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Newsletter Tierrechte Nr. 12/14 vom 01.08.2014

01.08.2014

Inhalt:

  • Tierversuchsfrei: Hornhäute ersetzen Draize-Test
  • Tierversuche: Kleine Anfrage zu Botox
  • Tierversuche: Rechtsgutachten liegt nun in gedruckter Form vor
  • Erfolg: Schmerzhaftes Schnäbelkürzen soll verboten werden
  • Bitte mitmachen: Aktion gegen Taubenfallen
  • Hessen: Jahresbericht der Landestierschutzbeauftragten
  • Schlagabtausch: Dürfen wir Tiere nutzen?
  • Film- und TV-Tipps zum Nachsehen
  • Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen
  • Termine: Demos & Co.

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Tierversuchsfrei: Hornhäute ersetzen schmerzhaften Draize-Test

Auf InVitroJobs – dem Portal des Bundesverbandes für die tierversuchsfreie Forschung – werden regelmäßig Wissenschaftler und ihre innovativen tierversuchsfreien Forschungsansätze vorgestellt. Der aktuelle Beitrag stellt ein neues Verfahren vor, das den Draize-Test (Augenreizung am lebenden Kaninchen) ersetzen soll.

Denn der schmerzhafte Draize-Test wird immer noch durchgeführt. Die OECD-Richtlinie schreibt zwar vor, zunächst eine integrierte Teststrategien einschließlich in vitro- und anderer Tests zu nutzen, bevor ein Tierversuch in Erwägung gezogen wird. In der Praxis heißt das aber: Es werden dann noch Kaninchen eingesetzt, wenn die vorherigen, tierversuchsfreien Tests keine Anzeichen einer Reizung oder Ätzung der Substanz zum Ergebnis hatten.

Aachener Forscher um den Augenheilkundler Prof. Dr. Norbert Schrage von ACTO e.V. haben nun eine Methode entwickelt, bei der Hornhäute in eine Apparatur eingespannt und eine Augenreizung sowie die Regeneration der Hornhaut u.a. mit einem "optischen Kohärenztomografen" gemessen wird. Der Wehrmutstropfen: Das Verfahren ähnelt etwas dem bereits OECD-anerkannten BCOP-Test und in beiden Fällen werden Hornhäute von geschlachteten Tieren eingesetzt. Doch die Apparatur soll zukünftig um die Möglichkeit erweitert werden, menschliche Hornhäute einzuspannen, die aus Spenden stammen. Langfristig gesehen ist anzunehmen, dass die Fortschritte in der Stammzelltechnologie dazu führen, dass künstlich erzeugte humane Hornhäute eingesetzt werden.

Ein Interview mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Norbert Schrage, Gründer und Vorsitzender von ACTO e.V., lesen Sie unter: www.invitrojobs.com

Sehen Sie dazu auch den aktuellen ARD-Filmbeitrag zu tierversuchsfreien Hautmodellen unter: www.daserste.de

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Tierversuche: Kleine Anfrage zu Botox

Sicher erinnern Sie sich noch an unsere kürzlich durchgeführte Online-Aktion, in der wir die Firma Merz aufforderten, die qualvollen Botox-Tests an Mäusen zu beenden. Anfang Juli hatte die Bundestagsfraktion von B90/Die Grünen im Rahmen einer Kleinen Anfrage sechs Fragen zu Tierversuchen im Zusammenhang mit der Prüfung von Botulinum-Produkten (Botox) insbesondere durch die Firma Merz gestellt. Diese hat die Bundesregierung jetzt beantwortet.

Aus der Antwort geht hervor, dass es nach wie vor an Daten und Fakten zum Komplex tierversuchsfreie Verfahren mangelt. Die Antworten der Bundesregierung liefern keinen neuen Erkenntnisgewinn zu den Tierversuchen für die Botox-Produkte der Firma Merz. Interessant ist die Auflistung über die finanziellen Mittel, die für tierversuchsfreien Methoden der Bundesregierung jährlich zur Verfügung gestellt werden, sie erreichen keine 10 Millionen pro Jahr (s. Seite 10 der Antwort). Die Dimension der knapp 10 Millionen kann nicht bewertet werden, denn es fehlt die Aussage über die finanziellen Mittel, die in die tierexperimentelle Forschung fließen. Diese sind laut Bundesregierung nicht ausweisbar.

Der Bundesverband trägt seit Langem effiziente Maßnahmen für den Ausstieg aus dem Tierversuch an die Politik heran. Dazu gehören angemessen hohe Budgets für die tierversuchsfreie Forschung, die Einrichtung von Lehrstühlen und Forschungspreisen sowie die Etablierung eines nationalen Kompetenzzentrums als Auskunftsstelle für Genehmigungsbehörden und Wissenschaftler.

