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31. März 2016: Keine Reflexmaschine: Der Fisch ist das Versuchstier des Jahres

Die Tierrechtsorganisation Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner hat den Fisch zum Versuchstier des Jahres 2016 ernannt. Der Fisch ist für die Forschung ein dankbares "Versuchstier" – nicht umsonst rangiert er in der Tierversuchsstatistik an dritter Stelle. Er lässt sich schnell vermehren und eignet sich gut für gentechnische Manipulationen und Giftigkeitstests. Doch der Fisch ist keine Reflexmaschine. Als empfindsames Wirbeltier leidet er unter Schmerzen, Stress und Angst. Gemeinsam mit der Autorin und diesjährigen Schirmherrin Hilal Sezgin macht der Verband das Leid der Tiere im Labor öffentlich. Und er macht Druck für die Entwicklung tierversuchsfreier Verfahren – damit die qualvollen Tierversuche endlich aufhören.

Mit fast 275.000 Tieren standen die Fische 2014 an dritter Stelle der Tierversuchsstatistik. Seit 2012  nehmen die Zahlen der in Tierversuchen eingesetzten Fische rapide zu. Hintergrund für die Zunahme ist nach Aussagen des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte vor allem der Anstieg von gentechnisch veränderten Fischen in der medizinischen Grund- lagenforschung. Diese beschäftigt sich größtenteils mit humanmedizinischen Fragestellungen, wie z. B. Diabetes oder Herzmuskelerkrankungen. Durch die neuen Methoden der synthetischen Gentechnik können immer mehr "Versuchstiere" in immer kürzerer Zeit gentechnisch manipuliert werden.

"Das Beispiel Fisch zeigt, dass sich drei üble Entwicklungen ungehindert ausbreiten: Statt weniger werden immer mehr Tiere in Versuchen eingesetzt. Die genetische Unversehrtheit wird durch Patentierung der Lebewesen mit Füßen getreten und es werden nicht genügend tierversuchsfreie Verfahren entwickelt. Wir fordern eine Kehrtwende! Die Patentierung von Tieren muss verboten werden und wir brauchen eine stringente Entwicklung humaner Krankheitsmodelle. Die Zukunft in der Grundlagenforschung muss heißen: Menschliche Krankheitsmodelle statt genmanipulierte Tiere", so Christina Ledermann, stellvertretende Vorsitzende des Verbandes.

Der Fisch wird auch in der regulatorischen Toxikologie, d.h. bei gesetzlich vorgeschriebenen Giftigkeitsprüfungen, eingesetzt. Vielversprechende tierversuchsfreie Verfahren auf Basis von Fischzelllinien sind nach Informationen des Verbandes derzeit in der Entwicklung, aber noch nicht praxisreif. Um das Ende der qualvollen Fischtests zu erreichen, sei öffentlicher Druck notwendig: "Damit tierversuchsfreie Methoden schnell in der Praxis ankommen, müssen die Voraussetzungen stimmen. Wir brauchen ausreichende Forschungsgelder vom Entwicklungsbeginn bis zur Aufnahme der Methoden in die Prüfvorschriften. Außerdem muss die Dauer der Anerkennungsverfahren auf europäischer und internationaler Ebene drastisch verkürzt werden. Derzeit kann es bis zu 15 Jahre dauern, bis ein neues Verfahren von den Behörden akzeptiert wird. Zu guter Letzt muss der Tierversuch aus den Prüfvorschriften gestrichen werden, sobald ein tierversuchsfreies Verfahren aufgenommen wird", so Ledermann.

Für die Autorin und diesjährigen Schirmherrin Hilal Sezgin existieren Fische meist im toten Winkel des öffentlichen ethischen Bewusstseins: "Sie atmen und kommunizieren anders als wir und darum meinen wir, wir dürften alles mit ihnen machen – in den Labors, in der Aquakultur und in der Freizeit. Angeln gilt wahlweise als „Sport“ oder als „fast schon meditativ“. Es gibt sogar „Vegetarier“, die Fische essen... Aber das Entscheidende ist doch nicht, ob Fische anders sind als wir an Land Lebenden, sondern dass sie überhaupt atmen und kommunizieren, dass sie Empfindungen haben und leben wollen! Genau wie wir haben sie nur ein einziges Leben, und das in Frieden und Freiheit zu leben, dürfen wir ihnen nicht verwehren."

Der Bundesverband dankt Hilal Sezgin für die Übernahme der Schirmherrschaft für das diesjährige Versuchstier des Jahres.

Gerne stehen Ihnen unsere Fachreferentinnen für Rückfragen und Interviews zur Verfügung.

Kontakt: Pressestelle – Christina Ledermann, Tel.: 0211/ 16 34 54 29, mobil: 0179/ 450 46 80, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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