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20. Oktober 2015: Tierschutz-Forschungspreis Berlin: Tierleidfreier Botox-Test ausgezeichnet

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte begrüßt die Vergabe des Tierschutz-Forschungspreises durch das Land Berlin. In diesem Jahr wurde er aufgestockt und an zwei verschiedene Preisträger verliehen. Zum einen wird ein Verfahren für die tierleidfreie Botox-Testung ausgezeichnet, zum anderen die Ringvorlesung "Alternativen zu Tierversuchen in der Forschung, Ausbildung und Lehre".

Der mit 15.000 Euro dotierte Tierschutz-Forschungspreis Berlin geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Gerhard Püschel vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Potsdam. Der Wissenschaftler und sein Team haben ein zellbasiertes Verfahren zur Bestimmung der Aktivität von Botulinum-Toxinen entwickelt. Botox-Präparate zur Faltenglättung werden bisher größtenteils in qualvollen LD50-Tests* geprüft, bevor sie in den Handel kommen. In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass das neue Verfahren für alle Botulinumtoxin-Typen angewandt werden kann. Dabei ist es unerheblich, welchen Botox-Typ ein Hersteller nutzt. Damit könnte jährlich allein in Deutschland rund 150.000 Mäusen der grausame Tierversuch erspart bleiben. Ein solches Verfahren wäre für alle Entwickler frei zugänglich und nicht durch ein Patent geschützt.

"Die Auszeichnung von Prof. Dr. Gerhard Püschel und seinen tierleidfreien Botox-Test lenkt die Aufmerksamkeit darauf, dass noch immer 150.000 Mäuse jährlich für den Faltenglätter leiden und sterben. Jetzt ist es wichtig, dass das Verfahren möglichst schnell angewendet werden kann. Das hakt bisher daran, dass erst eine kostenintensive Validierungsstudie durchgeführt werden muss. Damit es nicht mehr vorkommt, dass dringend benötigte tierversuchsfreie Verfahren in der Anerkennungsphase stecken bleiben, brauchen wir ein spezielles Förderprogramm für Validierungsstudien", so Christina Ledermann, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Der zweite Preis des Landes Berlin zur Förderung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche in der Lehre und Ausbildung, der mit 10.000 Euro dotiert ist, geht an Prof. Christa Thöne-Reineke vom Institut für Tierschutz, Tierverhalten und Versuchstierkunde der Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin. Gemeinsam mit Dr. Vivian Kral und Prof. Monika Schäfer-Korting hat sie eine Ringvorlesung zum Thema "Alternativen zu Tierversuchen in der Forschung, Ausbildung und Lehre" konzeptioniert.

Die Auslobung von Forschungspreisen ist eine Forderung aus dem Maßnahmenkatalog des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte an Bund und Länder, um tierversuchsfreie Verfahren besser zu fördern. Eine Preisverleihung durch Berlin erfolgt zum dritten Mal. Davon werden 15.000 Euro durch den Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) gestiftet. Neben der Bundesregierung vergeben bisher nur die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Berlin entsprechende Preise.

* Beim LD50-Test wird das Nervengift den Mäusen in verschiedenen Verdünnungen in die Bauchhöhle gespritzt, um die Konzentration zu ermitteln, bei der die Hälfte der Tiere stirbt. Die Tiere leiden bis zu vier Tagen unter qualvollen Krämpfen und ersticken letztlich, da das Gift zu einer Atemlähmung führt.

Ausführliche Informationen, inklusive des Interviews mit Prof. Dr. Gerhard Püschel, unter: www.invitrojobs.com

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