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Newsletter Tierrechte Nr. 08/15 vom 13.05.2015

Inhalt:

  • Tierschutz-Verbandsklage: Baden-Württemberg ist siebtes Bundesland
  • Wahl in Bremen: Kein Tierschutzaufschwung zu erwarten
  • Tierversuchsfrei: CERST startet im Sommer
  • Hautsensibilisierung: Neue tierversuchsfreie Teststrategie
  • Ankündigung: Gentechnik-Tagung Berlin
  • Schleswig-Holstein fordert Verbot von Pelztierhaltung
  • Einkaufsführer: WWF rät zum Verzicht auf konventionelles Fleisch
  • Studie: Böden weltweit in Gefahr
  • Rückblick: Fachgespräch zum Thema "Tierethik"
  • US-Ernährungswissenschaftler empfehlen Veganismus und Vegetarismus
  • Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen
  • Termine: Demos & Co.

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Tierschutz-Verbandsklage: Baden-Württemberg ist siebtes Bundesland

Am 6. Mai hat der Landtag das Gesetz der Landesregierung zur Einführung der Tierschutz-Verbandsklage verabschiedet. Entgegen den sechs Bundesländern mit Klagerecht*, legt das baden-württembergische Gesetz die Einrichtung eines gemeinsamen Büros der anerkannten Verbände fest. Eine Komfortregelung, die die Verbände in Nordrhein-Westfalen (NRW) allein stemmen mussten. Zweifelsohne konnten wir Baden-Württemberg mit unserer Vorleistung überzeugen.

Leider gelang es mit unseren Stellungnahmen aber nicht, dass zwei schlechte Regelungen aus dem Gesetz gestrichen wurden. So gelten Mitwirkungs- und Klagerecht erst für Stallbauten mit einer Tierzahl, die eine Umweltverträglichkeitsprüfung voraussetzen (ab 15.000 „Legehennen“, 30.000 „Masthühner“, 15.000 Puten, 600 Rinder, 500 Kälber, 1.500 „Mastschweine“, 560 Sauen). Diese Grenzziehung gibt es nur im Gesetz von Baden-Württemberg. Bei Tierversuchen werden die anerkannten Organisationen erst nach Abschluss des Verwaltungsverfahrens über das Versuchsprojekt informiert. Es gibt also keine Mitwirkungsrechte. Wie in den sechs anderen Bundesländern gilt bei Tierversuchen nur die Feststellungsklage.

*Bremen, Hamburg, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein

Ausführliche Informationen zur Tierschutz-Verbandsklage:
www.tierrechte.de

Eine Übersichtsabelle zum Stand des Klagerechtes in den Bundesländern finden Sie hier.
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Wahl in Bremen: Kein Tierschutzaufschwung zu erwarten

Bremen gilt als Armutshauptstadt mit hoher Arbeitslosigkeit und Bildungstiefstand. Zur Wahl am 10. Mai ging die Hälfte der Wähler erst gar nicht zur Urne. Die abgegebenen Stimmen zeigten, ein „Weiter-so“ der Bremischen Bürgerschaft will der Wähler nicht. Die SPD verlor 5,7 Prozent, die Grünen 7,2 Prozent, CDU gewann 2,2 Prozent, die Linke 9,2 Prozent, die FDP 4,1 Prozent der Stimmen. Dennoch könnte es für das Weiterregieren von SPD (30 Sitze) und Grüne (20 Sitze) knapp gereicht haben.

Nichts deutet darauf hin, dass von der Hansestadt in den nächsten Jahren ein Tierschutzaufschwung ausgehen wird. Was nicht vergessen werden sollte: Das rot-grün regierte Bremen führte als erstes Bundesland 2007 die Tierschutz-Verbandsklage ein und hat – wenn auch spät – die Affenversuche von Professor Kreiter nicht mehr genehmigt. Der Rechtsstreit ging erst im Januar 2014 mit dem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts zu Gunsten der Affenversuche zu Ende.

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Tierversuchsfrei: CERST startet im Sommer

Düsseldorf, eine Hochburg für Tierversuche, soll ab Sommer ein Ort werden, an dem Pionierarbeit beim Tierschutz geleistet wird. Dann soll das "Centrum für Ersatzmethoden zum Tierversuch" (CERST) seine Arbeit aufnehmen. Dies ist ein großartiger Erfolg für unseren Bundesverband, der sich jahrelang dafür eingesetzt hat.