Hier können Sie sich die Kleine Anfrage sowie die Antwort der Bundesregierung als PDF-Dokument herunterladen: www.tierschutzwatch.de

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Tierversuche: Rechtsgutachten liegt nun in gedruckter Form vor

Der am 20. Januar 2014 ergangene Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig zu den Affenversuchen des Bremer Hirnforschers Kreiter hat bestätigt: Die schwammige Formulierung des Tierschutzgesetzes lässt die wichtige Prüfung der Genehmigungsbehörden bei Tierversuchs-Anträgen zur Farce werden – eine skandalöse Rechtswidrigkeit zulasten der Tiere. Denn sie überlässt die ethische Abwägung eines Tierversuchs den Experimentatoren und verstößt so gegen EU-Recht.

Der Bundesverband setzt nun alles daran, diese Rechtswidrigkeit zu beenden und fordert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zu einer sofortigen Änderung des Tierschutzgesetzes auf. Zusammen mit anderen Organisationen hatte der Verband schon vor Längerem ein Rechtsgutachten bei der Universität Basel in Auftrag gegeben, das u.a. die Notwendigkeit der Änderung des Tierschutzgesetzes belegt. Es wurde der Regierung zur Verfügung gestellt.

Dieses Gutachten liegt nun auch in gedruckter Form vor. Bei Interesse kann es bestellt werden unter: www.schulthess.com

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Erfolg: Schmerzhaftes Schnäbelkürzen soll verboten werden

Fast bei allen sogenannten Legehennen werden die Schnäbel gekürzt, weil sich die Tiere sonst aufgrund der schlechten Bedingungen in den Ställen gegenseitig verletzten oder gar totpicken. Der schmerzhafte Eingriff bei den Küken wird mit einem 800 Grad heißen Messer oder per Laserstrahl vorgenommen. Diese tierquälerische Praxis soll nun aber bald Vergangenheit sein. Denn nachdem Niedersachsen das Kupieren der Schnäbel von 2017 an verbot und zehn weitere Länder bekundeten, sich dem anschließen zu wollen, hat nun auch der "Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen" (KAT) darüber informiert, dass das Verbot von 2017 an auch für seine 2.500 Mitgliedsbetriebe gelten werde. KAT nimmt die Zertifizierungen für nahezu alle großen Supermarktketten vor. "Die KAT-Entscheidung ist ein erfreulicher Durchbruch für mehr Tierschutz", sagte Niedersachsens grüner Agrarminister Christian Meyer "Die schmerzhafte Praxis des Schnäbelkürzens bei Küken wird damit einheitlich in Deutschland und voraussichtlich auch in den Niederlanden beendet. Es kann nicht sein, dass Tiere amputiert und an die Ställe angepasst werden."

Mehr Infos zum Thema unter:
www.sueddeutsche.de
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Bitte mitmachen: Aktion gegen Taubenfallen

Immer wieder kommt in Städten die Diskussion auf, statt der Einführung des Taubenschlag-Konzeptes Stadttauben wegfangen zu lassen. Denn das Töten von Tauben ist unpopulär. Stattdessen fängt man die Tauben ein und erklärt, sie würden in einer anderen Stadt in Taubenschlägen oder Volieren untergebracht.

Das tatsächliche Schicksal der eingefangenen Tauben bleibt jedoch ungewiss. Eine Studie des Leipziger Biologen Dr. G. Vater geht davon aus, dass dem Fang stets die Tötung folgt, auch wenn dies nicht ausdrücklich hervorgehoben wird. Der Fallenfang ist also meist tierschutzrelevant, kostet viel Geld und stellt zudem keine nachhaltige Lösung dar.

Das Stadttaubenprojekt Frankfurt e.V. möchte nun eine breite Öffentlichkeit schaffen, die sich klar gegen das Einsetzen solch sinnloser und grausamer Methoden zur Eindämmung der Taubenpopulation ausspricht. Der Bundesverband unterstützt die Kampagne des Stadttaubenprojekts. Egal ob Verein, Gewerbetreibender oder Privatperson – es gibt verschiedene Möglichkeiten, um "Nein" zu sagen. Sie können beispielsweise das Aktions-Logo auf Ihrer Facebookseite veröffentlichen, eine Petition unterschreiben oder einen (Auto-)Aufkleber bestellen.

