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30. September 2010: Zum Welttierschutztag: Aktuelle Umfrage über den Tierverbrauch an Deutschlands Unis

Zum diesjährigen Welttierschutztag am 4. Oktober veröffentlicht der Bundesverband Menschen für Tierrechte seine aktuell durchgeführte Umfrage* über den Tierverbrauch an deutschen Hochschulen. Befragt wurden alle 35 medizinischen und 66 biologischen Studiengänge. Die Befragungsergebnisse werden am 1. Oktober auf der von der EU-Kommission in Brüssel veranstalteten Konferenz über Tierschutz in der Ausbildung vorgestellt.

»Moderne, tierverbrauchsfreie Lehrmethoden haben bisher nur in der Humanmedizin zu einem Rückgang des Tierverbrauchs geführt. Doch angehende Tierärzte und Biologen müssen noch immer über archaische Tierexperimente zum Examen gelangen. Für die Versuche werden häufig überschüssig gezüchtete Versuchstiere eingesetzt«, kritisiert die Leiterin der Befragung, die Biologin Dr. Christiane Hohensee vom Bundesverband Menschen für Tierrechte.

Die Ergebnisse zeigen: In der Veterinär-Physiologie werden noch immer Tiere zur Demonstration der Darmmotorik verbraucht, obwohl es längst Computer-Simulationsprogramme gibt. Auch im Physiologie-Praktikum der Biologen dienen noch immer Ratten als Blutbanken und Krallenfrösche als Organspender für Herz-, Muskel- und Nervenversuche. Dabei steht heute außer Frage, dass der Einsatz studentischer Probanden, insbesondere im Medizin- und Biologiestudium, bessere Lernerfolge zeigt.

Besorgt zeigen sich die Tierrechtler über den Anstieg des Tierverbrauchs in der Lehre. Laut der Bundesversuchstierstatistik starben 2006 rund 42.500 und 2009 bereits 57.300 Tiere zu Ausbildungszwecken. Dabei sprächen nicht nur Tierschutzgründe für den Einsatz tierverbrauchsfreier Lehrmethoden. Vielmehr verlangen das Tierschutzgesetz und die Europäische Tierversuchsrichtlinie 86/609 bereits seit 1986, Tierversuche durch Anwendung von Ersatzverfahren zu reduzieren. Gerade in der Ausbildung gebe es zahlreiche tierverbrauchsfreie Versuchsanordnungen, die von Lehrenden einfach ignoriert würden. Dieses Verhalten sei rechtswidrig und unethisch. Dagegen gehöre tierverbrauchsfreien Technologien die wissenschaftliche Zukunft. Die Studenten von heute seien die Nachwuchswissenschaftler von morgen und müssten deshalb moderne Testmethoden bereits im Studium kennenlernen, um entsprechend der zukünftigen Nachfrage ausgebildet zu werden.

Mit der Umfrage verfolgt der Bundesverband Menschen für Tierrechte ein klares Konzept. »Unser Ziel ist, tierverbrauchsfreie Studiengänge zu ermöglichen. Wo Tiereinsatz unumgänglich ist, wie in Anatomie- oder Histologiekursen der Veterinärmedizin und Biologie, kann das Body-Donation-Programm** angewendet werden«, so Hohensee. Hierbei werden Tiere, die aus medizinischen Gründen eingeschläfert werden mussten oder natürlich gestorben sind, zu Lehrzwecken genutzt.

Der Bundesverband setzt sich im Projekt SATIS für eine humane Ausbildung mit tierverbrauchsfreien Lehrmethoden ein. Er wird sich nun verstärkt an Hochschullehrer, Studenten und Politiker wenden, um ihnen vorhandene Alternativen - z. B. Probanden-Einsatz, filmische Darstellungen, Computer-Simulationsprogramme - sowie den Entwicklungsbedarf fehlender Alternativen aufzuzeigen.


*Interviewt wurden die Kursverantwortlichen, d.h. Kursleiter oder -planer sowie z.T. auch Kursveranstalter, der Studiengänge Humanmedizin, Veterinärmedizin und Biologie-Physiologie, beschränkt auf das Grundstudium bzw. Bachelorstudium.
Mehr zur Umfrage und SATIS unter:
www.satis-tierrechte.de

** Humane Society Veterinary Medical Association. Washington, www.interniche.org

Link EU-Kommissionsveranstaltung zu Tierschutz in der schulischen und beruflichen Ausbildung:
www.animalwelfare-education.eu


Kontakt:
Pressestelle - Stephanie Elsner,
Tel.: 05237 - 2319790,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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