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21. April 2016: Int. Tag zur Abschaffung der Tierversuche: Menschliche Krankheitsmodelle statt leidvolle Tierversuche

Zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April stellt der Bundesverband Menschen für Tierrechte zwei herausragende tierversuchsfreie Technologien in den Mittelpunkt, die das Potenzial haben, Tierversuche drastisch zu reduzieren. Es handelt sich um humanspezifische "Krankheitsmodelle in der Petrischale" und um die sogenannte „Human-on-a-Chip“Technologie. Um die Leistungsfähigkeit dieser neuen Verfahren aufzuzeigen, veröffentlicht der Tierrechtsverband heute ein Interview auf seiner Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs.

Seit Jahren steigen die Tierversuchszahlen, weil immer mehr Mäuse zur Simulation von Humanerkrankungen gentechnisch manipuliert werden. Statt am sogenannten "Tiermodell", für das Tiere künstlich krank gemacht werden, forscht die Arbeitsgruppe um Prof. James Adjaye vom Institut für Stammzellforschung und Regenerative Medizin in Düsseldorf an humanspezifischen Krankheitsmodellen in der Petrischale (Disease-on-a-Dish-Modelle). Diese Modelle basieren auf Zellproben von Patienten. Sie sind aus wissenschaftlicher Sicht notwendig, weil sich Forschungsergebnisse aus Tierversuchen nicht zuverlässig auf die menschliche Situation übertragen lassen. Ein ausführliches Interview mit Prof. James Adjaye lesen Sie auf InVitro+Jobs.

Bei dem zweiten Verfahren, der Human-on-a-Chip-Technologie, werden künstliche menschliche Miniorgane auf einer Chipplattform miteinander kombiniert. Ab 2018 wollen Forscher die zehn wichtigsten Organe des Menschen auf dem Chip vereint haben. Die Chiptechnologie kann dazu beitragen, unzählige Tierversuche in der Giftigkeits- und Medikamentenprüfung abzuschaffen. Sie ist außerdem mit Krankheitsmodellen in der Petrischale kombinierbar. Damit könnten Krankheitsmechanismen an einem Organismus-ähnlichen menschlichen System gänzlich ohne Tierleid erforscht werden.

"Mit diesen neuen Verfahren rücken wir einer tierversuchsfreien Zukunft ein entscheidendes Stück näher. Damit die Verfahren aber auch tatsächlich Tiere vor dem Versuch bewahren können, müssen sie so schnell wie möglich in der Praxis ankommen. Doch oft scheitert die Anerkennung an den langen behördlichen Verfahren oder schlicht daran, dass das Geld fehlt. Deswegen senden wir zum 24. April eine klare Botschaft an die Bundesregierung: Wir brauchen mehr Gelder für Validierungsverfahren und den politischen Durchsetzungswillen zur Aufnahme der neuen Verfahren in die Prüfvorschriften", so Christina Ledermann, stellvertretende Vorsitzendes des Verbandes.

Um das erklärte Ziel der EU*, Tierversuche letztendlich vollständig zu ersetzen, auch tatsächlich zu erreichen, müssten die beiden neuen Technologien schnellstmöglich international anerkannt und in die Prüfvorschriften aufgenommen werden. In Hinblick auf die bevorstehenden Bundestagswahlen in 2017 weist der Verband zudem darauf hin, dass die Regierung noch immer über keinerlei Masterplan verfüge, um die europäischen Vorgaben zur Beendung der Tierversuche zu erfüllen.

* In der EU-Tierversuchsrichtlinie (2010/63/EU) wird klar das Ziel formuliert, Verfahren mit lebenden Tieren für wissenschaftliche Zwecke und Bildungszwecke vollständig zu ersetzen, sobald dies wissenschaftlich möglich ist.

Ein ausführliches Portrait sowie ein Interview mit Prof. James Adjaye lesen Sie auf der Wissenschaftsplattform des Verbandes: www.invitrojobs.com

Gerne stehen Ihnen unsere Fachreferentinnen für Rückfragen und Interviews zur Verfügung.

Kontakt: Pressestelle – Christina Ledermann, Tel.: 0211/ 16 34 54 29, mobil: 0179/ 450 46 80, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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