik in Rumänien dahingehend geäußert, dass die EU-Kommission ihre Mitgliedstaaten dazu ermahnen werde, die einschlägigen internationalen Abkommen zu befolgen. Dazu gehörten insbesondere die Richtlinien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE), wonach Euthanasie (im Sinne der Tötung gesunder Tiere) als Methode nur dann angewendet werden sollte, wenn andere Methoden keine Wirkung zeigten. Die Tierschutzorganisationen verweisen darauf, dass nur eine konsequente Fortsetzung der Kastrationsprogramme die einzige nachhaltige, tierschutzgerechte und ethisch vertretbare Maßnahme sei.

Mehr Infos unter:
www.zeit.de

Ein Interview mit einem in Rumänien aktiven Tierarzt lesen Sie hier:
www.derwesten.de

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Stiftung Warentest: Riskante Keime im Hühnerfleisch entdeckt

Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest ergab, dass fast jeder zweite untersuchte Hühnerschenkel zu viele Keime enthält. In 12 der 20 getesteten Produkte fanden sich antibiotikaresistente Bakterien. Sie sind Folge des massenhaften Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung. Das Ergebnis dieser Untersuchung bestätigt frühere Tests, wie die des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) aus dem Jahr 2011, nach der fast jedes Masthuhn während der kurzen und tierquälerischen Mast mit Antibiotika behandelt wird.

Mehr Infos zum Thema unter:
www.test.de

Hier lesen Sie, warum die hohen Antibiotikagaben das System der Tierhaltung grundsätzlich in Frage stellen:
www.tierrechte.de

Weitere Artikel zum Thema: Mastbetriebe als Infektionsrisiko mit MRSA, Dänemark: 77 Prozent MRSA-positive "Schlachtschweine" und Chinas Viehwirtschaft produziert gefährliche Antibiotikaresistenz.

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Zum Nachsehen: Dürfen wir Tiere töten?

Die 3-Sat-Sendung Scobel geht in dieser Folge der Frage nach dem ambivalenten Mensch-Tier-Verhältnis nach. Denn während es den meisten Haustieren der Deutschen gut geht, endet die Tierliebe bei den Tieren, die gegessen werden. 28 Millionen Schweine und 1,9 Millionen Rinder sprechen eine deutliche Sprache. Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen die Frage, ob der Mensch frei über Tiere und ihre Körper verfügen darf und versucht, die Umrisse eines neuen Verhältnisses zum Tier zu definieren.

Nachsehen unter:
www.3sat.de

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Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen

Online-Petition: Ja! zur Einführung der Tierschutz-Verbandsklage auf Bundesebene
unter: www.tierrechte.de

Online-Petition: Kompetenzzentrum statt Tierversuche
unter: www.tierrechte.de

Noch bis zum 31. Oktober: Online-Petition der Europäischen Bürgerinitiative Stop Vivisection unterzeichnen unter:
www.stopvivisection.eu

Appell an die Deutsche Bank "kein Geld für Tierfabriken" unter:
albert-schweitzer-stiftung.de

Affentransporte: Aktionen und News der AirFrance-Kampagne unter:
stopvivisection.blogsport.de

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Termine: Demos & Co.

Demos gegen Hundetötungen in Rumänien finden im September
und Oktober in etlichen Städten statt, z. B. in Köln, Leipzig, Braunschweig
sowie auch in Amsterdam; die verschiedenen Termine finden Sie über
den unten stehenden Link.
Weitere Termine:
21. - 28. September 2013: Aktionswoche gegen den "Weltschulmilchtag"
Sa., 28. September 2013: Berliner Tierschutztag in Spandau
So., 29. September 2013: Vegan-Brunch in Saarbrücken mit Chris Moser (Referat)
Sa., 05.Oktober 2013: VeggieFest (Messe) Solingen
Sa., 05. Oktober 2013: Erstes Kölner Tierschutzfest
Di., 08. Oktober 2013: Infoabend zu Stadttauben in Stuttgart
Do., 10. Oktober 2013: Tierschutzlauf in Wien
Sa., 12.Oktober 2013: Demo Düsseldorf Pelzfrei
12. und 13. Oktober 2013: Veggie Planet in Graz
Sa., 19. Oktober 2013: Welthungerdemo in Nürnberg
26.- 27. Oktober 2013: VeggieWorld in Düsseldorf
8.-9. November 2013: Herbstakademie: Tierbefreiung & Revolutionäre Realpolitik in Hamburg
Di., 12. November 2013: Diskussionsveranstaltung: Braucht der Mensch noch Nutztiere? in Berlin

Alle Termine finden Sie unter:
www.tierrechte.de

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