Ziel der Forschungseinrichtung ist es, tierversuchsfreie Verfahren zu entwickeln und damit die Zahl der Tierversuche zu reduzieren. SPD und Grüne im Landtag hatten sich für die Gründung und Anschubfinanzierung des Zentrums mit 200.000 Euro aus dem Haushalt 2015 eingesetzt. Leiterin von CERST soll die Humanmedizinerin Prof. Ellen Fritsche werden, die für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zur Einschränkung von Tierversuchen mehrfach (auch international) ausgezeichnet wurde.

Hier lesen Sie mehr:
www.rp-online.de

Lesen Sie dazu auch die Pressemitteilung vom 03.12.2014:
www.tierrechte.de

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Hautsensibilisierung: Neue tierversuchsfreie Teststrategie

Die europäische Validierungsbehörde von Alternativen zum Tierversuch (EURL ECVAM) hat einen in vitro-Test auf Hautsensibilisierung erfolgreich bewertet und dessen Anwendung als Ersatz zum Tierversuch empfohlen. Der Test ist einer von drei Testbausteinen, die in einer abgestuften Testserie zum Einsatz kommen sollen. Die anderen beiden Tests sind bereits erfolgreich validiert und bereits in die OECD-Testrichtlinien aufgenommen worden. Bislang werden die Hautsensibilisierungstests noch an Meerschweinchen durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.invitrojobs.de
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Ankündigung: Gentechnik-Tagung Berlin

Unter dem Titel: "Der Patentierte Affe – Schöne neue Gentechnik. Patente auf Leben und der Schutz von Tier und Mensch" findet am 17. Juni 2015 in den Räumen der Heinrich Böll Stiftung in Berlin eine Tagung statt, die von der Partnerorganisation des Bundesverbandes Testbiotech e.V. organisiert wird. Referenten sind u.a. Prof. Dr. Hans Werner Ingensiep zum Thema "Ethik und Rechte für Menschen und Menschenaffen", Dr. Arianna Ferrari vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse und Barbara Kuepper von Profundo. Der Bundesverband wird die Paneldiskussion zum Thema "Brauchen wir eine neue Tierethik?" mitgestalten.

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Schleswig-Holstein fordert Verbot von Pelztierhaltung

Nach dem Willen der Landesregierung Schleswig-Holstein soll die Haltung von Pelztieren verboten werden. Einen entsprechenden Vorschlag zur Änderung des Tierschutzgesetzes will das Land in den Bundesrat einbringen. Das hat das Kabinett am 12. Mai 2015 auf Vorschlag von Umweltminister Robert Habeck beschlossen.

"Die Haltung und das Töten von Pelztieren ist nicht mit dem im Grundgesetz verankerten Tierschutz vereinbar. Ein Pelzmantel ist kein elementares Grundbedürfnis, sondern ein schieres Luxusgut. Nerze, Biber und Füchse dafür in Gefangenschaft zu halten und dann zu töten ist, ist skandalös", sagte Minister Habeck. Nach dem Gesetzentwurf soll Pelztierhaltung zum Zweck der Pelzgewinnung verboten werden. Für bestehende Anlagen soll es eine Übergangsfrist von zehn Jahren geben.

Hier lesen Sie mehr:
www.kn-online.de

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Einkaufsführer: WWF rät zum Verzicht auf konventionelles Fleisch

Zum ersten Mal hat der Umweltverband WWF in seinem am Dienstag veröffentlichten Einkaufsführer deutlich dazu aufgefordert, auf konventionelles Fleisch zu verzichten. Danach "verfehlen über 90 Prozent der in Deutschland angebotenen Fleisch- und Wurstwaren die Mindestanforderungen an ökologische Nachhaltigkeit". WWF-Agrarexperte Markus Wolter sagte der taz, dass er sich über jeden Veganer freue, der den Gesamtkonsum senkt.

Mehr zum Thema unter:
www.wwf.de

Hier lesen Sie den Beitrag in der taz:
www.taz.de
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Studie: Böden weltweit in Gefahr

Wissenschaftler sind alarmiert: Wir kümmern uns zu wenig um die Böden der Welt. Dabei ist die Bodengesundheit zentral, wenn Ende des Jahrhunderts bis zu 13 Milliarden Menschen satt werden sollen. Eine Auswertung, die Wissenschaftler von der University of California gerade im Fachmagazin "Science" veröffentlicht haben, zeigt, wie schlecht die Menschheit mit der Ressource Boden umgeht. Ein Teil des Problems ließe sich durch reduzierten Fleischkonsum und weniger Lebensmittelabfall lösen.

