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22. April 2015: Zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche: 500.000 Kaninchen sterben, weil tierversuchsfreie Verfahren nicht angewendet werden

Zum diesjährigen Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April prangert der Bundesverband Menschen für Tierrechte an, dass Tierversuche entgegen dem Tierschutzgesetz sogar dann durchgeführt werden, wenn ein praxiserprobtes tierleidfreies Verfahren existiert. So starben 2013 in Deutschland 45.000 und weltweit schätzungsweise 500.000 Kaninchen für die Antikörperproduktion bei der Impfstoffherstellung, obwohl das sogenannte Phagen-Display-Verfahren zur Verfügung steht. Dieses kann die Reaktionen des menschlichen Körpers auf eine Infektion oder Impfung zuverlässig simulieren. Um diesen rechtswidrigen Zustand zu beenden, fordert der Verband die verpflichtende Aufnahme dieses Verfahrens, ein konsequentes Verbot der entsprechenden Tierversuche und ihre Streichung aus den Prüfvorschriften. Nur so können die Behörden die Anwendung des tierversuchsfreien Verfahrens gegenüber dem Tierversuch durchsetzen. Der Tierrechtsverband hat das Kaninchen kürzlich zum Versuchstier des Jahres 2015 ernannt.

Dass das Phagen-Display* eine überzeugende Methode darstellt, hatte auch das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) vor Jahren erkannt und das Antikörper-Phagen Display als Teil einer sogenannten "Antikörperfabrik" mehrere Jahre finanziell unterstützt. Auch von der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) des Bundesinstituts für Risikobewertung wurde diese Methode bereits bewertet.

Dennoch stellen viele Firmen und Universitäten in Deutschland ihre Antikörper immer noch im Kaninchen her. Die Tierversuche im Bereich der Impfstoffforschung sind sehr belastend. Die Herstellung sogenannter mono- und polyklonaler Antikörper mit einer Wirkverstärkersubstanz ruft bei den Kaninchen heftige Reaktionen wie Fieber und Schmerzen hervor. Nachdem die Kaninchen jahrelang als Antikörperlieferanten gelitten haben, werden sie am Ende getötet. „Der Gesetzgeber verlangt den Einsatz der tierversuchsfreien Methode vor dem Tierversuch“, erklärt Christina Ledermann, Pressereferentin des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, „doch die Praxis zeigt, dass dies nicht zuverlässig umgesetzt wird. Allzu oft finden Tierversuche statt, obwohl ein zuverlässiges tierversuchsfreies Verfahren zur Verfügung steht. Das ist nicht nur aus ethischen Gründen inakzeptabel, es ist auch schlicht rechtswidrig“.

Um alle Tierversuche zu beenden, fordert der Tierrechtsverband von den Behörden, die Anwendung der tierversuchsfreien Methode konsequent durchzusetzen und die entsprechenden Tierversuche aus den Prüfvorschriften zu streichen. „Die Abschaffung der Tierversuche wird zusätzlich durch die bis zu 20 Jahre dauernde Überprüfungszeit für neue tierversuchsfreie Methoden verschleppt – diese muss endlich entscheidend verkürzt werden. Außerdem muss der Forschungsetat für die Entwicklung neuer tierversuchsfreier Methoden massiv ausgebaut werden. Es kann nicht sein, dass das Gros der Forschungsgelder noch immer in die tierexperimentelle Forschung fließt“, so Ledermann.

*Beim Phagen-Display-Verfahren werden die kompletten Gene des menschlichen Antikörpersystems in Bakterien verpflanzt. Die Gene imitieren die Reaktion des Immunsystems nach einer Infektion oder Impfung. Der gesamte Vorgang kann völlig ohne Tier im Reagenzglas stattfinden. Eine Immunisierung ist nicht notwendig. Das Verfahren ist viel schneller und präziser als der Versuch am Kaninchen und basiert auf humanspezifischen Peptiden und Proteinteilen. Abstoßungsprobleme durch Speziesunterschiede und dadurch bedingte biotechnologische Nachbereitungen fallen weg.

Ausführliche Informationen zum Versuchstier des Jahres 2015 unter:

Kontakt: Pressestelle – Christina Ledermann, Tel.: 0211/ 16 34 54 29, mobil: 0179/ 450 46 80, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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