Alle Infos unter: www.wir-sagen-nein-zu-taubenfallen.de

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Hessen: Jahresbericht der Landestierschutzbeauftragten

Die Landestierschutzbeauftragte für Hessen, Dr. Madeleine Martin, hat ihren Jahresbericht 2013 vorgelegt. Sie informiert darin über ihre Arbeit im vergangenen Jahr und über ihr Engagement zur Verbesserung des Tierschutzes. Als eines der wichtigsten Themen auch für die Zukunft bezeichnete Martin die notwendige Verbesserung des Tierschutzes in der Landwirtschaft. Insbesondere die verschiedenen Formen der Anpassung landwirtschaftlicher Nutztiere an ihre Haltungssysteme, beginnend mit dem routinemäßigen Schwänzekupieren bei Ferkeln und Schnabelkürzen bei Geflügel, die nach geltendem Recht nur ausnahmsweise zugelassen sind, aber tatsächlich flächendeckend durchgeführt werden, sowie auch die millionenfache Tötung männlicher Eintagsküken und die ganzjährige Anbindehaltung bei Milchkühen, stehen hier im Fokus.

Hier können Sie sich den Jahresbericht herunterladen:
www.tierschutz.hessen.de

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Schlagabtausch: Dürfen wir Tiere nutzen?

In der August-Ausgabe des Landwirtschaftsmagazins "top agrar" diskutiert die Philosophin und Tierrechtlerin Hilal Sezgin mit der Landwirtin und Präsidentin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes Regina Selhorst über die Frage "Dürfen wir Tiere nutzen und töten?" Der Inhalt des Streitgespräches ist, wie man es erwarten würde. Interessant aber ist, wie die Macher von "top agrar" begründen, dass sie diesem Thema so großen Raum einräumen. Ihre Antwort: "Weil die Frage, ob wir Tiere nutzen und töten dürfen, in den meinungsbildenden Medien unseres Landes ein großes Debattenthema ist. Es gibt Talkshows im Fernsehen. Zeitung und Zeitschriften machen die Tierrechte zum Titelthema. Das hinterlässt Wirkung beim Leser – und sicher keine positive für die Landwirtschaft. Höchste Zeit also, dass sich auch Landwirte intensiv mit den Argumenten der Tierrechtler auseinandersetzen."

Mehr zum Thema unter:
www.topagrar.de
und www.wochenblatt.de

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Film- und TV-Tipps zum Nachsehen

Das ZDF beschäftigte sich in seiner Sendung "log in" am 31. Juli mit dem Thema "Kein Herz für Tiere: Mehr Rechte für Elefanten, Küken & Co.?"; u.a. mit Hannes Jaenicke, Eckhard Fuhr, Heiko Terno, Hilal Sezgin, Dunja Hayali. Der Beitrag steht sowohl in voller Länge, als auch in einer Kompaktversion zum Nachschauen unter: blog.zdf.de

Sehenswert ist auch der Kurzfilm "It's a plastic world".Überall umgibt uns Plastik. Ein Europäer verbraucht im Jahr mehr als 100 kg davon. Was für fürchterliche Folgen unser extremer Plastikkonsum auf unsere Umwelt und letztlich auch auf unser Leben und unsere Gesundheit hat, zeigt das viereinhalb-minütige Video. Hier können Sie es ansehen: vimeo.com

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Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen

Online-Petition: Ja! zur Einführung der Tierschutz-Verbandsklage auf Bundesebene unter: www.tierrechte.de

Online-Aktion: "Firma Merz, Schluss mit den qualvollen Botox-Tests!" unter: www.tierrechte.de

Online-Petition: Kompetenzzentrum statt Tierversuche unter:
www.tierrechte.de

Affentransporte: Aktionen und News der Air France-Kampagne unter: www.stopvivisection.net

Kampagne für tierversuchfreie Kosmetik weltweit:
www.crueltyfreeinternational.org

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Termine: Demos & Co.

Samstag, 9. August 2014: Vegan Street Day in Dortmund
Samstag, 23. August 2014: Tierschutztag in Bochum
29. bis 31. August 2014: Vegan-Vegetarisches Sommerfest in Berlin
Samstag, 30. August 2014: Vegan Life Festival Braunschweig
Samstag, 6. September 2014: Großdemo gegen Tierversuchstransporte in Frankfurt
Samstag, 6. Sept. 2014: Vegan Summer Day Leipzig
Samstag, 20. September 2014: Großdemo „GEGEN TIERQUÄLEREI“ in Hannover
Samstag, 4. Oktober 2014: Veganes Oktoberfest in München
Samstag, 25. Oktober 2014: Demo für Tierrechte Düsseldorf
25. - 26. Oktober 2014: Messe Veggie World Düsseldorf

Diese und weitere Termine finden Sie unter:
www.tierrechte.de

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