Hier lesen Sie mehr:
www.spiegel.de

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Rückblick: Fachgespräch zum Thema "Tierethik"

Am 24. April 2015 hatte die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Grüne in den Deutschen Bundestag zum Thema "Tierethik – Unser Umgang mit dem Tier: Anspruch und Wirklichkeit" geladen. Nicole Maisch, tierschutzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Grünen, betonte, dass es einen gesellschaftlichen Konsens darüber gäbe, dass das Leid der Tiere in deutschen Ställen ethisch nicht mehr zu rechtfertigen sei. Prof. Luy referierte über einen ethischeren Umgang mit Tieren und stellte ethische Defizite am aktuellen Tierschutzgesetz vor. Er schlug vor, die ethische Vertretbarkeit nicht nur auf Versuchstiere, sondern generell auf alle Tiernutzungsformen auszudehnen.

Hilal Sezgin kritisierte die Grünen. Es sei Zeit, vom Biobauernhofidyll Abstand zu nehmen. Man müsse weg vom Biobauernhof und hin zu einer bio-veganen Landwirtschaft. Pfarrer Seidel vom Institut für theologische Zoologie und Aktion Kirche und Tiere (AKUT) räumte ein, dass sich die Kirchen des Abendlandes in der Vergangenheit nur wenige Gedanken über Tierrechte gemacht haben.

Informationen zur tierleidfreien, bio-veganen Landwirtschaft unter: www.tierrechte.de

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US-Ernährungswissenschaftler empfehlen Veganismus und Vegetarismus

Die US-amerikanische Gesellschaft der Diätassistenten und Ernährungswissenschaftler "Academy of Nutrition and Dietetics" legt in einer aktuellen Studie ihre Position zur vegetarischen Ernährung  dar. Danach sind Veganismus und Vegetarismus in allen Lebensphasen möglich, inklusive Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter und Kindheit. Vegetarische Kinder und Jugendliche zeigten gegenüber nichtvegetarischen Altersgenossen eine nach den Ernährungsrichtlinien ausgewogenere Nahrungsaufnahme. Zudem könnten Veganismus und Vegetarismus vor Krebs, Atherosklerose, Diabetes Typ II, Bluthochdruck und Übergewicht schützen bzw. eine wirksame Therapie sein.

Hier lesen Sie mehr:
www.veggie-kids.de
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Aktuelle Kampagnen und Mitmachaktionen

Online-Petition: Ja! zur Einführung der Tierschutz-Verbandsklage auf Bundesebene unter: www.tierrechte.de

Online-Petition: Kompetenzzentrum statt Tierversuche unter:
www.tierrechte.de

Affentransporte: Aktionen und News der Air France-Kampagne unter: www.stopvivisection.net

Kampagne für tierversuchsfreie Kosmetik weltweit:
www.crueltyfreeinternational.org

Petition gegen die Eröffnung und Erweiterung einer Affen-Zuchtanlage für Tierversuche: www.mesopinions.com

Unterschriftenaktion: Keine Gülle ins Trinkwasser unter:
www.campact.de

E-Mail-Aktion gegen versteckte Tierprodukte in Lebensmitteln:
www.foodwatch.de
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Termine: Demos & Co.

16. Mai 2015: "Yes, we care" in Düsseldorf
16. Mai 2015: Veganmania in Würzburg
24. Mai 2015: Vegan Street Day in Stuttgart
30. Mai 2015: Veggie Straßenfest in Nürnberg
30. Mai 2015: Der vegane Markt in Ahrweiler
31. Mai 2015: Mampf - Das vegane Sommerfest in Düsseldorf
14. Juni 2015: Veganes Sommerfest Bremen
17. Juni 2015: Tagung "Der Patentierte Affe – Schöne neue Gentechnik" in Berlin
11. Juli 2015 Vegan Street Day in Dortmund
15. August 2015: Pottdemo in Gelsenkirchen
28.-30. August 2015: Veganes Sommerfest in Berlin
22. August 2015: World Day for the End of Speciesism (weltweit)
26. September 2015: Weltweite 269-Kampagne "Respekt Life", Mahnwache in Düsseldorf
16.-18. Oktober: Messe VeggieWorld in Düsseldorf

Diese und weitere Termine finden Sie unter:
www.tierrechte.de

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